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Sonstige · Arysta LifeScience Benelux Sprl.

SYLLIT

BVL Zul.-Nr. 025427-00

SYLLIT ist ein hochwirksames Fungizid, das als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert ist und sich als Standardlösung im professionellen Obstbau etabliert hat. Das Pflanzenschutzmittel ist speziell für den Schutz von Kern- und Steinobst konzipiert und bietet eine herausragende Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten. Zu den Hauptschaderregern gehören die Kräuselkrankheit (Taphrina deformans) an Pfirsichen, die Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii) an Kirschen sowie Schorf (Venturia spp.) an Kernobst.

Durch seine hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche bietet das Produkt einen langanhaltenden Schutzfilm, der auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen im Frühjahr stabil bleibt. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Dosierung, eine schnelle Verteilung im Spritztank und eine gleichmäßige Benetzung der behandelten Kulturen, was für eine lückenlose Abdeckung der sensiblen Pflanzenteile entscheidend ist.

Wirkstoffe

Dodin
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in SYLLIT enthaltene Wirkstoff Dodin gehört zur chemischen Gruppe der Guanidine (FRAC-Gruppe U12). Dodin besitzt einen einzigartigen, primär protektiven und kurativen Wirkungsmechanismus: Es fungiert als kationisches Tensid, das die Durchlässigkeit der pilzlichen Zellmembranen stört. Der Wirkstoff lagert sich in die Lipiddoppelschicht der Zellmembran des Schaderregers ein, was zu einem unkontrollierten Austritt von essenziellen Zellbestandteilen und schließlich zum schnellen Absterben der Pilzzelle führt. Zusätzlich hemmt Dodin die Sporenkeimung und verhindert das Eindringen des Pilzes in das Pflanzengewebe. Da der Wirkstoff auch eine lokalsystemische und tiefenwirksame Komponente besitzt, können bereits stattgefundene Infektionen in einem frühen Stadium effektiv gestoppt werden. Diese Kombination aus physikalisch-chemischer Membranstörung und exzellenter Kälteeffizienz macht das Mittel besonders wertvoll für die ersten Behandlungen im Jahr.

Resistenzmanagement

Da Dodin der FRAC-Gruppe U12 angehört, weist es einen spezifischen Wirkungsmechanismus auf, für den im Vergleich zu anderen Wirkstoffklassen ein geringes bis mittleres Resistenzrisiko besteht. Um die langfristige Wirksamkeit zu sichern, solltest du SYLLIT unbedingt im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Triazolen, Strobilurinen oder Kontaktfungiziden mit Multi-Site-Wirkung) einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Blockbehandlungen und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

SYLLIT ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Aufgrund seiner tensidartigen Eigenschaften solltest du jedoch von Mischungen mit stark alkalischen Produkten, Schwefelkalk oder bestimmten ölhaltigen Formulierungen absehen, da dies zu Ausfällungen im Tank oder zu Phytotoxizität an den Kulturen führen kann. Führe vor jeder geplanten Tankmischung eine physikalische Verträglichkeitsprobe in einem kleinen Gefäß durch und achte darauf, dass das Rührwerk deines Spritzgeräts während des gesamten Misch- und Ausbringungsvorgangs aktiv bleibt.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SYLLIT ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen, Schutzanzug und Augenschutz, beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation unerlässlich. Um Gewässerorganismen und Nichtzielorganismen zu schützen, musst du Abdrift auf angrenzende Flächen und Gewässer konsequent vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse vorgegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des Bienenflugs in den Abendstunden, insbesondere wenn die behandelten Kulturen oder Unterkulturen blühen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
PfirsichKräuselkrankheit (Taphrina deformans)51–510.625 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
SüßkirscheSprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii)71–790.625 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
SauerkirscheSprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii)71–790.625 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
KernobstSchorf (Venturia spp.)0.625 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT60T

Häufige Fragen

Wie optimierst du den Behandlungszeitpunkt gegen die Kräuselkrankheit beim Pfirsich?

Die Behandlung gegen die Kräuselkrankheit (Taphrina deformans) muss extrem früh erfolgen. Der optimale Zeitpunkt liegt beim Knospenschwellen (BBCH 01–05), noch bevor sich die Knospenschuppen öffnen. Sobald die grünen Blattspitzen sichtbar sind, ist es oft schon zu spät, da der Pilz mit dem ersten Schmelz- oder Regenwasser in die sich öffnende Knospe geschwemmt wird.

Warum ist SYLLIT besonders wertvoll für deine frühen Behandlungen im Frühjahr?

Im Gegensatz zu vielen systemischen Fungiziden, die für eine optimale Aufnahme und Wirkung wärmere Temperaturen benötigen, ist der Wirkstoff Dodin auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen voll wirksam. Das macht SYLLIT zu einem idealen Partner für die ersten Schorf- und Kräuselkrankheits-Behandlungen im März und April.

Was musst du beim Anmischen von SYLLIT bezüglich der Wasserqualität beachten?

Dodin kann in sehr hartem Wasser oder bei extrem niedrigen Wassertemperaturen schwerer in Lösung gehen. Befülle den Tank zuerst mit der Hälfte des benötigten Wassers, starte das Rührwerk, gib SYLLIT langsam hinzu und fülle dann den Rest des Wassers auf. Vermeide extrem kaltes Brunnenwasser, um Ausfällungen zu verhindern.

Kannst du SYLLIT auch dann noch einsetzen, wenn bereits erste Schorfsymptome sichtbar sind?

Obwohl Dodin eine ausgeprägte kurative (stoppende) Wirkung besitzt, solltest du SYLLIT primär präventiv oder unmittelbar nach einer nachgewiesenen Infektion (innerhalb von 24–48 Stunden) einsetzen. Bei sichtbarem Befall ist das Risiko für eine Resistenzbildung deutlich erhöht, weshalb hier Mischungen mit anderen Wirkstoffklassen ratsam sind.

Wie integrierst du SYLLIT am besten in dein Antiresistenzmanagement?

Da Dodin zur FRAC-Gruppe U12 gehört, solltest du das Produkt gezielt an Schlüsselpositionen der Spritzfolge einsetzen – vorzugsweise in den frühen BBCH-Stadien. Wechsle danach auf Wirkstoffe mit anderen Wirkungsmechanismen (z. B. SDHI, Strobilurine oder klassische Kontaktmittel), um den Selektionsdruck zu minimieren.