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Pilz

Rhizoctonia solani

Rhizoctonia solani
RHIZSO

Rhizoctonia solani (EPPO-Code: RHIZSO) ist ein weltweit verbreiteter, bodenbürtiger Pilz, der als einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im Acker- und Gemüsebau gilt. Der Erreger besitzt einen extrem breiten Wirtskreis, der von Kartoffeln über Salat- und Kohlkulturen bis hin zu Zierpflanzen reicht. Besonders gefürchtet ist der Pilz, da er sowohl Keimlingskrankheiten (Umfallkrankheit) als auch Trieb-, Wurzel- und Knollenfäulen verursachen kann, was regelmäßig zu erheblichen Ertrags- und Qualitätsverlusten führt.

Die wirtschaftliche Relevanz ist enorm, da befallene Erntegüter wie Kartoffelknollen durch die sogenannten Pocken (Sklerotien) unverkäuflich werden oder im Salatbau ganze Bestände durch bodennahe Fäulnis (Bottom Rot) komplett ausfallen können. Da der Schaderreger im Boden überdauert und sehr widerstandsfähig ist, stellt er landwirtschaftliche Betriebe vor langfristige Herausforderungen bei der Fruchtfolgegestaltung und Feldbewirtschaftung.

Typ
Pilz
EPPO-Code
RHIZSO
Wirte
9 Kulturen
Generationen
Nicht zutreffend (bodenbürtiger Pilz mit kontinuierlichem Myzelwachstum)
Verbreitung
Rhizoctonia solani ist weltweit in fast allen landwirtschaftlich genutzten Böden verbreitet und verursacht insbesondere in den gemäßigten und feucht-warmen Klimazonen erhebliche ökonomische Schäden im Kartoffel-, Gemüse- und Rübenbau.
Erstbeschreibung
Kühn, 1858 (Deutschland)

Biologie / Lebenszyklus

Der Pilz überdauert ungünstige Witterungsperioden als widerstandsfähiges Myzel oder in Form von Dauerkörpern (Sklerotien) im Boden, an Pflanzenresten sowie auf infiziertem Pflanzgut. Sobald im Frühjahr die Temperaturen steigen und Feuchtigkeit vorhanden ist, keimen die Sklerotien aus und das Myzel wächst aktiv durch den Boden hin zu den Wurzeln und Trieben der Kulturen. Die Infektion erfolgt direkt durch die Epidermis oder über natürliche Öffnungen und Wunden, wobei der Erreger pflanzengewebezerstörende Enzyme ausscheidet. Im Laufe der Vegetationsperiode breitet sich der Pilz von Pflanze zu Pflanze aus, und gegen Ende der Saison bilden sich auf den reifenden Pflanzenteilen erneut die charakteristischen schwarzen Sklerotien, die den Lebenszyklus schließen.

Bonitur

Die Überwachung beginnt bereits vor der Pflanzung durch die visuelle Bonitur des Pflanzguts auf Sklerotienbesatz. Im Feld erfolgt das Monitoring vor allem in den frühen BBCH-Stadien (BBCH 09 bis 31), da junge Triebe besonders anfällig für den gefürchteten Triebgipfelbefall und das Umfallen sind. Eine gezielte Kontrolle ist bei kühler, feuchter Witterung und auf schweren, verschlämmten Böden ratsam, da diese Bedingungen die Infektion begünstigen. Schadschwellen sind im Gemüsebau meist extrem niedrig angesetzt (oft Toleranzgrenze von 0 %), während im Kartoffelanbau ein Besatz von mehr als 5–10 % der Knollen mit Sklerotien als kritischer Schwellenwert für die Verwendung als Pflanzgut gilt.

Symptome

Die Symptome variieren je nach Kultur stark. Bei Kartoffeln zeigen sich im Frühjahr braune, eingesunkene Nekrosen an den unterirdischen Trieben (Stängelfäule), was zu lückigen Beständen führt; später bilden sich auf den Knollen fest haftende, schwarze Pocken (Sklerotien) und an der Stängelbasis ein weißlicher Pilzbelag (Weißhosigkeit). Bei Salat- und Kohlkulturen führt der Befall zu braunen, trockenen Fäulnisstellen an den bodennahen Blättern und Stängeln (Fußfäule), wodurch die Kulturen welken und umfallen. Bei Keimlingen zeigt sich das typische Einschnüren und Umfallen des Stängels direkt über der Erdoberfläche (Wurzelbrand).

