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Schädling

Buchsbaumzünsler

Cydalima perspectalis
DPHNPE

Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis, EPPO-Code: DPHNPE) ist ein aus Ostasien eingeschleppter Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae, der sich in Europa zu einem der invasivsten und wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im Garten- und Landschaftsbau sowie in Baumschulen entwickelt hat. Die Raupen befallen vor allem Buchsbaumarten (Buxus spp.), wobei sie durch ihren extremen Kahlfraß immense Schäden an historischen Gartenanlagen, privaten Hausgärten und gewerblichen Kulturen verursachen.

Ohne rechtzeitige Gegenmaßnahmen führt der Befall nicht selten zum vollständigen Absterben der betroffenen Kulturen. Neben dem direkten Blattfraß schädigen die älteren Larvenstadien auch die Rinde der Triebe, was die Wasser- und Nährstoffversorgung unterbricht und Sekundärinfektionen durch pilzliche Schaderreger begünstigt. Die wirtschaftliche Relevanz im Bereich der Ziergehölzproduktion ist extrem hoch, da befallene Ware unverkäuflich ist und die Bekämpfung hohe Betriebskosten verursacht.

Typ
Schädling
EPPO-Code
DPHNPE
Wirte
1 Kultur
Generationen
Meist 2 bis 3 Generationen pro Jahr (temperaturabhängig)
Verbreitung
Ursprünglich in Ostasien beheimatet, hat sich der Schaderreger seit seiner Einschleppung im Jahr 2006 rasant über ganz Europa ausgebreitet und verursacht überall dort, wo Buchsbaum kultiviert wird oder wild vorkommt, massive wirtschaftliche und ökologische Schäden.
Erstbeschreibung
Walker, 1859 (Ostasien / Erstnachweis in Europa: 2006)

Biologie / Lebenszyklus

Der Schaderreger überwintert als junge Larve (meist im L3- oder L4-Stadium) in einem festen Gespinst zwischen den Blättern der Wirtspflanze. Sobald die Temperaturen im Frühjahr dauerhaft über 7 bis 10 °C steigen (meist ab März/April), nehmen die Raupen den Fraß wieder auf und verpuppen sich nach Abschluss ihrer Entwicklung im Mai. Die erste Faltergeneration schlüpft je nach Witterung ab Ende Mai oder Juni, woraufhin die Weibchen ihre Eier in Paketen an den Blattunterseiten ablegen. In Mitteleuropa entwickeln sich je nach Temperaturverlauf zwei bis drei überlappende Generationen pro Jahr, wobei die Aktivität der letzten Generation bis in den Spätherbst hineinreichen kann.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring ist ab dem Frühjahr (BBCH-Stadium 11 bis 13 der Gehölze bzw. ab dem ersten Austrieb) unerlässlich, um den optimalen Behandlungszeitpunkt nicht zu verpassen. Hierzu werden ab Mitte April Pheromonfallen zur Überwachung des Falterflugs aufgehängt, wobei der Höhepunkt des Falterflugs den optimalen Spritztermin für biologische Pflanzenschutzmittel etwa 10 bis 14 Tage später ankündigt. Ergänzend muss eine regelmäßige visuelle Kontrolle im Inneren der Buchsbaumkronen auf frischen Schabefraß, Kotkrümel und feine Gespinste erfolgen, da die jungen Larvenstadien (L1 bis L3) noch sehr versteckt leben und am empfindlichsten auf Behandlungen reagieren.

Symptome

Typische Symptome im Feld sind anfangs helle, fleckige Fraßspuren an den Blättern (Schabefraß der jungen Larven), bei denen nur die obere Blatthaut stehen bleibt. Mit zunehmendem Alter der Raupen kommt es zu starkem Loch- und Skelettierfraß bis hin zum vollständigen Kahlfraß ganzer Pflanzenpartien, die von dichten, mit hellgrünen Kotkrümeln durchsetzten Gespinsten überzogen sind. Bei akutem Nahrungsmangel fressen die Raupen auch die grüne Rinde der Zweige ab, was zu einem Absterben der darüber liegenden Pflanzenteile führt und sich durch vertrocknete, strohgelbe Triebe äußert.

