Triclo
Triclo ist ein hochwirksames Bodenherbizid von GLOBACHEM NV, das speziell für den Einsatz im Winterraps (BRSNW) entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert das Pflanzenschutzmittel drei bewährte Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an Schaderregern bereits im Keimschlauchstadium zu erfassen. Es dient als starkes Fundament für die Unkrautbekämpfung im Herbst und sichert der Kultur einen unkrautfreien Start.
Durch die Kombination von Clomazone, Metazachlor und Quinmerac deckt Triclo sowohl einjährige zweikeimblättrige Unkräuter als auch wichtige Ungräser ab. Besonders die Kombination gegen Problemunkräuter wie Klettenlabkraut sowie die Wirkung gegen Einjähriges Rispengras und Acker-Fuchsschwanz machen dieses Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Rapsanbau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirkung von Triclo basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel dreier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Clomazone (HRAC-Gruppe 13) hemmt die Carotinoid-Biosynthese der Keimlinge, was zu einer charakteristischen Aufhellung (Bleaching) führt. Der Wirkstoff wird hauptsächlich über die Wurzeln und Sprossachsen aufgenommen und akropetal transportiert. Metazachlor gehört zur HRAC-Gruppe 15 und blockiert die Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA), wodurch die Zellteilung und das Streckungswachstum der Schaderreger im Keimstadium unterbunden werden. Quinmerac (HRAC-Gruppe 4) wirkt als synthetisches Auxin, das den Hormonhaushalt der Unkräuter stört und insbesondere gegen Klettenlabkraut eine exzellente und nachhaltige Wirkung über den Boden und das Blatt entfaltet.
Resistenzmanagement
Dank der drei enthaltenen Wirkstoffe aus unterschiedlichen HRAC-Klassen (13, 15 und 4) bietet Triclo ein integriertes und hocheffektives Resistenzmanagement. Um der Entstehung resistenter Biotypen – insbesondere beim Acker-Fuchsschwanz – langfristig vorzubeugen, sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge eingesetzt werden. Ein Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in den Folgekulturen sowie der gezielte Einsatz von Nachauflauf-Graminiziden bei hohem Gräserdruck sichern die langfristige Wirksamkeit der Wirkstoffe.
Mischbarkeit & Tankmischung
Triclo zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit gängigen Vorauflauf-Partnern und Bodenhilfsstoffen aus. Für eine optimale Verteilung und Wirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Anwendungszeitpunkt entscheidend. Die Aufwandmenge sollte in 200 bis 400 l/ha Wasser ausgebracht werden, um einen gleichmäßigen Spritzfilm auf der Bodenoberfläche zu erzielen. Vor der Tankmischung mit Blattdüngern oder Zusatzstoffen wird eine Verträglichkeitsprüfung in Kleinmenge empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Triclo sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten. Aufgrund der Wirkstoffe Metazachlor und Clomazone gelten spezifische Anwendungsbestimmungen des BVL zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen, einschließlich Abdrifterminderungsklassen und einzuhaltender Pufferzonen zu Oberflächengewässern. Zudem sind die besonderen Anwendungsauflagen für Clomazone-haltige Pflanzenschutzmittel bezüglich Windgeschwindigkeiten, Temperaturgrenzen und Abständen zu Nachbarkulturen und Wohngebieten genauestens zu beachten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 2.25 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirksamkeit von Triclo?
Da Triclo primär als Bodenherbizid wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Aktivierung und Verteilung der Wirkstoffe im Bodenhorizont essenziell. Auf sehr trockenen Böden kann die Wirkung verzögert einsetzen; eine Anwendung kurz vor angekündigten Niederschlägen optimiert den Bekämpfungserfolg deutlich.
Welche speziellen Anwendungsauflagen gelten für Triclo aufgrund des Clomazone-Anteils?
In Deutschland schreibt das BVL für Clomazone-haltige Pflanzenschutzmittel strenge Auflagen zur Vermeidung von Abdrift vor. Dazu gehören die Verwendung abdriftmindernder Düsen (mindestens 90 %), maximale Windgeschwindigkeiten bei der Ausbringung, Temperaturgrenzen (keine Anwendung bei über 25 °C) sowie spezifische Melde- und Abstandspflichten zu angrenzenden Flächen und Wohngebieten.
Kann Triclo auch im frühen Nachauflauf der Kultur angewendet werden?
Obwohl die beste Wirkung im Vorauflauf direkt nach der Saat erzielt wird, ist eine Anwendung im frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 10 bis 12) möglich. Die Schaderreger sollten sich dabei jedoch noch im sehr frühen Keimblattstadium befinden, da die reine Bodenwirkung der Komponenten Metazachlor und Clomazone bei etablierten Unkräutern rasch nachlässt.
Welche Anforderungen stellt Triclo an die Saatbettbereitung?
Für eine optimale Wirkung ist ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett ohne grobe Kluten erforderlich. Große Erdschollen oder hohe Mengen an Strohresten auf der Oberfläche können Schattenzonen verursachen, in denen der Herbizidfilm lückenhaft bleibt, was zu Durchwuchs von Schaderregern führen kann.
Was ist bei einem vorzeitigen Umbruch der Raps-Kultur zu beachten?
Sollte ein vorzeitiger Umbruch des Winterrapses notwendig werden (z. B. durch Auswinterung), schränken die im Boden verbleibenden Wirkstoffe Clomazone und Metazachlor die Wahl der Nachfolgekultur ein. Vor einer Neuansaat ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen auf mindestens 15–20 cm) zwingend erforderlich, und es dürfen nur tolerante Kulturen wie Sommerraps oder nach entsprechender Wartezeit bestimmte Getreidearten gesät werden.