Integriertes Management

Ein integriertes Management basiert primär auf vorbeugenden pflanzenbaulichen Maßnahmen. Dazu gehören eine weite Fruchtfolge (Anbaupausen von mindestens 3–4 Jahren bei anfälligen Kulturen), die Förderung einer schnellen Jugendentwicklung durch flache Pflanzung in warme, gut strukturierte Böden sowie die Verwendung von gesundem, zertifiziertem Pflanzgut. Biologische Maßnahmen umfassen den Einsatz von antagonistischen Bodenorganismen (z. B. Trichoderma-Stämme oder Bacillus subtilis) zur Boden- oder Pflanzgutbehandlung. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten gezielt als Beizung oder Furchenbehandlung appliziert werden; dabei ist zur Vermeidung von Resistenzen ein konsequenter Wirkstoffwechsel gemäß den FRAC-Richtlinien (z. B. Wechsel zwischen SDHI-Fungiziden und anderen Wirkstoffklassen) einzuhalten.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kann ich im Online-Hub gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen Rhizoctonia suchen?

Nutze die Suchfunktion im Hub und filtere nach dem Schaderreger Rhizoctonia solani oder dem EPPO-Code RHIZSO. Du kannst die Ergebnisse anschließend nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Kartoffel oder Salat) und dem gewünschten Anwendungsbereich filtern, um die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel und deren genaue Aufwandmengen einzusehen.

Warum ist die Bodentemperatur beim Legen von Kartoffeln so entscheidend für das Infektionsrisiko?

Der Pilz ist bereits bei niedrigen Temperaturen ab ca. 5–8 °C aktiv, während die Kartoffel für ein schnelles Auflaufen höhere Temperaturen benötigt. Legst du die Knollen in zu kalten Boden (unter 8–10 °C), verzögert sich die Keimung (BBCH 09 bis 12). Der Keimling verbleibt länger in der empfindlichen Phase im Boden, was dem Erreger optimale Bedingungen bietet, um die jungen Triebe zu infizieren und abzutöten.

Welche Rolle spielen Gründüngung und Zwischenfrüchte bei der Regulierung des Erregers im Boden?

Einige Zwischenfrüchte können als Wirtspflanzen dienen und das Potenzial im Boden unbemerkt erhöhen. Achte darauf, resistente oder neutrale Zwischenfrüchte wie bestimmte Senfarten oder Ölrettich zu wählen. Der gezielte Anbau von Biofumigationspflanzen kann zudem helfen, die Sklerotienbelastung im Boden vor dem Anbau empfindlicher Kulturen aktiv zu senken.

Wie unterscheidet sich die chemische Beizung von der Furchenbehandlung im Kartoffelanbau?

Bei der Knollenbeizung applizierst du das Pflanzenschutzmittel direkt auf das Pflanzgut, um die Knolle vor dem Auskeimen zu schützen. Die Furchenbehandlung hingegen benetzt den umgebenden Boden während des Legens. Letztere bietet oft einen breiteren Schutzkorridor für die heranwachsenden Stängel gegen bodenbürtiges Myzel, erfordert jedoch spezielle Düsentechnik an der Legemaschine.

Kann ich durch die Regulierung der Bewässerung das Befallsrisiko im Salatbau minimieren?

Ja, Feuchtigkeit im bodennahen Mikroklima ist der Haupttreiber für Infektionen. Bewässere deine Kulturen vorzugsweise in den frühen Morgenstunden, damit die Bestände und die Bodenoberfläche tagsüber rasch abtrocknen können. Vermeide zudem Staunässe durch eine gute Bodenstrukturierung, da nasse Böden die Aktivität des Pilzes massiv fördern.

Was musst du beim Einsatz von biologischen Präparaten auf Basis von Trichoderma beachten?

Biologische Gegenspieler wirken rein präventiv und müssen sich im Boden etablieren, bevor der Schaderreger die Kultur infiziert. Bringe diese Präparate daher möglichst frühzeitig – idealerweise direkt bei der Pflanzung oder Aussaat – in den Boden ein. Beachte, dass diese lebenden Organismen feuchte Bedingungen und ausreichende Bodentemperaturen benötigen, um ihre volle Wirkung zu entfalten.