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Schädling

Lepidoptera

Lepidoptera
1LEPIO

Die Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera, EPPO-Code: 1LEPIO) umfasst eine Vielzahl von wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern im Acker-, Obst-, Wein- und Gemüsebau. Während die adulten Falter meist harmlose Blütenbesucher oder Bestäuber sind, verursachen ihre Larven (Raupen) durch ihre fressende Lebensweise massive Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Je nach Schmetterlingsart konzentriert sich der Fraßschaden auf Blätter, Stängel, Blüten oder Früchte.

Zu den bekanntesten Vertretern, die in Mitteleuropa regelmäßig Bekämpfungsmaßnahmen erfordern, gehören unter anderem der Apfelwickler, der Maiszünsler, die Kohleule sowie verschiedene Wicklerarten im Weinbau. Der wirtschaftliche Schaden entsteht nicht nur durch direkten Ertragsverlust, sondern auch durch Qualitätsminderungen und die Begünstigung von Sekundärinfektionen durch Pilze oder Bakterien.

Typ
Schädling
EPPO-Code
1LEPIO
Wirte
0 Kulturen
Generationen
Je nach Art 1 bis mehrere überlappende Generationen pro Saison
Verbreitung
Schädliche Lepidoptera-Arten sind weltweit und in ganz Europa flächendeckend verbreitet. Sie verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe und gehören in fast allen Klimazonen zu den primären Zielorganismen im Pflanzenschutz.
Erstbeschreibung
Linnaeus, 1758

Biologie / Lebenszyklus

Der Lebenszyklus der Lepidoptera verläuft über eine vollständige Metamorphose (Ei, Larve/Raupe, Puppe, Imago). Nach der Paarung legen die weiblichen Falter ihre Eier gezielt an den Wirtspflanzen ab, oft an Blattunterseiten oder in der Nähe von Fruchtansätzen. Die schlüpfenden Raupen durchlaufen mehrere Larvenstadien (meist L1 bis L5), in denen sie den Hauptschaden durch intensiven Fraß verursachen. Nach Erreichen der Reife verpuppen sie sich im Boden, an Pflanzenteilen oder in geschützten Ritzen, um schließlich als fertige Falter zu schlüpfen. Je nach Art und Witterung überwintern die Schaderreger als Ei, Raupe oder Puppe.

Bonitur

Ein effektives Monitoring basiert auf einer Kombination aus visuellen Kontrollen und dem Einsatz von Pheromonfallen zur Flugüberwachung der adulten Falter. Die Kontrollen sollten frühzeitig ab dem Austrieb bzw. dem Auflaufen der Kulturen (oft ab BBCH 10 bis BBCH 50) beginnen, um den optimalen Behandlungszeitpunkt gegen die frisch geschlüpften Jungraupen (L1/L2) nicht zu verpassen. Schadschwellen sind stark artspezifisch; beim Apfelwickler liegt die kritische Grenze beispielsweise bei einem bestimmten Prozentsatz befallener Früchte oder einer definierten Anzahl gefangener Falter pro Woche. Nutze Temperatursummenmodelle (Gradtage), um den Schlupfzeitpunkt der Larven präzise vorherzusagen.

Symptome

Typische Symptome im Feld sind Loch-, Skelettier- oder Fensterfraß an den Blättern sowie Miniergänge in Blattgeweben. Bei Fruchtschädigungen zeigen sich Einbohrlöcher, die oft von feuchtem Kot (Frass) umgeben sind, was rasch zu Fäulnis führt. Einige Arten bohren sich in die Stängel ein (z. B. Maiszünsler), was zu Welkeerscheinungen, Knicken der Stängel und gestörtem Nährstofftransport führt. Im Weinbau sind zusammengesponnene Gespinste an Blütenständen oder Trauben (Sauerwurm/Heuwurm) ein klares Diagnosemerkmal.

