Systiva
Systiva ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel von BASF, das als flüssiges Beizmittel direkt auf das Saatgut appliziert wird. Im Gegensatz zu klassischen Blattspritzungen bietet dieses Produkt einen lückenlosen Schutz von der Aussaat an und etabliert sich als starkes Fundament im modernen Ackerbau. Es schützt die jungen Kulturen bereits in den sensiblen frühen Entwicklungsstadien vor einer Vielzahl von wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern.
Durch die systemische Verteilung des Wirkstoffs in der Keimpflanze werden sowohl samen- und bodenbürtige Pilzerkrankungen als auch frühe Blattinfektionen effektiv unterdrückt. Dies sichert einen gleichmäßigen Feldaufgang, kräftige Wurzeln und vitale Bestände von Anfang an, wodurch der Bedarf an frühen Folgespritzungen im Frühjahr deutlich reduziert werden kann.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Fluxapyroxad gehört zur chemischen Klasse der Carboxamide und ist in die FRAC-Gruppe 7 (SDHI – Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren) eingestuft. Er greift gezielt in den Atmungsprozess der Schadpilze ein, indem er den Komplex II (Succinat-Dehydrogenase) in der mitochondrialen Elektronentransportkette blockiert. Dies entzieht den Pilzzellen die lebensnotwendige Energie und stoppt das Myzelwachstum sowie die Sporenkeimung. Dank seiner hervorragenden systemischen Eigenschaften wird Fluxapyroxad nach der Keimung kontinuierlich über die Wurzeln aufgenommen und mit dem Saftstrom in die neu wachsenden Blätter transportiert. Diese langanhaltende Umverteilung sorgt für einen dauerhaften Schutz der jungen Kultur, selbst bei starkem Infektionsdruck in den ersten BBCH-Stadien.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber SDHI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 7) zu minimieren, solltest du ein konsequentes Antiresistenzmanagement betreiben. Da Systiva bereits beim Saatgut eingesetzt wird, ist bei nachfolgenden Blattbehandlungen in derselben Saison unbedingt auf Wirkstoffe mit anderen Wirkungsmechanismen (z. B. Triazole aus der FRAC-Gruppe 3 oder Strobilurine aus der FRAC-Gruppe 11) zu achten. Vermeide aufeinanderfolgende Anwendungen von SDHI-Wirkstoffen im weiteren Vegetationsverlauf, um die Selektion resistenter Pilzstämme nachhaltig zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Als Beizmittel wird Systiva in der Regel in professionellen Saatgutbehandlungsanlagen appliziert. Es ist physikalisch gut mischbar mit anderen gängigen Beizmitteln, wie beispielsweise insektiziden Beizen oder ergänzenden Fungiziden zur Absicherung gegen spezifische bodenbürtige Schaderreger. Bei der Herstellung von Beizmischungen solltest du stets auf eine gleichmäßige Benetzung des Saatguts und eine ausreichende Wasserqualität achten, um Abrieb zu minimieren und die Fließfähigkeit des Saatguts in der Sämaschine nicht zu beeinträchtigen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sowie beim Befüllen der Sämaschine mit behandeltem Saatgut ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Atemschutzmaske gegen Staub) unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme, Staubentwicklung bei der Aussaat strikt zu vermeiden, um Nichtzielorganismen zu schützen. Verwende moderne Sämaschinen mit zertifizierter Abdriftminderungstechnik, um den Eintrag von gebeiztem Staub in umliegende Biotope und Gewässer zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wirkt Systiva im Vergleich zu einer klassischen Blattbehandlung?
Systiva wird direkt auf das Saatgut aufgetragen und schützt die Kultur systemisch von der Keimung an. Dadurch sparst du dir die oft zeitkritische erste Blattbehandlung im frühen Frühjahr, da der Wirkstoff kontinuierlich mit dem Wachstum in die neuen Blätter transportiert wird.
Worauf musst du bei der Aussaat von mit Systiva behandeltem Saatgut achten?
Achte darauf, dass die Aussaat mit moderner, abdriftmindernder Technik erfolgt, um Staubentwicklung zu minimieren. Das Saatgut muss vollständig in den Boden eingebracht werden, damit keine Vögel oder Kleinsäuger die gebeizten Körner aufnehmen können.
Kann ich nach einer Systiva-Behandlung im Frühjahr ein SDHI-Fungizid spritzen?
Aus Gründen des Antiresistenzmanagements solltest du bei den folgenden Blattbehandlungen auf Wirkstoffe aus anderen FRAC-Klassen (wie Triazole oder Strobilurine) setzen. Vermeide es, direkt nach einer Systiva-Beizung im Frühjahr erneut ein reines SDHI-Fungizid als Blattspritzung auszubringen.
Wie lange hält die Schutzwirkung von Systiva nach der Aussaat an?
Die systemische Schutzwirkung erstreckt sich über die gesamte Phase des Auflaufens und der Bestockung bis weit in das Schossen hinein. Sie schützt die jungen Kulturen zuverlässig in den kritischen ersten Monaten, in denen herkömmliche Spritzungen oft witterungsbedingt nicht möglich sind.
Beeinträchtigt die Behandlung mit Systiva die Keimfähigkeit des Saatguts?
Nein, bei sachgerechter Anwendung und Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen hat Systiva keinen negativen Einfluss auf die Keimfähigkeit oder Triebkraft des Saatguts. Es fördert im Gegenteil oft eine vitale Jugendentwicklung und ein kräftiges Wurzelwachstum.
Wie lagere ich Saatgut, das mit Systiva behandelt wurde?
Lagere das behandelte Saatgut stets kühl, trocken und gut belüftet. Schütze es vor direkter Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit und stelle sicher, dass es für Unbefugte, Nutztiere und Wildtiere absolut unzugänglich aufbewahrt wird.