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Schädling

Fasan

Phasianus colchicus
PHSNCO

Der Jagdfasan (Phasianus colchicus, EPPO-Code: PHSNCO) ist ein weit verbreiteter Hühnervogel, der in der europäischen Agrarlandschaft sowohl als jagdbares Wild als auch als potenzieller Schaderreger auftritt. Ursprünglich aus Asien eingeführt, hat sich die Art in unseren Breiten fest etabliert. Während der Fasan in vielen Regionen als Bereicherung der Biodiversität gilt, kann er in bestimmten landwirtschaftlichen Kulturen erhebliche ökonomische Schäden verursachen.

Besonders gefährdet sind frisch auflaufende Kulturen im Frühjahr. Durch das typische Scharrverhalten und das gezielte Fressen von Saatgut und Keimlingen können erhebliche Fehlstellen im Bestand entstehen. Betroffen sind vor allem großsamige Kulturen wie Mais, Erbsen, Sonnenblumen und Getreide, bei denen die Vögel die frisch gelegten Samen systematisch aus dem Boden picken oder die jungen Triebe kurz nach dem Auflaufen abfressen.

Typ
Schädling
EPPO-Code
PHSNCO
Wirte
0 Kulturen
Generationen
1 Brut pro Jahr (ggf. Nachgelege)
Verbreitung
Der Jagdfasan ist in ganz Mitteleuropa flächendeckend in Agrarlandschaften verbreitet. Ökonomische Schäden treten meist lokal und nesterweise auf, insbesondere in strukturreichen Landschaften mit hohem Wald- und Heckenanteil.
Erstbeschreibung
Linnaeus, 1758

Biologie / Lebenszyklus

Die Fortpflanzungszeit des Fasans beginnt im zeitigen Frühjahr mit der Revierbildung und Balz der Hähne. Ab April legen die Hennen ihre Eier in gut versteckten Bodennestern, meist in Feldrainen, Hecken oder Brachen. Nach einer Brutdauer von rund 23 bis 25 Tagen schlüpfen die Küken im Mai oder Juni, die als Nestflüchter sofort auf Nahrungssuche gehen und sich anfangs überwiegend von proteinreichen Insekten ernähren. Im Laufe des Sommers stellt sich die Ernährung der Jungvögel auf pflanzliche Kost um, wodurch der Schadensdruck auf reifende Kulturen und Sonderkulturen wie Wein oder Gemüse bis zum Herbst hin lokal ansteigen kann. Im Winter schließen sich die Vögel oft zu kleineren Trupps zusammen und suchen auf abgeernteten Äckern und Winterungen nach Nahrung.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring beginnt unmittelbar nach der Aussaat und erstreckt sich über die kritische Phase des Auflaufens (BBCH-Stadien 00 bis 12). Du solltest gefährdete Schläge, insbesondere solche in Waldnähe oder an breiten Feldrainen, in den frühen Morgenstunden und zur Abenddämmerung auf Fasanenaktivität kontrollieren. Da es für Wirbeltiere keine starren wirtschaftlichen Schadschwellen wie bei Insekten gibt, dient die visuelle Bonitur von Fehlstellen und Scharrspuren als Entscheidungsgrundlage. Sobald erste Schäden sichtbar werden oder regelmäßig Trupps von mehr als 5 bis 10 Vögeln pro Hektar auf frisch bestellten Flächen beobachtet werden, sind sofortige Abwehrmassnahmen einzuleiten.

Symptome

Typische Schadbilder im Feld sind trichterförmige Löcher im Boden direkt über der Saatreihe, die durch das gezielte Scharren und Picken nach dem Saatgut entstehen. Bei auflaufenden Kulturen zeigen sich sauber abgebissene oder herausgezogene Keimlinge, oft liegen die leeren Samenschalen noch daneben. Im fortgeschrittenen BBCH-Stadium können an reifenden Maiskolben oder Beerenobst Fraßspuren und angepickte Früchte beobachtet werden, die sekundär oft von Pilzen besiedelt werden. Im Gegensatz zu Nagetierschäden sind die Trittsiegel der Fasanen und die charakteristischen Kotbällchen im Bereich der Schadstellen deutliche Indikatoren für diesen Schaderreger.

