SilicoSec
SilicoSec ist ein hochwirksames, rein physikalisch wirkendes Pflanzenschutzmittel der Biofa GmbH, das speziell für den Vorratsschutz und die Hygiene in leeren Räumen (Kulturkürzel: YRAUM) wie Getreidesilos, Lagerhallen und Mühlen entwickelt wurde. Als natürliches Präparat besteht es zu 100 % aus Kieselgur (amorphes Siliziumdioxid) und ist als Formulierung eines Stäubepulvers etabliert. Es bietet eine rückstandsfreie und biologische Alternative zu chemisch-synthetischen Insektiziden im Lagerbereich.
Das Einsatzspektrum umfasst ein breites Spektrum an kriechenden Schaderregern, insbesondere vorratsschädliche Insekten (wie Kornkäfer, Reismehlkäfer) und Milben. Da die Wirkung auf einem rein mechanischen Prinzip beruht, eignet sich SilicoSec hervorragend für den Einsatz im ökologischen Landbau sowie in sensiblen Bereichen der Lebens- und Futtermittelverarbeitung, in denen chemische Rückstände strikt vermieden werden müssen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkungsweise von SilicoSec basiert auf einem rein physikalisch-mechanischen Effekt der Kieselgur (Diatomeenerde). Die feinen, scharfkantigen Siliziumdioxid-Partikel lagern sich an der Körperoberfläche der Schaderreger an. Durch den direkten Kontakt absorbieren die Partikel die schützende Wachsschicht (Cuticula) der Insekten und Milben. Dieser Entzug der schützenden Lipidschicht führt zu einer irreversiblen Perforation der Außenhaut, wodurch die Schaderreger innerhalb weniger Tage unaufhaltsam austrocknen. Da es sich um keinen biochemischen Eingriff in das Nervensystem oder den Stoffwechsel handelt (keine IRAC-Klassifizierung im klassischen Sinne), ist die Wirkung unabhängig von der Temperatur und dem physiologischen Zustand des Schädlings.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsmechanismus durch Dehydration ist die Entstehung von Resistenzen bei den Zielorganismen (Insekten und Milben) praktisch ausgeschlossen. SilicoSec eignet sich daher ideal als Baustein im integrierten Vorratsschutz und Resistenzmanagement, um bestehende Resistenzen gegen synthetische Wirkstoffe zu brechen und die Wirksamkeit chemischer Behandlungsstrategien langfristig zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da SilicoSec als trockenes Stäubepulver oder im Nassspritzverfahren (als Suspension) in leeren Räumen ausgebracht wird, sind Tankmischungen mit klassischen flüssigen Pflanzenschutzmitteln in der Praxis unüblich und nicht empfohlen. Bei einer Nassapplikation ist auf eine ausreichende Rührleistung der Spritze zu achten, um ein Absetzen der unlöslichen Kieselgur-Partikel zu verhindern. Nach der Anwendung sollten alle Geräte gründlich mit klarem Wasser gespült werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Da es sich um ein feines Pulver handelt, steht beim Anwenderschutz die Vermeidung von Staubbildung im Vordergrund. Das Tragen einer Atemschutzmaske (mindestens FFP2) sowie einer Schutzbrille ist bei der Ausbringung zwingend erforderlich, um Reizungen der Atemwege und Augen zu vermeiden. Da die Anwendung ausschließlich in leeren Räumen und geschlossenen Lagern erfolgt, besteht kein direktes Risiko für Nichtzielorganismen wie Bienen, Regenwürmer oder aquatische Ökosysteme im Freiland.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Räume | Insekten | — | 10 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
| Räume | Insekten | — | 10 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
| Räume | Milben | — | 10 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
| Räume | Milben | — | 10 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
| Räume | Milben | — | 10 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
| Räume | Insekten | — | 10 GRAM_PER_SQUARE_METER | — |
Häufige Fragen
Wie wird SilicoSec in leeren Lagerräumen am besten ausgebracht?
SilicoSec kann entweder trocken als Stäubepulver mit geeigneten Stäubegeräten oder im Nassspritzverfahren ausgebracht werden. Bei der Nassapplikation wird das Pulver in Wasser suspendiert und auf die Oberflächen gespritzt; nach dem Antrocknen bildet sich ein hochwirksamer, gleichmäßiger weißer Staubbelag.
Beeinträchtigt Feuchtigkeit die Wirksamkeit von SilicoSec?
Ja, eine hohe Luftfeuchtigkeit oder direkte Nässe mindert die physikalische Wirkung vorübergehend, da die Kieselgur-Partikel dann kein Wachs mehr von der Cuticula der Schaderreger aufsaugen können. Sobald der Belag jedoch wieder vollständig abtrocknet, ist die volle Wirksamkeit wiederhergestellt.
Gibt es eine Wartezeit zwischen der Behandlung und der Einlagerung von Getreide?
Da SilicoSec in leeren Räumen angewendet wird und auf einem natürlichen, ungiftigen Mineral basiert, gibt es keine klassische chemische Wartezeit. Die Einlagerung des Ernteguts kann erfolgen, sobald der Spritzbelag vollständig abgetrocknet ist und sich der Staub gelegt hat.
Warum ist der Atemschutz bei der Anwendung von SilicoSec so wichtig?
Kieselgur besteht aus feinsten Siliziumdioxid-Partikeln. Das Einatmen des Staubs kann zu mechanischen Reizungen der Atemwege führen. Bei regelmäßiger, ungeschützter Exposition besteht das Risiko einer Silikose. Daher ist das Tragen einer Staubmaske (mindestens FFP2) obligatorisch.
Kann SilicoSec auch direkt auf das Getreide aufgebracht werden?
Die hier beschriebene Zulassung bezieht sich spezifisch auf die Behandlung von leeren Räumen (YRAUM). Für die direkte Beimischung zum Erntegut müssen die jeweils aktuell zugelassenen Anwendungsbestimmungen und spezifischen Produktvarianten der BVL-Zulassung beachtet werden.
Wie lange bleibt der Schutzbelag in den Lagerräumen aktiv?
Der physikalische Schutzbelag von SilicoSec baut sich biologisch oder chemisch nicht ab. Solange der Belag mechanisch nicht entfernt wird (z. B. durch Abkehren oder starke Luftströme) und trocken bleibt, behält er seine volle Wirksamkeit gegen Schaderreger über viele Monate.