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OTHER · BASF SE

Systiva

BVL Zul.-Nr. 00A722-00

Systiva von BASF ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung, das einen lückenlosen Schutz von Anfang an bietet. Als flüssiges Konzentrat zur Saatgutbehandlung (FS) formuliert, setzt das Produkt neue Maßstäbe im Segment der Beizmittel, da es den Schutz direkt auf das Korn bringt und somit klassische frühe Blattspritzungen im Frühjahr oft überflüssig macht oder zeitlich deutlich nach hinten verschiebt.

Der enthaltene Wirkstoff Fluxapyroxad zeichnet sich durch eine hervorragende Systemizität aus. Nach der Keimung wird der Wirkstoff kontinuierlich über die Wurzeln aufgenommen und in die heranwachsenden Blätter transportiert. Dies sichert einen langanhaltenden Schutz der jungen Kultur gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger, insbesondere pilzlicher Erreger in Getreidekulturen.

Durch diese frühe Protektion wird die Vitalität der Kultur von Beginn an gestärkt. Landwirte profitieren von einer verbesserten Standfestigkeit, einer optimierten Bestockung und einer gesteigerten Stresstoleranz gegenüber abiotischen Faktoren wie Trockenheit oder Kälte, was die Basis für ein hohes Ertragspotenzial legt.

Wirkstoffe

Fluxapyroxad
333 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Fluxapyroxad gehört zur chemischen Klasse der Carboxamide (SDHI) und ist in die FRAC-Gruppe 7 eingestuft. Die biochemische Wirkung basiert auf der Hemmung des Enzyms Succinat-Dehydrogenase im Komplex II der mitochondrialen Atmungskette der Pilze. Durch diese Blockade wird die Energieversorgung (ATP-Synthese) des Schaderregers unterbrochen, was zu einem schnellen Wachstumsstopp des Pilzmyzels führt. Dank seiner ausgeprägten Mobilität in der Kultur verteilt sich der Wirkstoff akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben gerichtet. Dies gewährleistet, dass auch neu zuwachsende Pflanzenteile in den kritischen ersten BBCH-Stadien kontinuierlich geschützt werden, noch bevor herkömmliche Blattfungizide appliziert werden können.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung vorzubeugen, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement gemäß den FRAC-Richtlinien unerlässlich. Da Fluxapyroxad der Wirkstoffgruppe der SDHI (FRAC-Gruppe 7) angehört, sollte bei nachfolgenden Blattspritzungen in derselben Saison auf den Einsatz von Produkten mit demselben Wirkungsmechanismus verzichtet oder dieser streng limitiert werden. Der Wechsel zu Fungiziden mit anderen Wirkmechanismen, wie beispielsweise Azolen (DMI, FRAC-Gruppe 3) oder Strobilurinen (QoI, FRAC-Gruppe 11), sichert die langfristige Wirksamkeit dieser hochwirksamen Substanzklasse.

Mischbarkeit & Tankmischung

Als Saatgutbehandlungsmittel wird Systiva in der Regel direkt in professionellen Beizanlagen appliziert. Die Mischbarkeit mit gängigen Beizmitteln (z. B. zur Absicherung gegen boden- und samenbürtige Erreger wie Steinbrand oder Schneeschimmel) sowie speziellen Saatgut-Haftmitteln und Farbstoffen ist im Allgemeinen sehr gut. Bei der Herstellung von Beizmischungen ist auf eine gleichmäßige Benetzung des Saatguts und eine ausreichende Wasserqualität zu achten, um eine optimale Haftung und Staubminderung zu gewährleisten. Vor großflächiger Anwendung wird ein Mischungstest im kleinen Maßstab empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem behandelten Saatgut sowie während des Beizvorgangs ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Atemschutz bei Staubentwicklung, zwingend erforderlich. Um Nichtzielorganismen und die Umwelt zu schützen, muss das behandelte Saatgut vollständig in den Boden eingearbeitet werden; verschüttetes Saatgut ist sofort zu beseitigen, um eine Aufnahme durch Vögel oder Wildtiere zu verhindern. Das Produkt ist als umweltgefährlich eingestuft, weshalb strenge Auflagen zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen einzuhalten sind.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Kann Systiva mit anderen Beizmitteln kombiniert werden?

Ja, Systiva wird häufig in Kombination mit klassischen Beizmitteln eingesetzt, um das Wirkungsspektrum gegen boden- und samenbürtige Krankheiten (wie beispielsweise Schneeschimmel oder Flugbrand) abzurunden. Achten Sie bei der Mischung auf die Herstellerangaben zur maximalen Flüssigkeitsmenge pro Tonne Saatgut, um die physikalische Qualität der Beizung nicht zu beeinträchtigen.

Ersetzt die Anwendung von Systiva die komplette Fungizidstrategie im Frühjahr?

Systiva schützt die Kultur zuverlässig in den frühen BBCH-Stadien (oft bis zum Schossen, BBCH 31–32). Je nach Witterungsverlauf, Infektionsdruck und Anfälligkeit der Sorte kann im späteren Verlauf – insbesondere zur Absicherung des Fahnenblatts und der Ähre – eine gezielte Nachbehandlung mit einem Blattfungizid erforderlich sein.

Welche Vorteile bietet diese Saatgutbehandlung gegenüber einer frühen Blattspritzung?

Die Saatgutbehandlung wirkt unabhängig von den Witterungsbedingungen im frühen Frühjahr, wenn mangelnde Befahrbarkeit der Böden oder zu niedrige Temperaturen eine Feldspritzung oft verhindern. Zudem schont sie Nützlinge, spart Arbeitszeit im Frühjahr und schützt den Neuzuwachs kontinuierlich von innen heraus.

Was muss bei der Aussaat von mit Systiva behandeltem Saatgut beachtet werden?

Um den Abrieb von staubförmigen Partikeln während der Aussaat zu minimieren, sollten moderne Sämaschinen mit entsprechenden Deflektoren ausgestattet sein. Zudem ist eine vollständige und gleichmäßige Einbettung des Saatguts in den Boden wichtig, um Vögel und Kleinsäuger vor einer unbeabsichtigten Aufnahme zu schützen.

Wie wirkt sich Systiva auf die Keimfähigkeit des Saatguts aus?

Bei sachgerechter Anwendung und Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen hat Systiva keinen negativen Einfluss auf die Keimfähigkeit oder Triebkraft des Saatguts. Im Gegenteil: Durch den Schutz vor frühen Schaderregern wird ein gleichmäßiger, vitaler Feldaufgang und eine kräftige Wurzelentwicklung gefördert.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach Ihrer Kultur und dem spezifischen Schaderreger zu suchen. Dort erhalten Sie eine tagesaktuelle Übersicht aller in Deutschland (BVL) registrierten Produkte inklusive deren detaillierten Anwendungsbestimmungen.