Integriertes Management

Ein integriertes Management kombiniert mechanische, biologische und chemische Maßnahmen. Im Hausgarten und bei geringem Befall ist das Absammeln der Raupen oder das Herausschneiden von Gespinsten im zeitigen Frühjahr effektiv. Biologisch hat sich der Einsatz von Präparaten auf Basis von Bacillus thuringiensis (Bt) hervorragend bewährt, der gezielt gegen die jungen Larvenstadien eingesetzt wird und nützlingsschonend ist. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten nur bei starkem Befall und unter Berücksichtigung des IRAC-Wirkstoffklassenwechsels zur Vermeidung von Resistenzen angewendet werden, wobei auf eine lückenlose Benetzung auch des Kroneninneren zu achten ist.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kannst du den optimalen Zeitpunkt für eine biologische Behandlung mit Bacillus thuringiensis bestimmen?

Der beste Zeitpunkt liegt etwa 10 bis 14 Tage nach dem Höhepunkt des Falterflugs, den du mit Pheromonfallen überwachst. Zu diesem Zeitpunkt schlüpfen die jungen Larven (L1 bis L2), die den Wirkstoff beim Fraß aufnehmen müssen; ältere Larven ab dem L5-Stadium sind deutlich unempfindlicher gegen Bt-Präparate.

Warum ist die Benetzung des Kroneninneren bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln so wichtig?

Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt im geschützten Inneren der Buchsbaumkrone ab, wo auch die jungen Larven ihre ersten Gespinste spinnen. Eine rein oberflächliche Behandlung der äußeren Blattschicht erreicht diese versteckten Stadien nicht, weshalb du mit hohem Druck und ausreichender Wassermenge (z. B. 1000–1500 l/ha im Erwerbsanbau) arbeiten musst.

Welche Rolle spielen Schlupfwespen oder andere Nützlinge bei der Regulierung des Buchsbaumzünslers?

Da der Schaderreger in Europa eingeschleppt wurde, fehlen hochspezialisierte natürliche Feinde. Dennoch nutzen heimische Vögel (wie Meisen) und räuberische Insekten (wie Wespen oder Florfliegenlarven) zunehmend die Raupen als Nahrungsquelle; auch der Einsatz von parasitischen Nematoden (Steinernema carpocapsae) gegen ältere Larvenstadien im Herbst zeigt bei hoher Luftfeuchtigkeit gute Erfolge.

Wie vermeidest du Resistenzen beim Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln gegen diesen Schaderreger?

Du solltest chemische Behandlungen auf das absolut notwendige Maß beschränken und konsequent zwischen verschiedenen IRAC-Wirkstoffklassen wechseln. Kombiniere beispielsweise den Einsatz von biologischen Bt-Präparaten (IRAC-Gruppe 11) mit Häutungsbeschleunigern (z. B. Tebufenozid, IRAC-Gruppe 18) oder systemischen Wirkstoffen, um selektiven Druck auf einzelne Wirkstoffgruppen zu verhindern.

Wie findest du im agronomy.farmable.tech Hub die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen den Buchsbaumzünsler?

Navigiere im Hub zur Produktsuche und filtere nach der Kultur "Ziergehölze" (oder direkt nach der EPPO-Kultur "BUXSE") sowie dem Schaderreger "Cydalima perspectalis". Achte bei der Auswahl auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen, die zugelassene Aufwandmenge und die einzuhaltende Wartezeit für deine Region.

Kann der Buchsbaumzünsler auch auf andere Gehölze oder Kulturen übergehen?

Nein, der Schaderreger ist extrem spezialisiert. In Europa ernähren sich die Larven fast ausschließlich von Vertretern der Gattung Buxus (insbesondere Buxus sempervirens). Ein Übergreifen auf andere Ziergehölze oder landwirtschaftliche Kulturen ist unter normalen Freilandbedingungen nicht zu befürchten.