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Sonstige · FLÜGEL GmbH

Wöbra

BVL Zul.-Nr. 043444-00

Wöbra von der FLÜGEL GmbH ist ein bewährtes, spezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Abwehr von Wildschäden im Forst- und Gehölzbereich. Als streich- und spritzfähige Paste formuliert, basiert das Produkt auf dem natürlichen Wirkstoff Quarzsand. Es dient primär dem Schutz von Forstkulturen sowie Laub- und Nadelhölzern gegen Winter- und Sommerverbiss sowie gegen Fegeschäden durch Schalenwild und Nagetiere.

Durch seine spezielle Formulierung lässt sich Wöbra hervorragend auf die zu schützenden Pflanzenteile – insbesondere den Terminaltrieb oder den Stamm – auftragen. Nach dem Antrocknen bildet sich ein langlebiger, elastischer Schutzfilm, der den Witterungseinflüssen trotzt. Das Produkt hat sich im professionellen Forstmanagement als Standardlösung etabliert, um wertvolle Kulturen in der kritischen Etablierungsphase vor dem Totalausfall zu bewahren.

Wirkstoffe

Quarzsand
475.2 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Wöbra basiert auf einem rein physikalisch-mechanischen Prinzip. Der enthaltene Quarzsand (475,2 g/kg) bildet nach dem Abtrocknen eine raue, knirschende Schutzschicht auf der Rinde oder den Knospen. Wenn Schalenwild oder Nagetiere versuchen, an der behandelten Kultur zu fressen, verursacht der Quarzsand ein extrem unangenehmes Gefühl auf den Zähnen und im Maul, was die Tiere sofort vom weiteren Fraß abhält. Da es sich um eine rein mechanische Barriere und Vergrämung handelt, greift das Mittel nicht in den biochemischen Stoffwechsel der Schaderreger oder der Kulturen ein. Die Pflanzenverträglichkeit ist hervorragend, da die Atmung und das natürliche Wachstum der Triebe durch die elastische Beschichtung nicht beeinträchtigt werden.

Resistenzmanagement

Da Wöbra auf einer rein physikalischen Barrierewirkung durch Quarzsand beruht, ist die Entwicklung einer physiologischen Resistenz bei den Zielorganismen (wie Hirsch, Reh oder Feldhase) ausgeschlossen. Ein klassisches Resistenzmanagement im Sinne eines Wirkstoffwechsels oder einer HRAC/IRAC/FRAC-Klassifizierung ist daher nicht erforderlich. Um Gewöhnungseffekte oder das Umgehen der Barriere zu verhindern, solltest du jedoch auf eine lückenlose und sorgfältige Applikation an allen gefährdeten Pflanzenteilen achten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Wöbra wird in der Regel als gebrauchsfertige Paste formuliert und sollte für eine optimale Schutzwirkung unverdünnt und ohne den Zusatz von Mischpartnern oder Netzmitteln angewendet werden. Eine Tankmischung mit klassischen Pflanzenschutzmitteln (wie Herbiziden oder Fungiziden) ist weder vorgesehen noch zu empfehlen, da dies die Haftungseigenschaften und die Viskosität der Paste negativ beeinflussen kann. Achte darauf, dass die Ausbringungsgeräte nach der Anwendung gründlich mit Wasser gereinigt werden, bevor das Produkt antrocknet.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Wöbra solltest du die übliche persönliche Schutzausrüstung (Arbeitskleidung, Schutzhandschuhe) tragen, um direkten Haut- und Augenkontakt mit der Paste zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten ausgewiesen ist, gilt die allgemeine Empfehlung, das Produkt schonend und gezielt auf die betroffenen Pflanzenteile aufzutragen. Vermeide den Eintrag in Oberflächengewässer und trage das Mittel bevorzugt bei trockener Witterung auf, damit der Schutzfilm zügig abtrocknen und fixiert werden kann, ohne abgewaschen zu werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Wöbra in deinen Kulturen aufzutragen?

Du solltest die Behandlung idealerweise im Herbst vor dem Einsetzen des ersten Frosts und vor Beginn der winterlichen Verbissperiode durchführen. Achte darauf, dass die Pflanzen beim Auftragen trocken sind und für einige Stunden nach der Applikation kein Regen fällt, damit die Paste vollständig austrocknen und ihre wetterfeste Schutzschicht bilden kann.

Wie trage ich das Produkt am besten auf die Kulturen auf?

Du kannst Wöbra entweder manuell mit einem Streichpinsel, einer speziellen Doppelbürste oder mit geeigneten, für pastöse Medien ausgelegten Rückenspritzen direkt auf die zu schützenden Pflanzenteile (z. B. den Terminaltrieb) aufbringen. Wichtig ist eine gleichmäßige und deckende Schicht, um den mechanischen Schutzeffekt voll zu entfalten.

Kann ich Wöbra auch im Sommer gegen Sommerverbiss einsetzen?

Ja, eine Anwendung ist auch im Frühjahr oder Sommer möglich, um den frischen Austrieb vor Sommerverbiss oder Fegeschäden zu schützen. Beachte jedoch, dass stark wachsende Triebe nach dem Austrieb neue, unbehandelte Bereiche bilden, die eventuell eine Nachbehandlung erfordern, da sich die Schutzschicht nicht mit dem Neuzuwachs ausdehnt.

Schadet die Quarzsand-Schicht dem Wachstum der Knospen oder Triebe?

Nein, Wöbra ist äußerst pflanzenverträglich. Die getrocknete Schicht ist elastisch und porös genug, um den Knospenaustrieb im Frühjahr nicht zu behindern. Die Triebe durchstoßen die Schutzschicht beim natürlichen Wachstum problemlos, ohne dass es zu Verkrümmungen oder Wachstumsdepressionen kommt.

Wie lange hält die Schutzwirkung von Wöbra nach dem Antrocknen an?

Nach dem vollständigen Abtrocknen ist die Schutzschicht extrem witterungsbeständig und hält in der Regel eine komplette Verbissperiode (ca. 6 bis 8 Monate) stand. Bei sehr starkem Niederschlag oder mechanischer Beanspruchung solltest du die Kulturen regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf im Folgejahr eine erneute Behandlung durchführen.