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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

TRESO

BVL Zul.-Nr. 00A069-00

TRESO ist ein hochwirksames Fungizid von Syngenta, das als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert ist. Es wurde speziell für den gezielten Schutz von Winterraps gegen die Sclerotinia-Stängelfäule (Weißstängeligkeit) entwickelt, die zu den wirtschaftlich bedeutendsten Krankheiten im Rapsanbau zählt. Durch seine spezialisierte Formulierung bietet das Produkt eine hervorragende Haftung auf den Pflanzenteilen.

Die Anwendung erfolgt in der kritischen Phase der Rapsblüte (BBCH 61–69). Da die Infektion mit Sclerotinia-Sporen primär über abfallende Blütenblätter erfolgt, die in den Blattachseln hängen bleiben, schützt TRESO die Kultur genau zum Zeitpunkt des höchsten Infektionsdrucks. Das Mittel sichert so die Ertragsleistung und die Standfestigkeit der Bestände ab.

Mit dem Wirkstoff Fludioxonil (500 g/kg) bringt TRESO eine bewährte und leistungsstarke Komponente in den Rapsanbau. Als Kontaktfungizid mit ausgeprägter Dauerwirkung bildet es einen schützenden Belag auf den behandelten Pflanzenteilen und verhindert zuverlässig das Eindringen des Schaderregers.

Wirkstoffe

Fludioxonil
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in TRESO enthaltene Wirkstoff Fludioxonil gehört zur chemischen Gruppe der Phenylpyrrole und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 12 klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der osmotischen Signaltransduktion (MAP-Kinase) im Pilz. Dies führt zu einer Störung des Transports von Kohlenhydraten und blockiert die Synthese wichtiger Zellwandbestandteile des Schaderregers. Durch diesen spezifischen biochemischen Eingriff wird die Sporenkeimung sowie das Wachstum des Keimschlauchs und des Myzels von Sclerotinia sclerotiorum effektiv unterbunden. Da Fludioxonil als reines Kontaktfungizid agiert und nicht systemisch in der Pflanze transportiert wird, verbleibt es als stabiler Schutzfilm auf den Blüten und Stängeln, um anfliegende Sporen direkt bei der Keimung abzutöten.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei Sclerotinia sclerotiorum vorzubeugen, solltest du TRESO unbedingt im Rahmen einer vorausschauenden Wirkstoffrotation einsetzen. Da Fludioxonil der FRAC-Gruppe 12 angehört, ist es ratsam, dieses Pflanzenschutzmittel pro Saison nur einmalig anzuwenden. Kombiniere oder wechsle TRESO in der Spritzfolge mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen ab, wie beispielsweise SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Triazolen (FRAC-Gruppe 3), um den Selektionsdruck zu minimieren und die Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffklasse langfristig zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

TRESO zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit aus. Du kannst das Produkt in der Regel problemlos mit gängigen Insektiziden (z. B. zur Bekämpfung von Kohlschotenrüsslern während der Blüte) sowie mit flüssigen Mikronährstoffdüngern kombinieren. Achte bei der Herstellung der Spritzbrühe darauf, TRESO als erste Komponente im fast vollständig mit Wasser gefüllten Tank vollständig aufzulösen, bevor du weitere Mischpartner hinzugibst. Vermeide extreme Tankmischungen mit stark alkalischen Produkten und bringe die Spritzbrühe stets zügig nach dem Ansetzen aus.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit TRESO ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (inklusive Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe) für den Anwenderschutz obligatorisch. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern solltest du die Anwendung generell in die späten Abendstunden verlegen, wenn kein aktiver Bienenflug mehr stattfindet, selbst wenn keine direkte Bienengefährlichkeit ausgewiesen ist. Achte zudem penibel darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik zu vermeiden, um aquatische Organismen und die Umwelt zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.75 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von TRESO im Raps?

Der optimale Behandlungszeitraum liegt in der Vollblüte (BBCH 65), wenn die ersten Blütenblätter abfallen. Da die Infektion durch Sclerotinia-Sporen meist über hängengebliebene Blütenblätter in den Blattachseln erfolgt, musst du TRESO präventiv ausbringen, bevor diese Infektionswege entstehen.

Wie wirkt TRESO auf die Sporen von Sclerotinia sclerotiorum?

TRESO wirkt als Kontaktfungizid mit langanhaltender Schutzwirkung. Der Wirkstoff Fludioxonil verhindert das Auskeimen der Pilzsporen und das Wachstum des Keimschlauchs auf der Pflanzenoberfläche. So wird verhindert, dass der Erreger überhaupt in das Pflanzengewebe eindringen kann.

Kann ich TRESO mit Insektiziden zur Schädlingsbekämpfung in der Blüte mischen?

Ja, eine Tankmischung mit zugelassenen Insektiziden ist in der Regel möglich, da der Anwendungszeitraum oft mit dem Auftreten von Schädlingen wie dem Kohlschotenrüssler in der Blüte zusammenfällt. Achte darauf, die Mischbarkeit vorab zu prüfen und die Anwendung vorzugsweise in den Abendstunden durchzuführen, um Bestäuber zu schonen.

Welche Rolle spielt die Wassermenge bei der Applikation von TRESO?

Für eine optimale Wirkung ist eine gründliche Benetzung der gesamten Kultur, insbesondere der Blattachseln und Stängel, entscheidend. Verwende daher eine ausreichende Wassermenge (üblicherweise 200 bis 400 l/ha) und achte auf eine feine bis mittlere Tropfenapplikation, um auch tiefere Bestandsschichten zu erreichen.

Wie integriere ich TRESO am besten in mein Antiresistenzmanagement?

Da TRESO den Wirkstoff Fludioxonil (FRAC-Gruppe 12) enthält, solltest du das Mittel nur einmal pro Saison einsetzen. Kombiniere oder wechsle es in der Spritzfolge mit Wirkstoffen aus anderen Klassen ab, wie beispielsweise Carboxamiden (SDHI) oder Azolen, um Selektionsdruck zu vermeiden.

Gibt es beim Einsatz von TRESO Einschränkungen bezüglich der Wartezeit?

Die Wartezeit ist durch die zugelassenen Anwendungsbedingungen und das späte BBCH-Stadium (bis BBCH 69) abgedeckt. Da die Behandlung spätestens am Ende der Blüte erfolgt, ist bis zur Ernte des Winterrapses ein ausreichender zeitlicher Abstand gewährleistet.