Seedron
Seedron von ADAMA ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung (Beizmittel), das speziell für den Schutz von Kulturen gegen ein breites Spektrum von samen- und bodenbürtigen Schaderregern entwickelt wurde. Als flüssiges Fließkonzentrat (FS) lässt es sich hervorragend dosieren und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstofffilms auf dem Korn. Dies sichert einen optimalen Start der Kultur direkt ab der Keimung.
Die Kombination der beiden bewährten Wirkstoffe Fludioxonil und Tebuconazol bietet sowohl eine hervorragende Kontaktwirkung als auch systemische Schutzeigenschaften. Dadurch werden wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel, Steinbrand und Streifenkrankheit effektiv unterdrückt. Seedron etabliert sich damit als verlässlicher Baustein für einen vitalen Feldaufgang und dichte Bestände.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Wirksamkeit von Seedron basiert auf zwei komplementären Wirkungsmechanismen. Fludioxonil gehört zur FRAC-Gruppe 12 (Phenylpyrrole) und wirkt als Kontaktfungizid. Es hemmt die osmotische Signaltransduktion des Pilzes, was die Sporenkeimung und das Myzelwachstum auf der Kornoberfläche blockiert. Da Fludioxonil kaum in die Kultur transportiert wird, bildet es einen langanhaltenden Schutzschild im umgebenden Bodenbereich des keimenden Korns. Tebuconazol hingegen ist ein systemischer Wirkstoff aus der Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3). Es greift als Demethylierungshemmer (DMI) in die Biosynthese von Ergosterol ein, einem essenziellen Bestandteil der Pilzzellmembran. Nach der Keimung wird Tebuconazol von der jungen Kultur aufgenommen und akropetal transportiert, wodurch auch tiefer liegende Infektionen im Inneren des Korns sowie frühe Infektionen des Keimlings zuverlässig bekämpft werden.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (FRAC 12 und FRAC 3) mit völlig verschiedenen Angriffspunkten im Stoffwechsel der Schaderreger bietet Seedron ein integriertes und robustes Resistenzmanagement. Um die Selektion resistenter Pilzstämme langfristig zu verhindern, sollte die Anwendung strikt nach den Zulassungsvorgaben erfolgen. Zudem empfiehlt es sich, im weiteren Vegetationsverlauf bei nachfolgenden Blattbehandlungen auf Fungizide mit anderen Wirkungsmechanismen zurückzugreifen und die Fruchtfolge vielseitig zu gestalten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Als Saatgutbehandlungsmittel wird Seedron in der Regel solo in professionellen Beizanlagen appliziert. Bei einer eventuellen Kombination mit speziellen Beizhilfsmitteln, Mikronährstoffen oder Haftmitteln zur Staubminderung (z. B. zur Einhaltung der Heubach-Grenzwerte) ist vorab stets die physikalische Mischbarkeit und Keimverträglichkeit zu prüfen. Eine ausreichende Wasserzufuhr während des Beizprozesses ist entscheidend, um eine homogene Benetzung des Saatguts ohne Verkleben der Körner zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem konzentrierten Pflanzenschutzmittel sowie beim Absacken, Transportieren und Aussäen des behandelten Saatguts ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Atemschutz bei Staubentwicklung, zwingend erforderlich. Da gebeiztes Saatgut für Vögel und Kleinsäuger attraktiv sein kann, muss bei der Aussaat penibel darauf geachtet werden, dass kein Korn offen auf der Bodenoberfläche verbleibt (vollständige Einarbeitung in den Boden). Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die Abdriftrichtlinien und die spezifischen Anwendungsbestimmungen bezüglich der Reinigung von Beizgeräten strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum ist die Kombination aus Fludioxonil und Tebuconazol bei der Saatgutbehandlung so effektiv?
Die Kombination vereint ein Kontaktfungizid (Fludioxonil), das den Samen von außen vor bodenbürtigen Schaderregern schützt, mit einem systemischen Triazol (Tebuconazol), das in den Keimling eindringt und innenliegende Infektionen bekämpft. Dies sorgt für einen lückenlosen Rundumschutz während der kritischen Keimphase.
Worauf muss bei der Aussaat von mit Seedron behandeltem Saatgut geachtet werden?
Das Saatgut muss vollständig und gleichmäßig in den Boden eingebracht werden, um eine unbeabsichtigte Aufnahme durch Vögel oder Wildtiere zu verhindern. Eventuell verschüttetes Saatgut muss sofort tief in den Boden eingearbeitet oder entfernt werden. Zudem sollte die Aussaat mit moderner, abdriftmindernder Sätechnik erfolgen.
Kann Seedron die Keimfähigkeit des Saatguts beeinflussen?
Bei sachgerechter Anwendung und Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen weist Seedron eine hervorragende Kulturverträglichkeit auf und beeinträchtigt die Keimfähigkeit nicht. Es wird jedoch empfohlen, nur qualitativ hochwertiges, gut gereinigtes und trockenes Saatgut zu beizen.
Wie lagert man mit Seedron behandeltes Saatgut richtig?
Behandeltes Saatgut sollte in deutlich gekennzeichneten, atmungsaktiven Säcken kühl, trocken und gut belüftet gelagert werden. Es muss absolut unzugänglich für Kinder, Nutz- und Haustiere aufbewahrt werden und darf keinesfalls als Lebens- oder Futtermittel Verwendung finden.
Wie unterstützt Seedron das Resistenzmanagement im Getreidebau?
Da Seedron zwei Wirkstoffe aus unterschiedlichen FRAC-Klassen (FRAC 12 und FRAC 3) kombiniert, blockiert es die Schaderreger auf verschiedenen biochemischen Wegen gleichzeitig. Dies minimiert das Risiko, dass resistente Pilzstämme überleben und sich im späteren Bestand etablieren.
Kann Seedron zusammen mit Mikronährstoffen oder Haftmitteln aufgetragen werden?
Eine gemeinsame Applikation mit gängigen Beizhilfsmitteln und Spurenelementen ist in der Praxis oft möglich. Es sollte jedoch vorab immer ein Verträglichkeitstest durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die physikalischen Eigenschaften des Beizschlamms stabil bleiben und die Fließfähigkeit des Saatguts in der Sämaschine nicht beeinträchtigt wird.