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OTHER · AgroFresh Holding France S.A.S.

SmartFresh

BVL Zul.-Nr. 045638-00

SmartFresh ist ein weltweit etabliertes und hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Qualitätssicherung und Haltbarkeitsverlängerung von geernteten Kulturen im Lager. Als innovativer Wachstumsregulator basiert das Produkt auf dem Wirkstoff 1-Methylcyclopropen (1-MCP) und wird vor allem im Nacherntebereich eingesetzt, um den natürlichen Reifeprozess von Kernobst gezielt zu verzögern.

Die Formulierung ist darauf ausgelegt, in geschlossenen Lager- und Kühlräumen gasförmig freigesetzt zu werden. Dadurch wird eine lückenlose Verteilung im gesamten Lagervolumen gewährleistet. SmartFresh besetzt eine Schlüsselrolle im modernen Lagermanagement, da es die Fruchtfestigkeit erhält, den Säureabbau verlangsamt und physiologische Lagerkrankheiten wie die Schalenbräune effektiv minimiert.

Durch den Schutz vor vorzeitiger Alterung der Früchte ermöglicht das Mittel eine signifikante Verlängerung der Vermarktungsfenster. Erzeuger und Lagerhalter können so flexibler auf Marktschwankungen reagieren und die hohe Qualität der Ernteprodukte über Monate hinweg aufrechterhalten.

Wirkstoffe

1-Methylcyclopropen
33 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff 1-Methylcyclopropen (1-MCP) blockiert hochaffinitiv die Ethylen-Rezeptoren in den Pflanzenzellen. Ethylen ist das natürliche Phytohormon, das den Reifeprozess und die Seneszenz (Alterung) von Früchten initiiert und steuert. Indem sich 1-MCP irreversibel an diese Rezeptoren bindet, wird die Signaltransduktion von Ethylen unterbrochen. Die Kultur nimmt das umgebende oder selbst produzierte Ethylen nicht mehr wahr. Diese Blockade führt dazu, dass die physiologischen Prozesse der Fruchtreife – wie der Abbau von Chlorophyll, die Erweichung des Fruchtfleisches und die Umwandlung von Stärke in Zucker – drastisch verlangsamt werden. Erst wenn die Früchte aus dem Lager genommen werden und im Laufe der Zeit neue Ethylen-Rezeptoren bilden, setzt der Reifeprozess langsam wieder ein.

Resistenzmanagement

Da es sich bei SmartFresh um einen physiologischen Regulator und nicht um ein Fungizid oder Insektizid handelt, besteht kein klassisches Risiko für eine Resistenzbildung durch Schaderreger. Ein Resistenzmanagement im herkömmlichen Sinne ist daher nicht erforderlich. Um jedoch eine optimale Wirkung zu sichern und physiologischen Fehlentwicklungen vorzubeugen, sollte die Anwendung stets in ein ganzheitliches Qualitätsmanagement integriert werden, das eine exakte Kontrolle der Lagertemperatur, der Luftfeuchtigkeit und der kontrollierten Atmosphäre (CA/ULO-Lagerung) umfasst.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der speziellen Anwendungsform als Gas in hermetisch abgedichteten Lagerräumen ist eine physikalische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern technisch ausgeschlossen und nicht vorgesehen. Das Produkt wird solo über spezielle Applikationssysteme im geschlossenen Raum ausgebracht. Eine Kombination mit anderen Nacherntebehandlungen (wie z. B. bestimmten Tauch- oder Spritzbehandlungen vor der Einlagerung) sollte zeitlich versetzt erfolgen, wobei stets auf die vollständige Ernteabtrocknung vor der Begasung zu achten ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Da die Anwendung ausschließlich in geschlossenen, gasdichten Räumen erfolgt, ist das Risiko für Nichtzielorganismen wie Bienen, Vögel oder Bodenlebewesen im Freiland als vernachlässigbar einzustufen. Für den Anwender steht der Eigenschutz im Vordergrund: Das Betreten der Begasungsräume während der Behandlung ist strengstens untersagt. Nach Ablauf der vorgeschriebenen Einwirkzeit müssen die Lagerräume gründlich gelüftet werden, bevor sie für Sortier- oder Transportarbeiten wieder freigegeben werden. Die nationalen Sicherheitsauflagen und Atemschutzvorgaben bei der Systemvorbereitung sind strikt zu beachten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von SmartFresh nach der Ernte?

Die Behandlung sollte so schnell wie möglich nach der Ernte erfolgen, idealerweise innerhalb von 2 bis 7 Tagen. Die Früchte müssen sich in einem physiologisch empfänglichen Zustand befinden, bevor die Eigenproduktion von Ethylen stark ansteigt.

Wie lange müssen die Lagerräume nach der Ausbringung verschlossen bleiben?

Für eine optimale Wirkung von SmartFresh müssen die behandelten Lagerräume für mindestens 24 Stunden hermetisch verschlossen bleiben. In dieser Zeit dringt das Gas vollständig in das Gewebe der Früchte ein und besetzt die Rezeptoren.

Kann SmartFresh auch bei Früchten angewendet werden, die nicht im CA-Lager (Controlled Atmosphere) gelagert werden?

Ja, eine Anwendung ist auch in normalen Kühllagern möglich und bringt dort erhebliche Vorteile bei der Festigkeitserhaltung. Die Kombination mit einer kontrollierten Atmosphäre (CA/ULO) maximiert jedoch die Haltbarkeit und die Synergieeffekte.

Beeinflusst die Behandlung den Geschmack oder das Aroma der Früchte dauerhaft?

Nein, die Blockade der Ethylen-Rezeptoren ist temporär. Sobald die Früchte aus dem Lager in wärmere Bedingungen gebracht werden, bilden sie neue Rezeptoren, wodurch der natürliche Reifeprozess reaktiviert wird und sich das sortentypische Aroma voll entfaltet.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für die Nacherntebehandlung?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur aus und filtern Sie nach dem Anwendungsbereich „Nachernte“ oder dem Schaderreger/Anwendungszweck, um alle in Deutschland registrierten Optionen anzuzeigen.

Welche baulichen Voraussetzungen müssen für die Anwendung erfüllt sein?

Der Lagerraum muss absolut gasdicht sein, um ein Entweichen des Wirkstoffs während der 24-stündigen Einwirkzeit zu verhindern. Zudem muss eine ausreichende Luftzirkulation im Raum gewährleistet sein, damit sich das freigesetzte Gas gleichmäßig verteilt.