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Sonstige · Biofa GmbH

Silicid

BVL Zul.-Nr. 044375-60

Silicid von Biofa GmbH ist ein bewährtes, rein physikalisch wirkendes Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kieselgur (1000 g/kg). Als natürliches Staubpräparat hat es sich fest im Segment des biologischen Vorratsschutzes und der Hygienebehandlung etabliert. Es eignet sich hervorragend für die Anwendung in leeren Räumen (BVL-Code: YRAUM) wie Lagerhallen, Silos oder Gewächshäusern, um dort verbliebene Schaderreger vor der Neueinlagerung oder dem Neuanbau effektiv zu dezimieren.

Das Wirkungsspektrum umfasst ein breites Spektrum an kriechenden Insekten und Milben. Da das Produkt vollständig auf chemisch-synthetische Wirkstoffe verzichtet, ist es ein unverzichtbares Werkzeug für ökologisch wirtschaftende Betriebe sowie für integrierte Pflanzenschutzsysteme, bei denen absolute Rückstandsfreiheit im Erntegut im Vordergrund steht.

Wirkstoffe

Kieselgur
1000 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkmechanismus von Silicid basiert auf einem rein physikalischen Prinzip. Kieselgur besteht aus den fossilen Siliziumdioxid-Schalen abgestorbener Kieselalgen. Diese mikroskopisch kleinen Partikel besitzen extrem scharfe Kanten und eine hochporöse Struktur. Bei Kontakt mit den Schaderregern (Insekten oder Milben) ritzen die Partikel die schützende Wachsschicht (Epikutikula) des Chitinpanzers mechanisch auf. Gleichzeitig saugt die Kieselgur die lebensnotwendigen Körperflüssigkeiten der Schädlinge wie ein Schwamm auf. Dieser doppelte Effekt führt unweigerlich zur schnellen und irreversiblen Austrocknung (Dehydration) der betroffenen Schaderreger. Da es sich um einen rein mechanischen und nicht um einen biochemischen Prozess handelt, wirkt das Mittel unabhängig von der Stoffwechselaktivität oder eventuellen chemischen Resistenzen der Zielorganismen.

Resistenzmanagement

Aufgrund der rein physikalischen Wirkungsweise von Kieselgur ist die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielschädlingen nahezu ausgeschlossen. Es gibt keine bekannten physiologischen Anpassungsmechanismen, mit denen Insekten oder Milben der mechanischen Zerstörung ihrer Wachsschicht entgegenwirken könnten. Silicid eignet sich daher ideal als Baustein im Resistenzmanagement, um bestehende Resistenzen gegen chemische Insektizide oder Akarizide in deinem Betrieb erfolgreich zu brechen und deren Wirksamkeit im Gesamtkonzept langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Silicid wird in der Regel als trockenes Staubmittel direkt auf die zu behandelnden Oberflächen ausgebracht. In bestimmten Verfahren kann es auch als wässrige Suspension gespritzt werden, wobei das Produkt nach dem Antrocknen wieder seine staubförmige, physikalisch aktive Struktur annimmt. Eine Mischung mit flüssigen chemischen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern wird nicht empfohlen, da dies die physikalische Struktur der Kieselgur beeinträchtigen und zu Verstopfungen der Applikationstechnik führen kann. Führe die Behandlung daher stets separat durch.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Da es sich bei Silicid um ein feines Staubpräparat handelt, steht der Schutz der Atemwege des Anwenders bei der Applikation absolut im Vordergrund. Beim Ausbringen ist das Tragen einer geeigneten Staubschutzmaske (mindestens FFP2) sowie einer dicht schließenden Schutzbrille dringend ratsam, um Reizungen der Schleimhäute zu vermeiden. Da das Produkt für die Anwendung in leeren Räumen registriert ist, ist ein direkter Kontakt mit Bienen oder Gewässern bei sachgemäßer Anwendung im Innenbereich nahezu ausgeschlossen. Achte dennoch darauf, Staubverdriftungen aus den Gebäuden auf blühende Bestände im Außenbereich zu vermeiden, um nützliche Arthropoden zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RäumeMilben10 GRAM_PER_SQUARE_METER
RäumeInsekten10 GRAM_PER_SQUARE_METER
RäumeInsekten10 GRAM_PER_SQUARE_METER
RäumeMilben10 GRAM_PER_SQUARE_METER
RäumeInsekten10 GRAM_PER_SQUARE_METER
RäumeMilben10 GRAM_PER_SQUARE_METER

Häufige Fragen

Wie bereite ich leere Lagerräume optimal auf die Behandlung mit Silicid vor?

Vor der Anwendung solltest du die Räume gründlich mechanisch reinigen. Entferne alle Staub-, Getreide- und Futterreste, da diese den Schaderregern als Rückzugsort dienen und die Wirksamkeit des Kieselgur-Staubs durch Vermischung herabsetzen können. Je sauberer die Oberflächen sind, desto besser haftet das Produkt und desto sicherer kommen die Schaderreger damit in Kontakt.

Kann ich Silicid auch bei hoher Luftfeuchtigkeit in den Räumen anwenden?

Kieselgur benötigt eine trockene Umgebung, um seine volle physikalische Wirkung – die Absorption von Lipiden aus der Cuticula – optimal zu entfalten. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit ist der Austrocknungseffekt verlangsamt. Achte darauf, dass die behandelten Räume vor und während der Anwendung gut belüftet und trocken sind, damit das Pulver seine staubige, saugfähige Konsistenz behält.

Wie lange bleibt die Schutzwirkung von Silicid nach dem Ausbringen aktiv?

Da der Wirkstoff Kieselgur stabil ist und sich chemisch nicht abbaut, bleibt die physikalische Wirkung theoretisch unbegrenzt bestehen. Die Schutzwirkung hält so lange an, wie der Staubbelag trocken bleibt, nicht mechanisch weggewaschen oder durch starke Staubablagerungen anderer Materialien (wie z. B. neuen Getreidestaub) abgedeckt und damit unzugänglich wird.

Warum ist beim Ausbringen von Silicid eine Atemschutzmaske so wichtig?

Kieselgur besteht aus feinsten Siliziumdioxid-Partikeln. Beim Einatmen des Staubs können diese Partikel in die tiefen Atemwege gelangen und die Lunge mechanisch reizen. Um deine Gesundheit langfristig zu schützen und Reizungen zu vermeiden, solltest du bei jeder Staubapplikation konsequent eine FFP2-Maske und eine Schutzbrille tragen.

Wie erkenne ich, ob die Schaderreger ausreichend mit dem Produkt in Kontakt gekommen sind?

Die Schädlinge müssen aktiv über den Staubbelag laufen, damit sich die Kieselgur-Partikel an ihrem Körper festsetzen können. Bringe das Pulver daher gezielt in Ritzen, Spalten, Laufwege und potenzielle Verstecke aus. Ein gleichmäßiger, dünner weißer Schleier auf den Oberflächen ist ideal; zu dicke Haufen werden von den Insekten oft gemieden und umgangen.