Integriertes Management

Das integrierte Management setzt auf eine Kombination aus vorbeugenden Kulturmaßnahmen, biologischer Kontrolle und gezieltem chemischen Pflanzenschutz. Mechanische Maßnahmen wie das Unterpflügen von Ernterückständen reduzieren die Überwinterungspopulationen (z. B. beim Maiszünsler). Biologische Verfahren wie der Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen zur Eiparasitierung oder Präparate auf Basis von Bacillus thuringiensis (Bt) gegen junge Larven sind hochwirksam und schonen Nützlinge. Beim Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel ist ein striktes Wirkstoffmanagement nach IRAC (z. B. Wechsel zwischen Pyrethroiden, Diamiden und Spinosynen) zwingend erforderlich, um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie finde ich im Hub die passenden zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen Schmetterlingsraupen für meine Kultur?

Nutze die Filterfunktion in unserem Pflanzenschutz-Hub. Wähle zuerst deine spezifische Kultur und filtere anschließend nach der Schaderreger-Gruppe "Lepidoptera" oder der konkreten Zielart. Achte darauf, nur Produkte auszuwählen, die für das aktuelle BBCH-Stadium deiner Kultur zugelassen sind, und prüfe die jeweiligen Anwendungsbestimmungen sowie die Wartezeit.

Warum ist die Bekämpfung von älteren Raupenstadien (L3–L5) oft so schwierig?

Ältere Raupen besitzen eine deutlich höhere Toleranz gegenüber vielen Pflanzenschutzmitteln und haben sich oft bereits tief in Pflanzenteile, Stängel oder Früchte eingebohrt. Dort sind sie für Kontaktgifte praktisch unerreichbar. Behandlungen müssen daher zwingend auf das sensible L1- und L2-Stadium (frisch geschlüpfte Larven) ausgerichtet werden.

Welche Rolle spielen Gradtage (Temperatursummen) bei der Terminierung der Behandlung?

Da die Entwicklung von Insekten temperaturabhängig ist, helfen Gradtage dabei, den genauen Zeitpunkt des Falterflugs, der Eiablage und des Larvenschlupfs vorherzusagen. Durch die Akkumulation der täglichen Durchschnittstemperaturen über einem artspezifischen Schwellenwert kannst du den optimalen Spritztermin für Fraßgifte oder biologische Präparate exakt bestimmen, noch bevor sichtbare Schäden auftreten.

Wie kann ich das Risiko von Wirkstoffresistenzen bei der Raupenbekämpfung minimieren?

Halte dich strikt an die IRAC-Richtlinien zur Resistenzvermeidung. Wechsle bei aufeinanderfolgenden Behandlungen systematisch zwischen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (z. B. von Diamiden zu Spinosynen oder Bt-Präparaten). Vermeide Unterdosierungen und halte die maximal zulässige Anzahl an Anwendungen pro Saison ein.

Wann ist der Einsatz von Bacillus thuringiensis (Bt) im Freiland am effektivsten?

Bt-Präparate wirken als Fraßgift und müssen von den Raupen aktiv aufgenommen werden. Bringe sie daher bei warmem, trockenem Wetter aus, wenn die Jungraupen (L1/L2) aktiv fressen. Da Bt-Toxine UV-empfindlich sind, empfiehlt sich eine Anwendung in den späten Nachmittags- oder Abendstunden, um eine vorzeitige Inaktivierung des Wirkstoffs zu verhindern.

Wie unterscheide ich den Schaden von Schmetterlingsraupen von dem der Blattwespenlarven?

Schmetterlingsraupen besitzen neben den drei echten Brustbeinpaaren maximal vier Bauchfußpaare und einen Nachschieber am Hinterende (insgesamt höchstens 5 Paar Afterfüße). Blattwespenlarven (Afterraupen) hingegen haben mindestens sechs Paare von Afterfüßen. Zudem hinterlassen Blattwespen oft einen sehr sauberen Skelettierfraß, während Schmetterlingsraupen meist unregelmäßigere Fraßbilder und sichtbare Kotkrümel hinterlassen.