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Schädling

Delia

Delia
1DELIG

Die Gattung Delia (EPPO-Code: 1DELIG) umfasst eine Gruppe wirtschaftlich hochgradig relevanter Fliegenarten aus der Familie der Blumenfliegen (Anthomyiidae). Zu den bekanntesten Vertretern in Mitteleuropa gehören die Kleine Kohlfliege (Delia radicum), die Zwiebelfliege (Delia antiqua) und die Brachfliege (Delia coarctata). Diese Schaderreger sind im Acker- und Gemüsebau gefürchtet, da ihre Larven direkt an den unterirdischen Pflanzenteilen fressen und dadurch massive Ertrags- und Qualitätsverluste verursachen können.

Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Gattung ist enorm. Ein Befall betrifft vor allem Kreuzblütler (wie Raps und verschiedene Kohlarten), Zwiebelgewächse sowie Getreide. Da die Larven die Wurzeln oder den Stängelgrund zerstören, kommt es häufig zu Welkeerscheinungen, Kümmerwuchs oder dem kompletten Absterben der betroffenen Kulturen. Sekundärinfektionen durch bodenbürtige Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze, die über die Fraßwunden eindringen, verschlimmern den Schaden oft noch erheblich.

Die Verbreitung erstreckt sich über die gesamte holarktische Region, wobei der Schwerpunkt des Schadauftretens in den gemäßigten Klimazonen Europas, Nordamerikas und Asiens liegt. Besonders auf Standorten mit humusreichen Böden oder nach der Einarbeitung von organischem Dünger und Ernterückständen finden die adulten Weibchen optimale Bedingungen für die Eiablage, was das Risiko für empfindliche Kulturen drastisch erhöht.

Typ
Schädling
EPPO-Code
1DELIG
Wirte
0 Kulturen
Generationen
2–4 Generationen pro Jahr (art- und witterungsabhängig)
Verbreitung
Die Gattung Delia ist in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel weit verbreitet und verursacht im europäischen Gemüse- und Ackerbau jährlich Schäden in Millionenhöhe durch Totalausfälle oder Qualitätsminderungen.
Erstbeschreibung
Robineau-Desvoidy, 1830

Biologie / Lebenszyklus

Die Überwinterung erfolgt in der Regel als Puppe (Tönnchenpuppe) im Boden. Im Frühjahr schlüpfen die adulten Fliegen meist ab einer Bodentemperatur von etwa 10–12 °C, was häufig mit der Blüte des Löwenzahns oder der Kirsche koinzidiert. Nach dem Reifungsfraß legen die Weibchen ihre Eier gezielt in Bodennähe an den Stängelgrund oder in Erdritzen nahe der Wirtskulturen ab. Nach wenigen Tagen schlüpfen die beinlosen Larven (Maden), die sich sofort in das Pflanzengewebe einbohren und dort drei Larvenstadien durchlaufen. Je nach Art und Witterung entwickeln sich in Mitteleuropa zwei bis vier Generationen pro Jahr, wobei die erste Generation im Frühjahr meist den gravierendsten Schaden an Jungpflanzen verursacht.

Bonitur

Für ein effektives Monitoring solltest du ab dem Auflaufen der Kulturen (BBCH 10–19) Gelbschalen oder Leimfallen aufstellen, um den Zuflug der adulten Fliegen zu überwachen. Bei Kohlarten liegt die Schadschwelle häufig bei durchschnittlich einer Fliege pro Gelbschale und Tag oder beim Nachweis der ersten Eier am Stängelgrund (visuelle Kontrolle von 50 Einzelpflanzen). Bei Getreide (z. B. Winterweizen im Herbst/Frühjahr, BBCH 11–21) hilft die Temperatur- und Flugüberwachung der Brachfliege, um den optimalen Behandlungszeitraum einzugrenzen. Die regelmäßige Kontrolle des Bodens auf Eiablage ist besonders in frisch gepflanzten oder auflaufenden Beständen entscheidend, da eine Behandlung nach dem Einbohren der Larven kaum noch möglich ist.

Symptome

Typische Symptome im Feld sind nesterweise auftretende Welkeerscheinungen, Blattschmuckverfärbungen (oft rötlich-violett bei Kohl oder gelblich bei Getreide und Zwiebeln) sowie ein stark verzögertes Wachstum der Kulturen. Bei genauerer Betrachtung zeigen sich Fraßgänge in den Wurzeln, im Hypokotyl oder im Stängelgrund, in denen die weißlich-gelben, bis zu 8 mm langen Maden zu finden sind. Stark befallene Kulturen lassen sich leicht aus dem Boden ziehen, da das Wurzelsystem weitgehend zerstört ist; oft riecht das betroffene Gewebe aufgrund von Sekundärfäulnis (z. B. Weichfäule) unangenehm modrig.

