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Kultur

Alpen-Ampfer

Rumex alpinus
RUMAL

Der Alpen-Ampfer (Rumex alpinus, EPPO-Code: RUMAL), auch bekannt als Blacke oder Bergrhabarber, ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Als typischer Stickstoffzeiger besiedelt dieser Schaderreger vor allem übernutzte, nährstoffreiche Standorte im alpinen und subalpinen Raum, insbesondere Lägerfluren, Viehweiden und die Umgebung von Almhütten.

Aus ökonomischer Sicht stellt der Alpen-Ampfer ein massives Problem für die Berglandwirtschaft dar. Durch seine enormen, schattenspendenden Blätter unterdrückt er wertvolle Futtergräser und mindert die Weidequalität erheblich, da die Pflanze aufgrund ihres hohen Oxalsäuregehalts vom Vieh gemieden wird. Ein etablierter Bestand führt zu einer drastischen Reduzierung des nutzbaren Ertrags auf Almen und Dauerweiden.

Typ
Kultur
EPPO-Code
RUMAL
Wirte
0 Kulturen
Verbreitung
Der Alpen-Ampfer ist in den europäischen Gebirgen (Alpen, Pyrenäen, Karpaten, Balkan) weit verbreitet und verursacht dort erhebliche Ertrags- und Qualitätsverluste auf intensiv genutzten Bergweiden.
Erstbeschreibung
L., 1753

Biologie / Lebenszyklus

Der Alpen-Ampfer ist eine ausdauernde Halbrosettenpflanze, die über ein kräftiges, kriechendes Rhizom verfügt und dadurch extrem langlebig ist. Im Frühjahr treibt die Pflanze frühzeitig aus den Überwinterungsknospen des Rhizoms aus und bildet rasch große Rosettenblätter. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August, wobei ein einzelner Blütenstand tausende von langlebigen Samen produzieren kann, die über Jahrzehnte im Boden keimfähig bleiben. Im Herbst sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab, während die Nährstoffe im Rhizom eingelagert werden, um den Austrieb im folgenden Frühjahr zu sichern.

Bonitur

Die Überwachung des Alpen-Ampfers erfolgt primär durch visuelle Bonituren im Frühjahr, sobald die Weideflächen schneefrei sind und der erste Austrieb beginnt. Eine systematische Erfassung ist besonders auf Lägerfluren und rund um Futterplätze ratsam, um Nester frühzeitig zu erkennen. Da es sich um ein Unkraut auf Grünland handelt, orientiert sich die Schadschwelle an der Deckung: Ab einer Deckung von mehr als 5–10 % der Weidefläche ist eine gezielte Regulierung wirtschaftlich geboten, um eine irreversible Verdrängung der wertvollen Futtergräser zu verhindern.

Integriertes Management

Die Regulierung des Alpen-Ampfers erfordert ein integriertes Konzept, da reine Schnittmaßnahmen aufgrund des enormen Regenerationsvermögens des Rhizoms oft wirkungslos sind. Kulturelle Maßnahmen wie die Vermeidung von Überweidung, eine ausgewogene Düngung zur Stärkung der Grasnarbe und das regelmäßige Mähen vor der Samenreife sind essenziell. Mechanisch kann die Pflanze durch tiefes Ausstechen des Rhizoms (mindestens 10–15 cm tief) bekämpft werden. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kommen selektive Herbizide im Einzelpflanzenverfahren zum Einsatz, idealerweise im Rosettenstadium im Frühjahr oder beim Wiederaustrieb nach einem Säuberungsschnitt. Zur Vermeidung von Resistenzen ist auf einen Wirkstoffwechsel gemäß der HRAC-Klassifizierung zu achten, obwohl bei dieser Art primär die mechanisch-kulturelle Sanierung im Vordergrund steht.

Häufige Fragen

Wie finde ich im Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Alpen-Ampfer?

Nutzen Sie die Suchfunktion in unserem Pflanzenschutz-Hub und filtern Sie nach dem Schaderreger "Rumex alpinus" oder dem EPPO-Code "RUMAL". Achten Sie darauf, die Zulassungssituation für Ihre spezifische Region zu prüfen, da für Almflächen oft strenge behördliche Auflagen gelten.

Warum ist das bloße Mähen des Alpen-Ampfers oft nicht ausreichend zur Bekämpfung?

Der Alpen-Ampfer besitzt ein tiefreichendes, nährstoffreiches Rhizom mit zahlreichen schlafenden Knospen. Ein einfacher Schnitt regt die Pflanze lediglich zu einem verstärkten Neuaustrieb an; ohne die Zerstörung oder Schwächung dieses Speicherorgans ist keine nachhaltige Dezimierung möglich.

Welcher Zeitpunkt ist für eine chemische Einzelpflanzenbehandlung optimal?

Die beste Wirkung mit selektiven Pflanzenschutzmitteln wird erzielt, wenn die Anwendung im Frühjahr im aktiven Rosettenstadium (vor dem Schossen des Blütenstängels) oder im Spätsommer auf den jungen Wiederaustrieb nach einem vorherigen Schnitt erfolgt, da dann der Wirkstofftransport in das Rhizom am intensivsten ist.

Welche Rolle spielt die Weidehygiene bei der Ausbreitung von Rumex alpinus?

Eine entscheidende Rolle. Da die Samen des Alpen-Ampfers den Verdauungstrakt von Weidetieren unbeschadet überstehen, wird der Schaderreger häufig über den Dung verschleppt. Das Fernhalten von Weidetieren von samentragenden Beständen und eine sorgfältige Mistpflege sind daher wichtige präventive Maßnahmen.

Wie kann eine HRAC-Resistenzstrategie bei der Ampferbekämpfung im Grünland umgesetzt werden?

Obwohl Herbizidresistenzen bei Rumex alpinus seltener dokumentiert sind als bei einjährigen Unkräutern, sollten Sie Wirkstoffe aus unterschiedlichen HRAC-Klassen (z. B. synthetische Auxine kombiniert mit ALS-Inhibitoren) abwechselnd einsetzen und die chemische Behandlung stets mit mechanischen Maßnahmen wie dem Ausstechen kombinieren.