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Kultur

Chrysanthemum

Chrysanthemum
1CHYG

Die Gattung Chrysanthemum (EPPO-Code: 1CHYG), im Erwerbsgartenbau oft auch unter dem historischen Namen Dendranthema geführt, gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Zierpflanzenkulturen in Mitteleuropa. Ob als Schnittblume, Topfpflanze oder als herbstlicher Blickfang im Freiland (Multiflora-Kugeln) – diese Kultur stellt aufgrund ihrer photoperiodischen Steuerung hohe Ansprüche an das Kulturmanagement. Als klassische Kurztagspflanze benötigt sie für die Blüteninduktion gezielte Verdunkelungsmaßnahmen oder eine präzise Steuerung des Belichtungsregimes im Gewächshaus.

Für den erfolgreichen Anbau im professionellen Gartenbau ist ein tiefes Verständnis der physiologischen Entwicklungsstadien unerlässlich. Die Kultur reagiert äußerst sensibel auf Temperaturschwankungen und Lichtverhältnisse, was eine exakte Steuerung der Wachstumsfaktoren erfordert. Zudem verlangt die hohe Anfälligkeit gegenüber spezifischen Schaderregern ein integriertes Pflanzenschutzkonzept, das sowohl biologische als auch chemische Maßnahmen klug miteinander kombiniert, um die geforderte Marktqualität ohne Rückstandsprobleme zu sichern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Juli (Eintopfen von Jungpflanzen)
Erntefenster
August bis November
Reihenabstand
20–40 cm
Typischer Ertrag
15–30 Töpfe/m² bzw. 80–120 Stiele/m²
Wärmesumme (GDD)
1400
Boden-pH
5,5–6,5

Bodenmanagement

Für den Anbau dieser Kultur ist ein strukturstabiles, gut drainiertes Substrat mit hoher Pufferkapazität entscheidend, um Staunässe und die damit verbundene Wurzelfäule konsequent zu vermeiden. Du solltest auf eine ausgewogene Grunddüngung achten, wobei der pH-Wert im leicht sauren Bereich stabilisiert werden muss, um Spurenelementmängel wie Eisenchlorose zu verhindern. Während der vegetativen Wachstumsphase ist der Stickstoffbedarf hoch, während zur Blütenknospeninduktion eine kalibetonte Nachdüngung die Standfestigkeit und Ausfärbung fördert. Regelmäßige Substrat- und Gießwasseranalysen helfen dir, die Salzkonzentration (EC-Wert) im optimalen Bereich von 1,2 bis 1,8 mS/cm zu halten. Eine Tröpfchenbewässerung oder Ebbe-Flut-Systeme minimieren die Laubfeuchte und senken somit das Risiko für Pilzinfektionen erheblich.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz erfordert eine lückenlose Überwachung, da die Kultur besonders anfällig für den Weißen Rost (Puccinia horiana) und die Minierfliege (Liriomyza trifolii) ist. Gegen tierische Schaderreger wie Thripse und Spinnmilben solltest du frühzeitig auf den gezielten Einsatz von Nützlingen wie Raubmilben (Amblyseius swirskii) oder Florfliegenlarven setzen. Beim Auftreten von Pilzkrankheiten wie Botrytis oder Echtem Mehltau ist der rechtzeitige Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel mit wechselnden Wirkstoffklassen zur Vermeidung von Resistenzen unerlässlich. Achte bei chemischen Behandlungen stets auf die Kulturverträglichkeit, da insbesondere offene Blüten extrem empfindlich auf Spritzflecken reagieren können. Eine konsequente Betriebshygiene, das Entfernen von Pflanzenabfällen und die Steuerung der Luftfeuchte im Gewächshaus bilden das Fundament deiner Strategie.

Sorten

Branfountain

Mittelfrüh (September)

Hervorragende Knospenbelegung und hohe Transportstabilität.

Resistent gegen: Mehltau

Anfällig für: Staunässe, Weißer Rost

Sehr beliebte, reichblühende Multiflora-Sorte für den Freilandanbau im Topf. Bildet dichte, kugelige Büsche.

