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Schädling

Kohlrübenblattwespe

Athalia rosae
ATALCO

Die Rübsenblattwespe (Athalia rosae, EPPO-Code: ATALCO), im deutschsprachigen Raum auch als Kohlrübenblattwespe oder Rapsblattwespe bekannt, ist ein bedeutender Schaderreger im Rapsanbau sowie an anderen Kreuzblütlern (Brassicaceae). Der Hautflügler kann bei starkem Auftreten erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen, da die Larven durch ihren intensiven Fraß die photosynthetisch aktive Blattfläche der Kulturen drastisch reduzieren.

Besonders gefährdet sind junge Rapsbestände im Herbst. Ein Massenauftreten der Larven, oft begünstigt durch warme und trockene Spätsommerwochen, kann innerhalb weniger Tage zu Kahlfraß führen. Dies schwächt die Kulturen vor dem Winter entscheidend und kann im schlimmsten Fall einen Totalausfall der betroffenen Schläge nach sich ziehen.

Typ
Schädling
EPPO-Code
ATALCO
Wirte
1 Kultur
Generationen
Meist 2–3 Generationen pro Jahr
Verbreitung
Die Rübsenblattwespe ist in ganz Europa, Teilen Asiens und Nordafrikas weit verbreitet und verursacht insbesondere in den gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas regelmäßig ökonomisch relevante Schäden im Rapsanbau.
Erstbeschreibung
Linnaeus, 1758

Biologie / Lebenszyklus

Die Rübsenblattwespe bildet in Mitteleuropa meist zwei bis drei Generationen pro Jahr aus, wobei die letzte Generation im Spätsommer und Herbst die größte Gefahr für den Winterraps darstellt. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier einzeln in die Blattränder der Wirtspflanzen ab. Nach wenigen Tagen schlüpfen die zunächst hellen, später grauschwarzen bis samtig-schwarzen Larven (Afterraupen), die ein intensives Fraßverhalten zeigen. Nach Abschluss ihrer Entwicklung verpuppen sich die Larven im Boden in einem Kokon, wo auch die Überwinterung der letzten Generation als Kokonlarve stattfindet.

Bonitur

Das Monitoring sollte insbesondere im Herbst ab dem Auflaufen des Rapses (BBCH 10 bis BBCH 19) intensiviert werden. Gelbschalen im Feld helfen dabei, den Zuflug der adulten Wespen zu überwachen, während die direkte visuelle Kontrolle der Pflanzen auf Eiablagespuren und junge Larven entscheidend für die Bekämpfungsentscheidung ist. Als wirtschaftlicher Schadensschwellenwert im Herbst gilt in der Regel ein Besatz von ein bis zwei Larven pro Pflanze bei schwach entwickelten Kulturen oder ein beginnender Skelettierfraß an mehr als 10 % der Blattfläche.

Symptome

Typische Symptome im Feld sind zunächst kleine, lochartige Fraßstellen (Fensterfraß) an den Blättern, die von den jungen Larven verursacht werden. Mit zunehmendem Alter der Larven geht dieser in einen intensiven Loch- und Schabefraß über, bis hin zum vollständigen Skelettierfraß, bei dem nur noch die dickeren Blattadern stehen bleiben. Bei starkem Befall sind die Pflanzen bis auf die Stängel kahlgefressen. Auf den Blättern und im Herz der Kulturen sind zudem die charakteristischen, bis zu 18 mm langen, samtig-schwarzen Afterraupen sowie dunkle Kotkrümel zu finden.

Integriertes Management

Eine integrierte Bekämpfungsstrategie setzt auf eine Kombination aus pflanzenbaulichen und chemischen Maßnahmen. Eine sorgfältige Bodenbearbeitung nach der Ernte stört die im Boden verpuppten Larven und reduziert das Potenzial für die Folgegeneration. Die Förderung von natürlichen Gegenspielern wie Schlupfwespen unterstützt die biologische Regulation. Wenn der Schadensschwellenwert überschritten wird, ist der gezielte Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln notwendig. Um Resistenzbildungen gemäß den IRAC-Richtlinien vorzubeugen, sollten Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkmechanismen im Spritzfenster abgewechselt und unnötige Behandlungen vermieden werden.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidest du die Larven der Rübsenblattwespe von den Raupen des Kohlweißlings?

Achte auf die Beine: Die Afterraupen der Rübsenblattwespe haben als Wespenlarven 11 Beinpaare (3 Brustbeinpaare und 8 Bauchbeinpaare). Echte Schmetterlingsraupen wie die des Kohlweißlings besitzen maximal 8 Beinpaare. Zudem sind die Larven der Blattwespe meist einfarbig dunkelgrau bis samtig-schwarz ohne auffällige Behaarung.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf das Schadpotenzial dieses Schaderregers?

Trockene und warme Spätsommermonate begünstigen die Eiablage und die schnelle Entwicklung der Larven enorm. Unter solchen Bedingungen kann sich explosionsartig eine dritte Generation entwickeln, die im herbstlichen Raps (BBCH 12–18) extremen Fraßschaden verursacht. Feuchte, kühle Witterung hingegen hemmt die Aktivität der adulten Wespen stark.

Wie findest du zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen die Rübsenblattwespe in unserem Hub?

Nutze die Suchfunktion im Hub und filtere nach der Kultur "Raps" sowie dem Schaderreger "Rübsenblattwespe" oder dem EPPO-Code "ATALCO". Achte darauf, nur Pflanzenschutzmittel auszuwählen, die für die aktuelle BBCH-Phase deiner Kultur zugelassen sind, und prüfe die spezifischen Auflagen zur Aufwandmenge und Wartezeit.

Warum ist die Bekämpfung im sehr frühen BBCH-Stadium so kritisch?

Junge Rapskeimlinge im Stadium BBCH 10 bis 12 haben noch sehr wenig Blattmasse. Wenn die Larven in dieser Phase fressen, führt das extrem schnell zum Totalausfall der Pflanze, da sie den Verlust der Keimblätter nicht kompensieren kann. Später, ab BBCH 16, tolerieren die Kulturen moderaten Blattverlust deutlich besser.

Welche Rolle spielt die Ausfallraps-Beseitigung bei der Befallsminderung?

Eine konsequente und frühzeitige Beseitigung von Ausfallraps und kreuzblütigen Unkräutern entzieht der zweiten Generation im Sommer die Nahrungsgrundlage. Dadurch verhinderst du, dass sich eine starke dritte Generation aufbaut, die anschließend direkt in deine neu eingesäten Winterrapsbestände einwandert.

Wie integrierst du das Resistenzmanagement bei der chemischen Regulierung?

Da gegen diesen Schaderreger im Raps häufig Pyrethroide (IRAC-Klasse 3A) eingesetzt werden, besteht bei einseitiger Nutzung ein hohes Resistenzrisiko. Du solltest Behandlungen streng an Schadschwellen ausrichten, die volle zugelassene Aufwandmenge nutzen, um Selektionseffekte zu vermeiden, und nach Möglichkeit Wirkstoffklassen rotieren, sofern alternative Anwendungen zugelassen sind.