Integriertes Management

Das integrierte Management basiert primär auf vorbeugenden, kulturtechnischen Maßnahmen. Dazu gehören eine weite Fruchtfolge, die Vermeidung von frischer organischer Düngung direkt vor der Saat sowie die mechanische Bodenbearbeitung zur Störung der Puppenruhe. Der Einsatz von Kulturschutznetzen (Maschenweite ≤ 1,35 mm) direkt nach der Saat oder Pflanzung schützt Gemüse effektiv vor der Eiablage. Biologische Gegenspieler wie Laufkäfer, Kurzflügelkäfer und Nematoden sollten gefördert werden. Chemische Pflanzenschutzmittel (z. B. Granulate zur Furchenbehandlung oder Beizmittel) müssen gezielt eingesetzt werden; achte dabei streng auf den Wirkstoffwechsel gemäß den IRAC-Richtlinien, um Resistenzbildungen (insbesondere bei Pyrethroiden) vorzubeugen.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kann ich im Farmable Hub gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen Delia-Arten suchen?

Nutze im Hub die Filterfunktion für Schaderreger und gib dort den wissenschaftlichen Namen "Delia" oder den EPPO-Code "1DELIG" ein. Das System listet dir dann alle aktuell in deinem Land für die jeweilige Kultur registrierten Pflanzenschutzmittel auf, inklusive der zugelassenen Aufwandmengen, BBCH-Anwendungsfenster und spezifischen Anwendungsbestimmungen.

Warum ist die Bekämpfung der Larven so schwierig, wenn sie erst einmal in der Kultur fressen?

Sobald sich die Maden in das Innere des Stängels oder der Wurzel eingebohrt haben, sind sie vor Kontaktinsektiziden vollständig geschützt. Systemische Pflanzenschutzmittel weisen in diesem Stadium oft keine ausreichende Wirkung mehr auf, weshalb alle Maßnahmen präventiv oder exakt zum Zeitpunkt des Hauptfluges und der Eiablage erfolgen müssen.

Welchen Einfluss hat die organische Düngung auf das Befallsrisiko durch Delia-Arten?

Frisch ausgebrachte organische Dünger wie Mist oder Gülle sowie frisch eingearbeitete Ernterückstände wirken durch ihre Zersetzungsgerüche extrem attraktiv auf eierlegende Weibchen. Du solltest solche Düngemaßnahmen daher zeitlich weit vor der Saat durchführen oder auf mineralische Dünger ausweichen, um den Zuflug in die junge Kultur nicht künstlich zu fördern.

Wie hilft mir die Temperatursumme bei der Terminierung der Bekämpfung?

Der Erstflug der Frühjahrsgeneration lässt sich über Temperatursummenmodelle (oft ab einer Bodentemperatursumme von 150–220 °C über dem Schwellenwert von 5 °C) recht präzise vorhersagen. Wenn du diese Modelle mit Gelbschalenfängen kombinierst, kannst du den optimalen Zeitpunkt für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder das Auflegen von Schutznetzen exakt bestimmen.

Welche Rolle spielen Resistenzen bei der chemischen Regulierung von Delia-Arten?

In einigen Regionen wurden bereits verminderte Empfindlichkeiten gegenüber bestimmten Wirkstoffklassen (wie Pyrethroiden) beobachtet. Um dem entgegenzuwirken, musst du zwingend die IRAC-Richtlinien beachten, Wirkstoffklassen konsequent rotieren und chemische Behandlungen immer mit kulturtechnischen Maßnahmen wie Netzen oder einer weiten Fruchtfolge kombinieren.

Kann ich Kulturschutznetze auch bei Feldkulturen wie Raps oder Getreide einsetzen?

Nein, der Einsatz von Kulturschutznetzen ist aufgrund der Flächengröße und der Mechanisierung im großflächigen Ackerbau wirtschaftlich und praktisch nicht durchführbar. Hier musst du dich vollkommen auf weite Fruchtfolgen, eine tiefe Bodenbearbeitung zur Puppenstörung und gegebenenfalls zugelassene Beizmittel oder gezielte Randbehandlungen stützen.