Integriertes Management

Die Regulierung des Fasans basiert auf einem integrierten Ansatz, der mechanische, vergrämende und kulturtechnische Maßnahmen kombiniert, da chemische Pflanzenschutzmittel zur direkten Bekämpfung nicht existieren. Eine tiefe und präzise Saatgutablage erschwert den Vögeln das Freischarren. Der Einsatz von zertifiziertem Saatgut, das mit zugelassenen Repellents (Vogelrepellents) gebeizt ist, schützt die Keimlinge in der empfindlichen BBCH-Phase 00–10. Zur temporären Vergrämung auf gefährdeten Flächen eignen sich optische und akustische Scheuchen wie Flatterbänder, Raubvogeldrachen oder Knallgeräte, wobei diese regelmäßig versetzt werden müssen, um Gewöhnungseffekte zu vermeiden. Eine enge Absprache mit der örtlichen Jägerschaft zur Bejagung im Rahmen der gesetzlichen Jagdzeiten unterstützt die Schadensminimierung nachhaltig.

Häufige Fragen

Wie kann ich im Agronomy-Hub nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen Fasanenfraß suchen?

Da es keine direkten Bekämpfungsmittel gegen Vögel gibt, musst du im Hub nach zugelassenen Saatgutbeizen mit repellenter Wirkung (Vogelvergrämung) suchen. Filtere dazu in der Produktdatenbank nach der Wirkungskategorie "Repellent" oder suche gezielt nach Anwendungen für deine Kultur, die den Schutz vor Vogelfraß im Keimblattstadium ausweisen.

Warum ist die Saattiefe eine so entscheidende kulturtechnische Maßnahme gegen Fasanenschäden?

Fasanen lokalisieren das Saatgut primär visuell an freiliegenden Körnern oder durch oberflächennahes Scharren. Wenn du die Saatgutablage an der oberen Grenze des für die Kultur tolerierbaren Bereichs wählst (z. B. bei Mais auf 5–6 cm statt 3–4 cm) und für eine gute Rückverfestigung des Bodens sorgst, erschwerst du den Vögeln das Auffinden und Freilegen der Samen erheblich.

Welche gesetzlichen Vorgaben muss ich beachten, wenn ich Fasanen von meinen Flächen vertreiben will?

Der Fasan unterliegt dem Jagdrecht. Aktive Vergrämungsmaßnahmen wie akustische Knallgeräte oder optische Scheuchen sind im Rahmen des Eigentumsschutzes auf landwirtschaftlichen Flächen erlaubt, solange sie keine unzumutbare Lärmbelästigung für Anwohner darstellen. Eine direkte Bejagung oder der Fang darf ausschließlich durch jagdberechtigte Personen während der gesetzlichen Jagdzeiten durchgeführt werden.

Wie verhindere ich, dass sich Fasanen an meine optischen und akustischen Scheuchen gewöhnen?

Fasanen sind lernfähig und gewöhnen sich oft innerhalb weniger Tage an statische Scheuchen. Du solltest Knallgeräte nur unregelmäßig und gesteuert über Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren laufen lassen. Versetze optische Scheuchen wie Raubvogeldrachen oder Flatterbänder alle 2 bis 3 Tage und kombiniere verschiedene Methoden, um den Abschreckungseffekt aufrechtzuerhalten.

Gibt es bestimmte Vorfrüchte oder Bodenbearbeitungsmethoden, die das Risiko von Fasanenschäden erhöhen?

Ja, eine reduzierte Bodenbearbeitung (Mulch- oder Direktsaat) belässt mehr Ernterückstände und Beikrautsamen an der Oberfläche, was Fasanen gezielt anlockt. Wenn du in solchen Systemen eine empfindliche Kultur anbaust, ist das Risiko für Folgeschäden durch das bereits etablierte Fressverhalten der Vögel auf der Fläche deutlich höher als nach einer sauberen Pflugfurche.