Alle Mittel
OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Tilmor

BVL Zul.-Nr. 006855-00

Tilmor ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von Bayer CropScience, das speziell für den Einsatz im Winterraps (BRSNW) entwickelt wurde. Als Kombination aus zwei leistungsstarken Triazol-Wirkstoffen fungiert es sowohl als Fungizid zur Bekämpfung bedeutender Pilzkrankheiten als auch als Wachstumsregler zur Optimierung der Bestandesarchitektur. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und eine schnelle Aufnahme durch die Kultur.

Das primäre Einsatzspektrum im Herbst zielt auf die Verbesserung der Winterfestigkeit und die Bekämpfung der Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans). Durch das gezielte Einkürzen des Vegetationskegels wird verhindert, dass der Raps vor dem Winter übermäßig ins Kraut schießt, was das Risiko von Auswinterungsschäden drastisch reduziert. Im Frühjahr unterstützt Tilmor die Standfestigkeit der Kultur und schützt vor spätem Phoma-Befall.

Wirkstoffe

Prothioconazol
80 g/L · Wirkstoff
Tebuconazol
160 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die beiden enthaltenen Wirkstoffe, Prothioconazol und Tebuconazol, gehören zur chemischen Klasse der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Sie blockieren die Ergosterol-Biosynthese in den Zellmembranen der Pilze, was zu einem Wachstumsstopp und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Diese systemische Wirkung sichert einen langanhaltenden Schutz, da die Wirkstoffe in der Kultur transportiert und auch neu zuwachsende Pflanzenteile geschützt werden. Neben der fungiziden Wirkung besitzt insbesondere Tebuconazol ausgeprägte morphologische Effekte. Es greift regulierend in den Phytohormonhaushalt der Kultur ein, indem es die Gibberellinsynthese hemmt. Dies führt zu einem kompakteren Wuchs, einer tieferen Lage des Vegetationskegels im Herbst und einer verbesserten Verzweigung sowie erhöhten Standfestigkeit im Frühjahr.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe der FRAC-Gruppe 3 (DMI) angehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich, um die langfristige Wirksamkeit zu sichern. Um der Selektion resistenter Pilzstämme (insbesondere bei Leptosphaeria maculans) vorzubeugen, sollte Tilmor im Rahmen einer integrierten Spritzfolge eingesetzt werden. Dies beinhaltet den abwechselnden Einsatz mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. SDHI oder Strobilurinen) sowie die strikte Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und maximalen Anwendungshäufigkeiten pro Saison.

Mischbarkeit & Tankmischung

Tilmor zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden (z. B. gegen den Rapserdfloh oder Rapsstängelrüssler) und Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (üblicherweise 200–400 l/ha) und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimiert ist. Bei extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr sollte von Behandlungen in Mischungen abgesehen werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die länderspezifischen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten direkte Kontakte mit blühenden Beständen oder Unkräutern im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes verantwortungsvoll gemanagt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsStandfestigkeit12–591.2 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)12–591.2 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWinterfestigkeit12–181.2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Herbstbehandlung mit Tilmor zur Förderung der Winterfestigkeit?

Die Behandlung sollte idealerweise im 4- bis 6-Blatt-Stadium des Rapses (BBCH 14–16) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Kultur ausreichend entwickelt, um den wachstumsregulierenden Effekt optimal aufzunehmen, wodurch der Vegetationskegel flach am Boden gehalten und die Einlagerung von Reservestoffen in die Wurzel gefördert wird.

Wie beeinflusst die Aufwandmenge von Tilmor die Einkürzung des Rapses im Frühjahr?

Im Frühjahr (BBCH 30–59) dient Tilmor primär der Standfestigkeit und der Bekämpfung von Phoma. Die zugelassene Aufwandmenge von 1,2 l/ha sorgt für eine ausgewogene Einkürzung der Haupttriebe, fördert die Nebentriebbildung und reduziert das Risiko von Lagerbildung vor der Blüte.

Kann Tilmor bei Frostgefahr im Spätherbst appliziert werden?

Nein, von einer Anwendung bei unmittelbarer Frostgefahr oder auf bereits frostgeschädigten Beständen wird abgeraten. Die Kultur benötigt für die Wirkstoffaufnahme und die physiologische Reaktion (Wachstumsregulierung) aktive Stoffwechselprozesse, die bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt stark verlangsamt sind.

Welche Rolle spielt die Kombination der beiden Triazole im Hinblick auf die Krankheitsbekämpfung?

Die Kombination aus Prothioconazol und Tebuconazol bietet ein breiteres und sichereres Wirkungsspektrum als die jeweiligen Einzelwirkstoffe. Während Tebuconazol eine schnelle Initialwirkung und starke Wachstumsregulierung zeigt, liefert Prothioconazol eine hervorragende Dauerwirkung und exzellente Protektion gegen Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans).

Wie verhält sich Tilmor bei einer Tankmischung mit Bor-Blattdüngern?

Tilmor ist physikalisch gut mit Bor-Düngern mischbar. Es wird empfohlen, zuerst das Wasser in den Tank zu füllen, dann den Bor-Dünger vollständig aufzulösen und anschließend Tilmor unter ständigem Rühren hinzuzufügen, um Ausfällungen zu vermeiden und eine homogene Spritzbrühe zu gewährleisten.