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OTHER · SBM Developpement SAS

Sanium SL25

BVL Zul.-Nr. 00A001-00

Sanium SL25 ist ein modernes, systemisch wirkendes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung saugender Schaderreger. Durch die Formulierung als lösliches Konzentrat (SL) lässt sich das Präparat hervorragend dosieren und applizieren. Es zeichnet sich durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme über die Blätter aus und bietet sowohl eine zuverlässige Sofortwirkung als auch einen langanhaltenden Schutz vor Neubefall.

Der enthaltene Wirkstoff Flupyradifurone gehört zur innovativen Klasse der Butenolide. Dank seiner systemischen und translaminaren Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff optimal in der Kultur, sodass auch versteckt sitzende Schädlinge auf den Blattunterseiten oder im Neuzuwachs effektiv erfasst werden. Dies macht das Produkt zu einem wertvollen Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich primär auf saugende Insekten wie Blattläuse, Weiße Fliegen und Schildläuse. Durch die schnelle Unterbindung der Saugtätigkeit wird nicht nur der direkte Schaden minimiert, sondern auch die Übertragung von pflanzenpathogenen Viren effektiv eingedämmt.

Wirkstoffe

Flupyradifurone
25 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Flupyradifurone ist ein Agonist des nikotinischen Acetylcholinrezeptors (nAChR) und wird nach der IRAC-Klassifikation in die Gruppe 4D (Butenolide) eingestuft. Er ahmt den natürlichen Neurotransmitter Acetylcholin nach, kann jedoch durch das Enzym Acetylcholinesterase nicht abgebaut werden. Dies führt zu einer dauerhaften Reizung der Nervenbahnen des Schädlings, was rasch zu einem Saugstopp, Lähmungserscheinungen und schließlich zum Absterben des Schaderregers führt. Ein besonderer Vorteil dieses Wirkmechanismus ist die schnelle Wirkung (Knock-down-Effekt) in Kombination mit einer langanhaltenden Depotwirkung im Pflanzengewebe. Da der Wirkstoff akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – transportiert wird, bleibt auch der junge Zuwachs nach der Behandlung für einen längeren Zeitraum geschützt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen nachhaltig vorzubeugen, sollte Sanium SL25 strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements (IRM) eingesetzt werden. Da Flupyradifurone zur IRAC-Gruppe 4D gehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Pyrethroiden oder Ketoenolen) dringend zu empfehlen. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison und Kultur gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, um den Selektionsdruck auf lokale Schaderregerpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Sanium SL25 weist im Allgemeinen eine gute physikalische und biologische Verträglichkeit mit gängigen Fungiziden und Blattdüngern auf. Dennoch wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung einer Tankmischung stets eine Mischungsprobe in einem kleinen Gefäß (Kübeltest) sowie eine Probespritzung an einzelnen Pflanzen durchzuführen, um die Kulturverträglichkeit abzusichern. Bei der Zubereitung der Spritzbrühe ist auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise pH-neutral bis leicht sauer) zu achten, und die Mischung sollte unmittelbar nach dem Ansetzen ausgebracht werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Sanium SL25 sind die vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA), wie das Tragen von Schutzhandschuhen und Schutzkleidung bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die in den Zulassungsauflagen definierten Abdriftminderungs- und Abstandsvorschriften zu Oberflächengewässern genauestens zu beachten. Obwohl der Wirkstoff Flupyradifurone im Vergleich zu älteren Wirkstoffklassen ein günstigeres Profil gegenüber vielen Nützlingen aufweist, ist die Anwendung zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern vorzugsweise außerhalb des aktiven Bienenflugs oder gemäß den spezifischen B-Auflagen der BVL-Zulassung durchzuführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Sanium SL25?

Die Anwendung sollte idealerweise direkt bei Befallsbeginn oder bei Sichtbarwerden der ersten Symptome erfolgen. Da das Pflanzenschutzmittel systemisch wirkt, ist eine aktive Aufnahme über das Blattwerk erforderlich. Applizieren Sie das Produkt daher vorzugsweise bei wüchsigem Wetter, wenn die Kulturen eine aktive Transpiration aufweisen.

Wie wirkt sich Regen kurz nach der Anwendung auf die Effizienz aus?

Sanium SL25 wird aufgrund seiner systemischen Eigenschaften rasch vom Pflanzengewebe aufgenommen. Sobald der Spritzbelag vollständig angetrocknet ist (in der Regel nach 1 bis 2 Stunden), ist das Produkt regenfest, und ein anschließender Niederschlag beeinträchtigt die Wirkung nicht mehr.

Kann Sanium SL25 auch im Gewächshaus eingesetzt werden?

Ja, je nach den spezifischen BVL-Zulassungsbestimmungen ist der Einsatz in geschlossenen Räumen oder Gewächshäusern oft besonders effektiv, da dort saugende Schaderreger wie die Weiße Fliege unter kontrollierten Bedingungen gezielt reguliert werden können. Beachten Sie stets die aktuellen Anwendungsbestimmungen für die jeweilige Kultur.

Ist der Wirkstoff Flupyradifurone gefährlich für Honigbienen?

Der Wirkstoff Flupyradifurone zeichnet sich durch eine hohe Selektivität aus und ist in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, wenn er nach Gebrauchsanleitung angewendet wird. Dennoch sollte aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes eine direkte Benetzung von blühenden Kulturen oder Unkräutern während des aktiven Bienenflugs vermieden werden.

Wie finde ich heraus, ob Sanium SL25 für meine spezifische Kultur in Deutschland zugelassen ist?

Da sich der Zulassungsstatus und die zugelassenen Kulturen ändern können, sollten Sie die tagesaktuelle Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) konsultieren oder die detaillierten Zulassungsdaten direkt auf unserer Plattform agronomy.farmable.tech filtern, um die exakten Indikationen und Wartezeiten einzusehen.

Warum ist der rasche Saugstopp bei Schädlingen so wichtig für die Kultur?

Saugende Schaderreger entziehen der Kultur nicht nur lebenswichtige Nährstoffe, sondern scheiden auch klebrigen Honigtau aus, der als Nährboden für Rußtaupilze dient. Zudem übertragen viele Blattläuse und Zikaden pflanzenschädliche Viren; ein schneller Saugstopp verhindert diese Sekundärschäden sofort nach der Behandlung.