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OTHER · Corteva Agriscience Germany GmbH

Runway

BVL Zul.-Nr. 006872-00

Runway ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid von Corteva Agriscience, das speziell für den Einsatz im Winterraps (BRSNW) entwickelt wurde. Als flüssiges Formulierungskonzentrat kombiniert es drei bewährte Wirkstoffe, um eine breite und nachhaltige Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende zweikeimblättrige Unkräuter im Herbst zu gewährleisten. Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine hervorragende Selektivität in der Kultur aus und erfasst zuverlässig schwer bekämpfbare Schaderreger wie Kamille-Arten, Klatsch-Mohn und Kornblumen.

Durch die Kombination von Aminopyralid, Clopyralid und Picloram bietet Runway sowohl eine schnelle Blattwirkung als auch eine langanhaltende Bodenwirkung, die das Auflaufen nachfolgender Unkrautwellen effektiv unterbindet. Dank dieser dualen Wirkungsweise ist Runway ein Eckpfeiler in modernen Raps-Anbausystemen, insbesondere dort, wo Spätverunkrautungen den Ertrag und die Erntequalität gefährden. Die niedrige Aufwandmenge von 0,2 l/ha unterstreicht die moderne und umweltschonende Ausrichtung dieses Herbizids.

Wirkstoffe

Aminopyralid
40 g/L · Wirkstoff
Clopyralid
240 g/L · Wirkstoff
Picloram
80 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die drei aktiven Wirkstoffe in Runway – Aminopyralid, Clopyralid und Picloram – gehören alle zur chemischen Klasse der Pyridincarbonsäuren und sind im HRAC-System in die Gruppe 4 (ehemals Gruppe O) als synthetische Auxine (Wuchsstoffe) eingestuft. Sie imitieren das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was bei empfindlichen Unkräutern zu einem unkontrollierten, abnormalen Wachstum führt. Nach der Aufnahme über das Blattwerk und die Wurzeln werden die Wirkstoffe systemisch in der gesamten Pflanze, sowohl akropetal als auch basipetal, verteilt und akkumulieren in den meristematischen Geweben. Dies führt zu typischen Symptomen wie Epinstie (Verkrümmung von Stängeln und Blättern), Chlorosen und schließlich zum vollständigen Absterben des Schaderregers innerhalb weniger Wochen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte Runway stets in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Da alle drei Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 4 angehören, ist ein Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. Bodenherbiziden aus den HRAC-Gruppen 5, 12 oder 15) in der Fruchtfolge dringend zu empfehlen. Zudem sollte die mechanische Unkrautbekämpfung und eine weite Fruchtfolgegestaltung genutzt werden, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Runway zeigt sich im Allgemeinen sehr gut verträglich mit gängigen Graminiziden, Fungiziden und Insektiziden, die im herbstlichen Rapsanbau eingesetzt werden. Bei Mischungen mit spezifischen Gräserherbiziden sollte jedoch auf die Formulierungspartner geachtet werden, um phytotoxische Reaktionen an der Kultur zu vermeiden. Es wird empfohlen, stets eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 l/ha) zu verwenden und die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen auszubringen. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, obligatorisch. Runway ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen beachten) eingehalten werden müssen, um aquatische Organismen zu schützen. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv fliegen, vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsKamille-Arten, Klatsch-Mohn, Kornblume0.2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Runway im Herbst?

Der beste Zeitpunkt für die Behandlung liegt im frühen Nachauflauf im Herbst, wenn die Unkräuter aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium der Unkräuter). Die Kultur Winterraps sollte zu diesem Zeitpunkt bereits das 2-Blatt-Stadium erreicht haben, um eine optimale Verträglichkeit zu gewährleisten.

Welche Nachbau-Einschränkungen müssen nach dem Einsatz von Runway beachtet werden?

Aufgrund der Persistenz von Aminopyralid im Boden müssen die spezifischen Nachbaufristen strikt eingehalten werden. Nach dem regulären Umbruch von mit Runway behandeltem Winterraps können im folgenden Frühjahr problemlos Raps, Getreide oder Mais angebaut werden. Für empfindliche Kulturen wie Leguminosen (z. B. Erbsen, Ackerbohnen) oder Kartoffeln müssen jedoch längere Wartezeiten und eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) eingehalten werden.

Wie verhält sich Runway bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst?

Da Runway systemisch wirkt und auf das aktive Wachstum der Unkräuter angewiesen ist, sind milde Temperaturen (über 8–10 °C) am Anwendungstag und den Folgetagen optimal. Bei Frostgefahr oder extrem niedrigen Temperaturen stagniert der Stoffwechsel der Schaderreger, was die Wirkstoffaufnahme und den Bekämpfungserfolg deutlich verzögern oder mindern kann.

Kann Runway auch auf drainierten Flächen eingesetzt werden?

Ja, der Einsatz ist grundsätzlich möglich, jedoch müssen die spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL zum Schutz des Grundwassers und von Oberflächengewässern beachtet werden. Auf drainierten Flächen können je nach Bundesland und lokalen Auflagen besondere Einschränkungen bezüglich des Anwendungszeitraums oder der Abstände zu Gewässern gelten.

Was ist zu tun, wenn der Rapsbestand vorzeitig umgebrochen werden muss?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch des behandelten Winterrapses (z. B. durch Auswinterung) notwendig werden, dürfen als Nachfolgekulturen nur bestimmte Kulturen wie Getreide oder Mais nach einer tiefen, wendenden Bodenbearbeitung eingesät werden. Empfindliche Kulturen dürfen keinesfalls ohne Einhaltung der Sicherheitsabstände nachgebaut werden, um Schäden durch Wirkstoffrückstände im Boden zu vermeiden.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von Runway?

Während die Blattwirkung weitgehend unabhängig von der Bodenfeuchte ist, benötigt die langanhaltende Bodenwirkung von Aminopyralid und Picloram eine gewisse Grundfeuchtigkeit im Boden. Ein feuchtes Saatbett im Herbst begünstigt die Verteilung der Wirkstoffe im oberen Bodenhorizont und sichert so die Unterdrückung von spät keimenden Unkräutern.