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Schädling

Schattenwickler

Cnephasia asseclana
CNEPVI

Der Schattenwickler (Cnephasia asseclana, EPPO-Code: CNEPVI) ist ein Kleinschmetterling aus der Familie der Wickler (Tortricidae), der in Mitteleuropa als polyphager Schaderreger an verschiedenen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen auftritt. Besonders im Hopfenanbau (Humulus lupulus) besitzt dieser Schädling eine erhebliche wirtschaftliche Relevanz, da der Raupenfraß direkt die Ertragsorgane schädigt.

Die Falter sind dämmerungs- und nachtaktiv und fallen durch ihre graubraun gemusterten Vorderflügel auf. Während die adulten Tiere keinen Schaden anrichten, verursachen die Larven durch ihre Mineur- und Gespinsttätigkeit erhebliche Schäden an Blättern, Triebspitzen und Blütenständen. Bei starkem Befall in Sonderkulturen wie Hopfen kann dies zu spürbaren Ertragseinbußen und Qualitätsminderungen des Ernteguts führen.

Typ
Schädling
EPPO-Code
CNEPVI
Wirte
1 Kultur
Generationen
1 Generation pro Jahr
Verbreitung
Der Schattenwickler ist in ganz Europa, Nordafrika und Teilen Asiens weit verbreitet. Seine wirtschaftliche Hauptbedeutung liegt in den intensiven Hopfenanbaugebieten Mitteleuropas, wo er ohne gezielte Regulierungsmaßnahmen erhebliche Qualitätsverluste verursachen kann.
Erstbeschreibung
Denis & Schiffermüller, 1775

Biologie / Lebenszyklus

Der Schattenwickler bringt in der Regel eine Generation pro Jahr hervor (univoltin). Die Überwinterung erfolgt als junge L1-Larve in einem dichten Gespinst an geschützten Stellen wie Rindenritzen oder Pflanzenresten im Boden. Im Frühjahr (meist ab April) werden die Larven aktiv und minieren zunächst in den Blättern der Wirtspflanzen. Mit zunehmendem Alter verlassen sie die Minen, spinnen Triebspitzen oder Blütenknospen zusammen und fressen darin geschützt. Die Verpuppung findet ab Juni im Fraßgespinst statt, woraufhin im Hochsommer (Juni bis August) die Falter schlüpfen, sich paaren und die Eier für die nächste Generation ablegen.

Bonitur

Das Monitoring beginnt im Frühjahr mit dem Austrieb der Kulturen (ab BBCH-Stadium 12 bis 31). Zur Überwachung des Falterflugs und zur Bestimmung des optimalen Behandlungszeitraums werden ab Ende Mai Pheromonfallen in den Kulturen installiert. Eine visuelle Kontrolle auf erste Minierspuren an den Blättern sowie zusammengesponnene Triebspitzen sollte wöchentlich erfolgen. Als wirtschaftliche Schadensschwelle im Hopfenanbau gilt ein Befall von mehr als 5 bis 10 % der kontrollierten Triebe oder das regelmäßige Auftreten frischer Gespinste an den Leittrieben vor der Blüte (BBCH 51–55).

Symptome

Typische Symptome im Feld sind anfänglich feine, bräunliche Gangminen in den Blättern, die von den jungen Larven verursacht werden. Später zeigen sich charakteristische, zusammengesponnene Triebspitzen und Blätter, in denen die älteren, graugrünen bis dunkelbraunen Raupen fressen. Befallene Triebspitzen krümmen sich oft, verkümmern oder sterben komplett ab. Im Hopfen führt der Fraß an den jungen Doldenanlagen zu Verkrüppelungen, vorzeitiger Bräunung und dem Abfallen der Dolden, was das typische Schadbild des "Schattenwicklerbefalls" komplettiert.

Integriertes Management

Ein integriertes Management setzt auf eine Kombination aus kulturtechnischen, biologischen und chemischen Maßnahmen. Zur mechanischen Reduktion des Befallsdrucks trägt das sorgfältige Unterpflügen von Pflanzenresten im Herbst bei, um die Überwinterungsquartiere zu zerstören. Biologisch können Schlupfwespen (z. B. *Trichogramma*-Arten) oder der Einsatz von *Bacillus thuringiensis*-Präparaten gegen junge Larvenstadien erfolgreich integriert werden. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten selektiv und streng nach Überschreiten der Schadensschwelle eingesetzt werden, wobei zur Vermeidung von Resistenzen ein Wirkstoffwechsel gemäß den IRAC-Richtlinien zwingend einzuhalten ist.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich der Schaden des Schattenwicklers von dem des Hopfenzünslers?

Während der Schattenwickler (*Cnephasia asseclana*) vor allem im Frühjahr Triebspitzen zusammenspinnt und Blätter miniert, bohrt sich die Larve des Hopfenzünslers direkt in die Stängel und verursacht das Welken ganzer Triebe im späteren Sommer. Zudem sind die Gespinste des Schattenwicklers meist kompakter und konzentrieren sich auf die jüngsten Pflanzenteile.

Welchen Einfluss hat die Witterung im Frühjahr auf die Schadwirkung des Schaderregers?

Ein warmes und trockenes Frühjahr beschleunigt die Larvenentwicklung und führt zu einem konzentrierten Auftreten der Fraßschäden an den jungen Trieben. Nasskalte Witterung hingegen verzögert die Aktivität der Larven, kann aber auch die Wirkung von biologischen Pflanzenschutzmitteln wie *Bacillus thuringiensis* beeinträchtigen, da die Larven dann weniger Fraßaktivität zeigen.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Bacillus thuringiensis?

Die Anwendung sollte erfolgen, sobald die Larven ihre Blattminen verlassen und mit dem Freifraß bzw. dem Zusammenspinnen der Triebspitzen beginnen (meist zwischen BBCH 19 und 31). Zu diesem Zeitpunkt sind die Larven noch klein (L1/L2) und reagieren besonders empfindlich auf das biologische Pflanzenschutzmittel, bevor sie sich tief in den Gespinsten verbergen.

Wie finde ich im Agronomy-Hub zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Schattenwickler?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Hub und filtern Sie nach der Kultur "Hopfen" sowie dem Schaderreger "Schattenwickler" (oder dem EPPO-Code CNEPVI). Achten Sie bei der Auswahl der Pflanzenschutzmittel auf die spezifisch ausgewiesene Aufwandmenge, die einzuhaltende Wartezeit sowie die zugelassenen BBCH-Stadien für die Anwendung.

Warum ist die Einhaltung der IRAC-Klassifizierung bei der chemischen Bekämpfung so wichtig?

Da der Schattenwickler oft in Regionen mit intensivem Pflanzenschutzmittel-Einsatz auftritt, besteht die Gefahr von Resistenzbildungen. Durch den gezielten Wechsel zwischen Wirkstoffen mit unterschiedlichen IRAC-Wirkungsmechanismen (z. B. Pyrethroide vs. Häutungsbeschleuniger) wird verhindert, dass selektierte, resistente Individuen die Population dominieren.

Können Pheromonfallen auch zur direkten Bekämpfung (Mating Disruption) genutzt werden?

Nein, die im Handel erhältlichen Pheromonfallen für *Cnephasia asseclana* dienen ausschließlich dem Monitoring (Überwachung des Falterflugs) und der Prognose des optimalen Behandlungsfensters. Eine direkte Bekämpfung durch Verwirrungstechnik ist für diese Art im Hopfenanbau derzeit nicht praxisüblich oder registriert.