Alle Mittel
OTHER · SEDQ Healthy Crops, S.L.

WEINTEC

BVL Zul.-Nr. 00B310-00

WEINTEC ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel auf Basis von synthetischen Pheromonen, das für den gezielten Einsatz im Weinbau zur biologischen Regulierung von Traubenwicklern entwickelt wurde. Als modernes System zur Verwirrungstechnik (Paarungsstörung) setzt das Produkt kontinuierlich die spezifischen Sexualduftstoffe (E,Z)-7,9-Dodecadien-1-ylacetat und (Z)-9-Dodecen-1-ylacetat frei. Diese Formulierung zielt direkt auf die beiden wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im Weinbau ab: den Einbindigen Traubenwickler (Eupoecilia ambiguella) und den Bekreuzten Traubenwickler (Lobesia botrana).

Durch die gezielte Ausbringung der Dispenser in der Kultur wird eine gleichmäßige Pheromonwolke im Weinberg etabliert. Dies verhindert zuverlässig, dass die männlichen Falter die Spur der weiblichen Tiere finden, wodurch die Paarung und die nachfolgende Eiablage unterbunden werden. WEINTEC bietet somit eine hochselektive, rückstandsfreie und umweltschonende Alternative zu klassischen Insektiziden und ist ein Eckpfeiler im modernen, integrierten sowie ökologischen Weinbau.

Wirkstoffe

(E,Z)-7,9-Dodecadien-1-ylacetat
153 g/kg · Wirkstoff
(Z)-9-Dodecen-1-ylacetat
224 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biochemische Wirkungsweise von WEINTEC basiert auf dem Prinzip der Paarungsstörung (Mating Disruption). Die beiden aktiven Komponenten, (E,Z)-7,9-Dodecadien-1-ylacetat und (Z)-9-Dodecen-1-ylacetat, sind synthetische Analoga der natürlichen weiblichen Sexualpheromone des Bekreuzten und Einbindigen Traubenwicklers. Nach dem Aufhängen der Dispenser in der Kultur diffundieren diese flüchtigen Verbindungen kontinuierlich in die Umgebungsluft. Durch die künstlich erhöhte Pheromonkonzentration im Weinberg werden die Antennenrezeptoren der männlichen Falter überreizt und desorientiert. Die Männchen sind nicht mehr in der Lage, die feinen Duftfahnen der echten Weibchen zu orten. Da die Paarung ausbleibt, wird der Lebenszyklus der Schaderreger effektiv unterbrochen, noch bevor schädliche Larven schlüpfen können, die die Trauben schädigen und den Weg für Sekundärinfektionen wie *Botrytis cinerea* ebnen würden.

Resistenzmanagement

Da es sich bei WEINTEC um ein physikalisch-biologisches Verfahren der Verwirrungstechnik handelt, das nicht direkt in den Stoffwechsel der Schaderreger eingreift, ist das Risiko einer Resistenzbildung im klassischen Sinne (wie bei chemisch-synthetischen Insektiziden) äußerst gering. Um den langfristigen Erfolg der Methode zu sichern, ist ein konsequentes Monitoring mittels Pheromonfallen und visuelle Kontrollen (Befallserhebung) unerlässlich. Bei extrem hohem Ausgangsbefall oder starkem Zuflug aus unbehandelten Nachbarflächen sollte die Verwirrungsmethode in der ersten Generation durch eine gezielte Behandlung mit einem zugelassenen biologischen oder chemischen Insektizid unterstützt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da WEINTEC in Form von festen Dispensern manuell in der Kultur aufgehängt wird, entfällt die klassische Zubereitung einer Spritzbrühe im Tank. Es besteht daher keine direkte physikalische oder chemische Mischbarkeitsproblematik mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln. Die installierten Dispenser sind absolut witterungsbeständig und können problemlos mit allen gängigen Fungizid- und Insektizidspritzungen im Weinbau überfahren werden, ohne dass deren Wirkstoffabgabe oder Stabilität beeinträchtigt wird.

