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Kultur

Alpenveilchen-Arten

Cyclamen sp.
CYZSS

Alpenveilchen-Arten (wissenschaftlich Cyclamen sp., EPPO-Code: CYZSS) gehören zu den wirtschaftlich bedeutendsten Topfpflanzenkulturen im mitteleuropäischen Zierpflanzenbau. Die Kultur zeichnet sich durch eine anspruchsvolle Entwicklungsphysiologie aus, die eine präzise Steuerung von Temperatur, Licht und Feuchtigkeit erfordert. Hauptsächlich werden Sorten von Cyclamen persicum kultiviert, die als herbst- und winterblühende Topfpflanzen im geschützten Anbau produziert werden.

Die Kulturführung verlangt vom Anbauer fundierte Kenntnisse über die Wachstumsphasen, da physiologische Störungen wie Knospenabort oder ungleichmäßiger Blühbeginn oft auf suboptimales Klimamanagement zurückzuführen sind. Zudem stellt die Anfälligkeit gegenüber bodenbürtigen Schaderregern und Welkepilzen eine ständige Herausforderung im integrierten Pflanzenschutz dar. Eine erfolgreiche Produktion basiert daher auf strenger Hygiene und einer exakt abgestimmten Düngungs- und Bewässerungsstrategie.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Juni
Erntefenster
September bis Februar
Reihenabstand
20–25 cm
Typischer Ertrag
8–12 verkaufsfähige Töpfe/m²
Wärmesumme (GDD)
2200–2600
Boden-pH
5,5–6,2

Bodenmanagement

Die Kultur von Alpenveilchen erfolgt fast ausschließlich in spezialisierten Substraten im geschützten Anbau. Optimal ist ein strukturstabiles, gut luftdurchlässiges Torf-Ton-Gemisch oder torfreduziertes Substrat mit einem moderaten Nährstoffgehalt. Da die Kultur sehr empfindlich auf Staunässe reagiert, muss die physikalische Drainage im Topf jederzeit gewährleistet sein. Der pH-Wert sollte stabil im leicht sauren Bereich gehalten werden, um Spurennährstoffmängel, insbesondere Eisenmangel, zu verhindern. Eine regelmäßige Kontrolle des Salzgehalts im Substrat ist zwingend erforderlich, da Cyclamen sehr salzempfindlich reagieren, besonders in der frühen Anwachsphase.

Schaderreger-Management

Im integrierten Pflanzenschutz bei Alpenveilchen steht die Prävention von Pilzkrankheiten im Vordergrund. Schaderreger wie Rhizoctonia solani und Botrytis cinerea müssen durch ein konsequentes Hygienekonzept und ein optimiertes Gewächshausklima (Vermeidung von freiem Wasser auf den Blättern) kontrolliert werden. Gegen tierische Schädlinge wie Thripse, Spinnmilben und Weichhautmilben ist ein frühzeitiger Einsatz von Nützlingen wie Raubmilben sehr effektiv. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten gezielt und im Wechsel der Wirkstoffklassen eingesetzt werden, um Resistenzbildungen zu vermeiden. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Applikationstechnik, da das dichte Laubdach der Kultur eine gründliche Benetzung der Blattunterseiten und der Knolle erschwert.

Sorten

Halios F1

Mittelspät

Sehr hoher Anteil an erstklassiger A-Ware bei gleichmäßiger Kulturführung.

Resistent gegen: Hitzestress

Anfällig für: Botrytis cinerea, Cyclamen-Welke

Großblumige F1-Serie mit sehr breiter Farbpalette und starkem Wuchs. Hervorragend geeignet für die herbstliche Hauptsaison.

Latinia F1

Mittelfrüh

Hohe Flächenproduktivität durch engen Stand im Gewächshaus.

Resistent gegen: Knospenabort

Anfällig für: Rhizoctonia solani

Kompakte, mittelgroß blühende Serie mit sehr frühem und konzentriertem Blühfenster. Ideal für dichte Stellweisen.

Metis F1

Früh

Sehr hohe Stückzahlen pro Quadratmeter Stellfläche realisierbar.

Resistent gegen: Witterungseinflüsse, Mehltau

Anfällig für: Grauschimmel

Mini-Cyclame mit exzellenter Eignung für den Außenbereich (Garden Cyclamen). Sehr wettertolerant und reichblühend.

Super Serie Verano F1

Sehr früh

Zuverlässige Blüte auch unter schwierigen sommerlichen Kulturbedingungen.

Resistent gegen: Sommerhitze

Anfällig für: Thripse

Hitzetolerante Mini-Serie, die sich besonders für die frühe Topfung und den Sommerverkauf eignet.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie erkennst du einen Befall mit Rhizoctonia solani frühzeitig in deiner Kultur?

Achte auf plötzliche Welkeerscheinungen an einzelnen Blättern, während der Rest der Kultur noch gesund wirkt. Wenn du die betroffene Knolle untersuchst, siehst du oft braune, trockene Fäulnisstellen am Knollenansatz und den Wurzeln. Ein schnelles Eingreifen mit für diese Anwendung zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ist jetzt entscheidend, um eine Ausbreitung im Bestand zu verhindern.

Welche Rolle spielt die relative Luftfeuchtigkeit bei der Vermeidung von Knospenfäule?

Du solltest die relative Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus tagsüber bei 60–70 % halten. Steigt sie nachts über 85 %, kondensiert Wasser auf den jungen Knospen im Herz der Kultur, was Infektionen durch Grauschimmel begünstigt. Nutze Heizung und Lüftung gezielt zur Entfeuchtung in den frühen Morgenstunden.

Wie steuerst du die Nährstoffzufuhr in der späten Kulturphase optimal?

Sobald sich die ersten Blütenknospen strecken, musst du das Stickstoff-Kalium-Verhältnis (N:K) zugunsten von Kalium verschieben (z. B. auf 1:2 oder 1:3). Dies festigt das Gewebe, fördert eine intensive Blütenfarbe und erhöht die Haltbarkeit der Kultur beim Endverbraucher.

Warum ist das Gießverfahren bei Alpenveilchen so kritisch für die Pflanzengesundheit?

Du solltest Cyclamen idealerweise über Anstau- oder Ebbe-Flut-Systeme bewässern. Eine Überkopfberegnung führt dazu, dass Wasser im dichten Laub und im Knollenherz stehen bleibt, was das Risiko für bakterielle Knollenfäule und Pilzinfektionen drastisch erhöht.

Wie findest du im Portal passende Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger bei Cyclamen?

Nutze die Suchfunktion in unserem Hub und filtere gezielt nach der Kultur 'Zierpflanzen' sowie dem spezifischen Schaderreger. Achte darauf, nur Pflanzenschutzmittel auszuwählen, die eine aktuelle Zulassung für die jeweilige Anwendung im Gewächshaus besitzen, und beachte die angegebenen Aufwandmengen sowie die Wartezeit.