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OTHER · Chemische Fabrik Wülfel

Wühlmausköder WUELFEL NEU

BVL Zul.-Nr. 033366-64

Wühlmausköder WUELFEL NEU ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Wühlmäusen (Schermäusen) in verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen, im Obstbau sowie auf Grünlandflächen. Als gebrauchsfertiger Köder formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine hohe Attraktivität für die Zielorganismen aus und ermöglicht eine schnelle, punktgenaue Dezimierung schädlicher Nagetierpopulationen.

Die Formulierung basiert auf dem bewährten Wirkstoff Zinkphosphid (24,0 g/kg). Dieser Wirkstoff hat sich im professionellen Pflanzenschutz seit Jahrzehnten als Standard etabliert, da er eine schnelle Wirkung zeigt und im Boden biologisch abgebaut wird, ohne langlebige Rückstände zu hinterlassen. Die Köderstruktur ist so stabilisiert, dass sie der natürlichen Bodenfeuchtigkeit im Gangsystem für den notwendigen Zeitraum widersteht.

Durch die obligatorisch verdeckte Anwendung direkt in den unterirdischen Gangsystemen der Schaderreger wird das Risiko für Nichtzielorganismen wie Vögel, Haustiere oder nützliche Wildtiere auf ein Minimum reduziert. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im integrierten Pflanzenschutz, um verheerende Fraßschäden an den Wurzelsystemen junger Obstbäume, Reben und anderer wertvoller Kulturen effektiv zu verhindern.

Wirkstoffe

Zinkphosphid
24 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Zinkphosphid entfaltet seine Wirkung nach der Aufnahme durch den Schaderreger im Magen-Darm-Trakt. Durch den Kontakt mit der Magensäure (Salzsäure) wird das hochgiftige Gas Phosphorwasserstoff (Phosphin, PH3) im Körper des Nagetiers freigesetzt. Dieses Gas blockiert die Zellatmung (Hemmung der Cytochrom-c-Oxidase im mitochondrialen Atmungskettenkomplex IV) und führt zu einem schnellen und irreversiblen Zusammenbruch des Stoffwechsels der Nagetiere. Da der Wirkstoff im Magen zersetzt wird, besteht für Beutegreifer, die verendete Tiere fressen, ein deutlich reduziertes Risiko einer Sekundärvergiftung im Vergleich zu Antikoagulanzien.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Zinkphosphid um einen akut wirkenden, anorganischen Wirkstoff handelt, der auf zellulärer Ebene die Atmungskette blockiert, ist eine physiologische Resistenzbildung bei Nagetieren äußerst unwahrscheinlich. Das primäre Risiko im Verhaltensmanagement ist die sogenannte Köderscheu. Wenn Nagetiere eine subletale Dosis aufnehmen und die Vergiftungssymptome überleben, meiden sie den Köder künftig. Daher ist eine verdeckte, fachgerechte Ausbringung direkt in die bewohnten Gänge entscheidend, um eine sofortige letale Dosisaufnahme sicherzustellen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Als gebrauchsfertiger Feststoffköder wird Wühlmausköder WUELFEL NEU ausschließlich trocken und direkt in die Nagetiergänge appliziert. Eine physikalische oder chemische Mischbarkeit mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln in einer Spritzbrühe ist systembedingt ausgeschlossen und darf keinesfalls durchgeführt werden. Die Anwendung sollte bei trockener Witterung erfolgen, da Feuchtigkeit im Boden zwar toleriert wird, anhaltender Starkregen oder stehendes Wasser im Gangsystem jedoch den Zerfall des Köders beschleunigt und die Attraktivität mindert.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Zinkphosphid-Ködern ist das Tragen von Schutzhandschuhen zwingend erforderlich, um sowohl den Anwenderschutz zu gewährleisten als auch die Übertragung von menschlichem Geruch auf den Köder zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel muss streng verdeckt ausgebracht werden (z. B. mit einer Köderlanze oder direkt im Gang), um Vögel, Haustiere und anderes Wild vor einer versehentlichen Aufnahme zu schützen. Offen liegende Köder müssen vermieden werden. Der Wirkstoff ist extrem giftig für Wasserorganismen, weshalb ein direkter Eintrag in Gewässer oder die Kanalisation strikt zu vermeiden ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie stelle ich fest, ob die Wühlmausgänge noch aktiv bewohnt sind, bevor ich den Köder ausbringe?

Vor der Anwendung empfiehlt sich die sogenannte „Verwühlprobe“. Dabei werden an mehreren Stellen die Gänge auf einer Länge von ca. 30 cm geöffnet. Sind die Gänge nach wenigen Stunden wieder verwühlt oder verschlossen, ist das Gangsystem aktiv bewohnt und eine gezielte Behandlung mit dem Pflanzenschutzmittel ist an diesen Stellen sinnvoll.

Warum darf der Köder keinesfalls oberflächlich auf der Kulturfläche gestreut werden?

Eine oberflächliche Ausbringung ist aus Gründen des Natur- und Anwenderschutzes strengstens untersagt. Vögel, Wild und Haustiere könnten die Köder direkt aufnehmen und sich vergiften. Zudem meiden Wühlmäuse Köder, die außerhalb ihres schützenden, unterirdischen Gangsystems liegen, wodurch die Behandlung wirkungslos bliebe.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf den Erfolg der Bekämpfungsmaßnahme?

Die Anwendung sollte idealerweise in einer Trockenperiode erfolgen. Bei stark durchnässtem Boden oder anhaltendem Regen kann der Köder im Gang vorzeitig zerfallen, wodurch die Lockwirkung nachlässt. Zudem sind die Nagetiere bei trockenem Wetter aktiver im Gangsystem unterwegs und nehmen den Köder schneller auf.

Wie verhindere ich, dass die Wühlmäuse den Köder aufgrund von menschlichem Geruch meiden?

Wühlmäuse besitzen einen extrem feinen Geruchssinn und reagieren misstrauisch auf menschliche Witterung. Tragen Sie bei der Handhabung und Ausbringung des Köders immer saubere, geruchsneutrale Handschuhe und verwenden Sie geeignete Applikationsgeräte wie Köderlanzen oder Suchstäbe, um keinen Eigengeruch auf das Produkt zu übertragen.

Besteht bei der Anwendung von Zinkphosphid ein hohes Risiko für Sekundärvergiftungen von Greifvögeln oder Katzen?

Das Risiko von Sekundärvergiftungen ist bei Zinkphosphid im Vergleich zu Antikoagulanzien (Blutgerinnungshemmern) sehr gering. Da sich der Wirkstoff im sauren Milieu des Magens rasch in gasförmigen Phosphorwasserstoff zersetzt und dieser schnell verfliegt, verbleiben im Körper des verendeten Nagetiers kaum toxische Rückstände, die für Beutegreifer gefährlich werden könnten.

Zu welcher Jahreszeit ist die Bekämpfung von Wühlmäusen mit diesem Köder am effektivsten?

Die effektivste Bekämpfungszeit liegt im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr. In diesen Perioden ist das natürliche Nahrungsangebot im Boden (Wurzeln, Knollen, frisches Grün) sehr knapp, weshalb die Nagetiere den ausgelegten Köder besonders gierig und zuverlässig annehmen.