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OTHER · Corteva Agriscience Germany GmbH

SIMPLEX

BVL Zul.-Nr. 025702-00

SIMPLEX von Corteva Agriscience ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid, das speziell für den professionellen Einsatz auf Wiesen und Weiden (Dauergrünland) entwickelt wurde. Als flüssiges Konzentrat formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, um hartnäckige, tiefwurzelnde zweikeimblättrige Unkräuter nachhaltig zu regulieren. Es hat sich im modernen Grünlandmanagement als Standardlösung etabliert, um die Futterqualität zu sichern und wertvolle Futtergräser vor der Verdrängung zu schützen.

Das Wirkungsspektrum von SIMPLEX deckt ein breites Band an ertragsmindernden und teils für Nutztiere giftigen Schaderregern ab. Besonders hervorzuheben ist die exzellente Wirkung gegen ausdauernde Problemunkräuter wie die Acker-Kratzdistel, verschiedene Ampfer-Arten sowie die Große Brennnessel. Durch die schnelle Verteilung im Saftstrom der Pflanzen werden auch die unterirdischen Wurzelorgane erfasst, was einen Wiederaustrieb effektiv unterbindet.

Wirkstoffe

Aminopyralid
36 g/L · Wirkstoff
Fluroxypyr
144 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von SIMPLEX basiert auf der synergistischen Kombination der Wirkstoffe Aminopyralid und Fluroxypyr. Beide Wirkstoffe gehören zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine) und wirken als Wuchsstoffherbizide. Sie imitieren das pflanzeneigene Phytohormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was bei den empfindlichen zweikeimblättrigen Unkräutern zu einem unkontrollierten, physiologischen Überwachstum führt. Nach der Aufnahme über das Blattwerk werden die Wirkstoffe rasch systemisch in der gesamten Pflanze transportiert – sowohl akropetal in die Triebspitzen als auch basipetal in das weitreichende Wurzelsystem. Dies führt zu charakteristischen Wuchsstoff-Symptomen wie Verkrümmungen der Stängel und Blätter (Epinastie), gefolgt von einer Wachstumshemmung, Gewebenekrosen und dem schrittweisen Absterben des gesamten Unkrauts inklusive der Wurzeln.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielunkräutern zu minimieren, sollte SIMPLEX in ein integriertes Grünlandmanagement eingebettet werden. Da beide Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 4 angehören, empfiehlt es sich, in mehrjährigen Rotationsprogrammen oder bei aufeinanderfolgenden Behandlungen Wirkstoffe mit anderen Wirkungsmechanismen einzusetzen. Zudem unterstützen mechanische Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Nachmähen, eine gezielte Nachsaat von Lücken und eine ausgewogene Düngung die Konkurrenzkraft der Gräsernarbe, wodurch der Selektionsdruck auf die Schaderreger deutlich reduziert wird.

Mischbarkeit & Tankmischung

SIMPLEX zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit gängigen Grünlandherbiziden sowie Flüssigdüngern aus. Zur Optimierung der Benetzung auf behaarten oder stark wachsartigen Blattoberflächen (wie bei der Acker-Kratzdistel) kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels die Wirkstoffaufnahme beschleunigen. Bei der Zubereitung der Spritzbrühe ist auf eine ausreichende Wassermenge zu achten, um eine lückenlose Benetzung der Unkräuter zu gewährleisten. Extrem hartes Wasser oder sehr niedrige Wassertemperaturen sollten vermieden werden, um die physikalische Stabilität der Mischung nicht zu beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SIMPLEX ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden. Zudem ist auf abdriftmindernde Düsen zu achten, um angrenzende Saumbiotope vor Wuchsstoffschäden zu schützen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wiesen, WeidenAcker-Kratzdistel, Große Brennnessel, Ampfer-Arten10 LITER_PER_1000_LITER_WATER7T
Wiesen, WeidenAmpfer-Arten2 LITER_PER_HECTARE7T
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit SIMPLEX gegen Ampfer-Arten?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr oder Spätsommer, wenn sich die Ampfer-Pflanzen im aktiven Wachstum befinden, aber noch keinen Blütenstängel geschoben haben (idealerweise im Rosettenstadium bei einer Wuchshöhe von ca. 15–25 cm). Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Wurzeln besonders stark, was die systemische Wirkung maximiert.

Wie lange muss nach der Anwendung von SIMPLEX mit dem Weidegang oder Schnitt gewartet werden?

Die gesetzliche Wartezeit für die Nutzung als Weide oder für die Futtergewinnung (Heu/Silage) beträgt 7 Tage. Es wird jedoch dringend empfohlen, bei der Bekämpfung giftiger Unkräuter wie dem Jakobskreuzkraut zu warten, bis diese vollständig abgestorben und vertrocknet sind, da sie auch im welken Zustand für Weidetiere gefährlich sein können.

Gibt es Einschränkungen bei der Verwendung von Mist oder Gülle nach einer SIMPLEX-Behandlung?

Ja, der Wirkstoff Aminopyralid baut sich im tierischen Magen-Darm-Trakt nicht ab. Mist oder Gülle von Tieren, die auf behandelten Flächen geweidet haben oder mit behandeltem Futter gefüttert wurden, dürfen nur auf Grünland oder für den Anbau von Getreide und Mais ausgebracht werden. Sie dürfen keinesfalls im Gemüsebau, im Weinbau oder auf Flächen für empfindliche Kulturen (wie Leguminosen oder Kartoffeln) verwendet werden.

Kann SIMPLEX auch auf neu angesäten Wiesen (Neuansaaten) eingesetzt werden?

Nein, SIMPLEX sollte ausschließlich auf etabliertem Dauergrünland angewendet werden. Junge Gräser und insbesondere frisch eingesäte Leguminosen (wie Klee oder Luzerne) im Ansaatjahr reagieren extrem empfindlich auf die enthaltenen Wuchsstoffe und können stark geschädigt werden. Klee im Bestand wird durch die Behandlung in der Regel vollständig abgetötet.

Welche Witterungsbedingungen sind für die Spritzung von SIMPLEX optimal?

Für eine optimale Wirkung sind wüchsige Wetterbedingungen mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C ideal. Die Unkräuter müssen aktiv assimilieren, um die Wirkstoffe aufzunehmen und zu transportieren. Vermeiden Sie Anwendungen bei Frostgefahr, extremer Trockenheit oder wenn unmittelbar nach der Behandlung (innerhalb von 2 Stunden) Regen zu erwarten ist.

Wie verhält sich SIMPLEX gegenüber Kleearten im Grünlandbestand?

Da SIMPLEX ein hochwirksames Herbizid gegen zweikeimblättrige Pflanzen ist, werden Kleearten (wie Weißklee und Rotklee) sowie andere Leguminosen im Bestand miterfasst und stark geschädigt oder vollständig vernichtet. Wenn ein hoher Kleeanteil im Grünland erwünscht ist, muss nach der Behandlung eine gezielte Nachsaat erfolgen, sobald die Wirkstoffrückstände im Boden abgebaut sind.