Wöbra
Wöbra von der FLÜGEL GmbH ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel auf Basis von Quarzsand, das im Forstbereich sowie im professionellen Garten- und Landschaftsbau als mechanisches Repellent eingesetzt wird. Die gebrauchsfertige Paste dient dem nachhaltigen Schutz von Gehölzen und forstlichen Kulturen vor Nagsel- und Fraßschäden, die insbesondere durch Biber, Kaninchen oder Schalenwild verursacht werden.
Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Haftung und extreme Witterungsbeständigkeit aus. Nach dem Antrocknen bildet das Produkt einen elastischen, langlebigen Schutzfilm auf der Rinde, der dem natürlichen Dickenwachstum der Kultur flexibel folgt, ohne das Gewebe einzuschnüren oder die physiologische Entwicklung der Gehölze zu beeinträchtigen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkungsweise von Wöbra basiert auf einem rein physikalisch-mechanischen Prinzip. Der enthaltene Wirkstoff Quarzsand (475,2 g/kg) verleiht dem getrockneten Belag eine extrem raue, sandige Textur. Sobald Schaderreger wie Nagetiere oder Schalenwild versuchen, die behandelte Rinde anzunagen, führt der Quarzsand zu einem sofortigen, unangenehmen Knirschen und einem stumpfen Gefühl an den Zähnen. Da dieser mechanische Reiz den Zahnschmelz der Tiere strapaziert, meiden sie die behandelten Kulturen fortan konsequent. Da das Produkt keine chemisch-toxischen Wirkstoffe enthält, beruht die Schutzwirkung ausschließlich auf der Vergrämung durch diese unüberwindbare physikalische Barriere.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein physikalisch-mechanischen Wirkungsmechanismus von Quarzsand ist die Entstehung von Resistenzen bei den Zielorganismen vollständig ausgeschlossen. Ein klassisches Resistenzmanagement im Sinne von Wirkstoffwechseln oder der Beachtung von HRAC/IRAC/FRAC-Klassifizierungen ist bei Wöbra nicht erforderlich. Im Rahmen eines integrierten Forstschutzes empfiehlt es sich jedoch, die Anwendung mit waldbaulichen Maßnahmen wie der Bereitstellung von Ablenkfütterungen oder mechanischen Zäunungen zu kombinieren, um den Gesamtdruck auf die Kulturen zu senken.
Mischbarkeit & Tankmischung
Wöbra wird als gebrauchsfertige Paste formuliert und unverdünnt im Streich- oder speziellen Spritzverfahren ausgebracht. Eine Tankmischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln wie Herbiziden oder Fungiziden ist weder vorgesehen noch praxisüblich, da dies die physikalischen Barriereeigenschaften, die Viskosität und die Haftfestigkeit des Schutzfilms negativ beeinflussen würde. Für eine optimale Haftung und Filmbildung muss die Anwendung auf trockenen, frostfreien Stamm- und Astoberflächen erfolgen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Aus ökotoxikologischer Sicht ist der mineralische Wirkstoff Quarzsand als äußerst umweltfreundlich und materialschonend einzustufen. Wöbra ist als nicht bienengefährlich klassifiziert und schont sowohl die Bodenfauna als auch aquatische Organismen, weshalb es auch in sensiblen Bereichen wie Uferzonen zur Biberabwehr sicher eingesetzt werden kann. Beim Ausbringen sind die Standard-Arbeitsschutzmaßnahmen für pastöse Pflanzenschutzmittel zu beachten; das Tragen von Schutzhandschuhen wird empfohlen, um mechanische Hautreizungen während des Auftragens zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wird Wöbra am besten aufgetragen, um einen optimalen Schutz zu gewährleisten?
Wöbra kann entweder manuell mit einem breiten Pinsel (Streichverfahren) oder mit einer dafür geeigneten, für pastöse Medien ausgelegten Rückenspritze appliziert werden. Wichtig ist, dass die Rinde der Kultur vor dem Auftrag trocken und frei von losem Moos oder Schmutz ist, damit der Schutzfilm optimal haftet.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von Wöbra im Forst?
Die Anwendung sollte idealerweise im Herbst vor dem Einsetzen der ersten Frostperioden und vor den Hauptschadenszeiten im Winter durchgeführt werden. Die Außentemperatur während der Applikation und der anschließenden Trocknungsphase sollte über 5 °C liegen, um eine stabile Filmbildung zu gewährleisten.
Wie lange hält der Schutzfilm von Wöbra an den behandelten Kulturen?
Je nach Witterungseinflüssen, Baumart und Zuwachsrate bietet der getrocknete Schutzfilm in der Regel einen zuverlässigen Schutz über mehrere Jahre. Bei starkem Dickenwachstum junger Kulturen sollte die Schutzzone regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf im unteren oder oberen Grenzbereich nachbehandelt werden.
Kann Wöbra auch an jungen Nadelholz- und Laubholzkulturen gegen Terminalknospenverbiss eingesetzt werden?
Nein, Wöbra ist als zähflüssiger Stammschutzanstrich gegen Rindenfraß und Fegen konzipiert. Für den Schutz von empfindlichen Terminalknospen gegen Verbiss sollten speziell dafür registrierte, flüssigere Repellents verwendet werden, da die dicke Paste die Knospen verkleben und schädigen könnte.
Wie verhält sich Wöbra bei starkem Regen direkt nach der Anwendung?
Wöbra benötigt nach dem Auftragen eine regenfreie Trocknungszeit von einigen Stunden (je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur), um vollständig auszuhärten. Ist der Film einmal getrocknet, ist er extrem wasserunlöslich und widersteht auch langanhaltenden Niederschlägen problemlos.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Wildschäden?
Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Datenbank und wählen Sie die Kulturkategorie "Forst" oder "Ziergehölze" in Kombination mit der Schaderregergruppe "Wildschäden" oder "Nager", um alle in Deutschland (BVL) registrierten Repellents und Schutzmittel anzuzeigen.