Sicherheit & Ökotoxikologie

WEINTEC zeichnet sich durch ein hervorragendes Ökotoxizitäts- und Anwendersicherheitsprofil aus. Da die Wirkstoffe hochspezifisch nur auf die Zielschädlinge wirken, ist das Produkt absolut schonend für Nützlinge wie Raubmilben, Schlupfwespen und Florfliegen. Es besteht kein Risiko für Bienen (nicht bienengefährlich) oder andere Nichtzielorganismen. Beim Ausbringen der Dispenser ist lediglich die allgemeine persönliche Schutzausrüstung zu tragen. Da kein Abdriftrisiko in Oberflächengewässer oder angrenzende Biotope besteht, entfallen strenge abstandsrechtliche Auflagen, was die Anwendung in sensiblen Lagen erleichtert.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für das Aufhängen der WEINTEC-Dispenser im Weinberg?

Die Dispenser müssen unbedingt vor dem Beginn des ersten Falterfluges der Traubenwickler (erste Generation) in der Kultur ausgebracht werden. Dies ist meist im Frühjahr (je nach Witterung und Region meist Ende April, vor dem BBCH-Stadium 10 bis 15) der Fall. Ein Monitoring mit separaten Kontrollfallen in der Umgebung hilft, den exakten Flugbeginn zu bestimmen.

Wie viele Dispenser von WEINTEC müssen pro Hektar ausgebracht werden?

Die genaue Aufwandmenge richtet sich nach den offiziellen Zulassungsbestimmungen des Herstellers. Typischerweise werden bei Verwirrungsverfahren standardisierte Stückzahlen pro Hektar gleichmäßig im Weinberg verteilt, wobei Randzonen und windexponierte Lagen oft mit einer höheren Dichte bestückt werden müssen, um eine lückenlose Pheromonwolke zu gewährleisten.

Funktioniert die Verwirrungstechnik mit WEINTEC auch auf kleinen, isolierten Parzellen?

Die Verwirrungsmethode ist am effektivsten auf größeren, zusammenhängenden Flächen (idealerweise ab 1 bis 2 Hektar). Auf sehr kleinen oder stark zergliederten Parzellen kann der Wind die Pheromonwolke zu leicht verwehen, oder es kommt zu einem starken Zuflug bereits begatteter Weibchen aus unbehandelten Nachbarflächen, was die Wirksamkeit mindert.

Hat die Witterung (z. B. starker Regen oder Hitze) Einfluss auf die Wirkung von WEINTEC?

Die Dispenser sind so formuliert, dass sie die Wirkstoffe über einen weiten Temperaturbereich kontinuierlich und gleichmäßig abgeben. Starker Regen wäscht die Pheromone nicht aus den Dispensern aus. Bei extremen Hitzeperioden kann sich die Verdunstungsrate leicht erhöhen, die Wirkungsdauer ist jedoch so ausgelegt, dass sie beide Generationen der Schaderreger abdeckt.

Wie kann ich den Erfolg der Behandlung mit WEINTEC kontrollieren, wenn Pheromonfallen im Weinberg nicht mehr funktionieren?

Da die Luft mit Pheromonen gesättigt ist, fangen auch Standard-Monitoringfallen im behandelten Weinberg keine Falter mehr (sogenannter "Trap-Out"-Effekt). Der Erfolg muss daher durch regelmäßige visuelle Kontrollen (Befallserhebungen) auf Eiablage oder Larvenbefall an den Gescheinen (1. Generation) und später an den Beeren (2. Generation) überprüft werden.

Müssen die alten Dispenser nach der Saison aus dem Weinberg entfernt werden?

Ja, aus Gründen des Umweltschutzes und der guten fachlichen Praxis sollten die verbrauchten Kunststoffdispenser nach der Ernte oder im Zuge des Rebschnitts im Winter aus der Kultur entfernt und fachgerecht über den Hausmüll oder entsprechende Recyclingsysteme entsorgt werden.