Anastasia

Spät (Oktober/November, gesteuert)

Sehr hohe Stielqualität und lange Vasenlebensdauer.

Anfällig für: Thripse, Minierfliegen, Botrytis

Etablierte Premium-Sorte für den Schnittblumenanbau im Gewächshaus mit markanten, spinnenartigen Blüten.

Gigi

Früh bis mittelfrüh (August/September)

Sehr gleichmäßiger Wuchs und zeitgleiches Aufblühen.

Resistent gegen: Weißer Rost

Anfällig für: Spinnmilben

Kompakt wachsende Multiflora-Serie mit exzellenter Farbauswahl, ideal für den frühen Herbstabsatz.

Yoko Ono

Gesteuert (Ganzjahresanbau)

Hohe Stieldichte und exzellente Haltbarkeit im Handel.

Anfällig für: Weißer Rost, Thripse

Sehr gefragte, kleingeblümte grüne Pompon-Sorte für den professionellen Schnittblumenanbau unter Glas.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie steuerst du die Blütenbildung bei Chrysanthemen im Gewächshaus gezielt?

Da es sich um Kurztagspflanzen handelt, leitest du die Blütenbildung ein, indem du die tägliche Lichtphase künstlich auf unter 11 bis 12 Stunden reduzierst. Dies erreichst du im Gewächshaus durch den Einsatz von automatischen Verdunkelungsanlagen (schwarze Folien oder Spezialgewebe). Achte darauf, dass während der Verdunkelungsphase absolut kein Störlicht an die Kultur gelangt, da bereits geringe Lichtmengen die Knospeninduktion verzögern oder zu physiologischen Störungen führen können.

Welche Rolle spielt das Stutzen (Entspitzen) bei der Kulturführung und wann nimmst du es vor?

Das Stutzen bricht die apikale Dominanz und fördert die Verzweigung, was besonders bei Topf- und Multiflora-Kulturen für einen buschigen, kompakten Wuchs wichtig ist. Du solltest den Haupttrieb etwa 10 bis 14 Tage nach dem Topfen einkürzen, sobald die Jungpflanze gut angewurzelt ist und aktiv wächst. Bei Schnittsorten wird hingegen oft eintriebig kultiviert, weshalb du hier alle Seitentriebe konsequent ausbrechen musst (Disknospen), um eine einzige, große Endblüte zu erhalten.

Wie kannst du den gefürchteten Weißen Rost im integrierten Anbau effektiv verhindern?

Der Weiße Rost (Puccinia horiana) benötigt flüssiges Wasser auf den Blättern zur Keimung der Sporen. Vermeide daher unbedingt eine Überkopfberegnung in den Abendstunden und sorge durch gezieltes Heizen und Lüften (Aktivierung der Umluftventilatoren) für eine schnelle Abtrocknung des Bestandes. Setze vorbeugend biologische Pflanzenstärkungsmittel ein und kontrolliere Zukaufsware penibel, da der Schaderreger oft über infizierte Jungpflanzen eingeschleppt wird.

Was musst du bei der Anwendung von Wachstumsregulatoren (Stauchungsmitteln) beachten?

Um kompakte, verkaufsfertige Topfpflanzen zu erzielen, ist der Einsatz von Stauchungsmitteln oft unumgänglich. Du solltest die Behandlungen frühzeitig im vegetativen Stadium beginnen, sobald die Seitentriebe etwa 2 bis 5 cm lang sind. Beachte, dass die Wirkung stark von der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Sorte abhängt; teste neue Mittel oder Konzentrationen daher immer zuerst an einer kleinen Probegruppe, um Blattschäden oder eine zu starke Hemmung zu vermeiden.

Wie findest du im Online-Portal schnell die passenden Pflanzenschutzmittel für deine Kultur?

Nutze im Hub die Filterfunktion für Kulturen und wähle dort gezielt "Zierpflanzen" oder speziell "Chrysanthemen" aus. Kombiniere diesen Filter mit dem gesuchten Schaderreger (z. B. Minierfliegen oder Echter Mehltau), um sofort alle aktuell in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer spezifischen Aufwandmengen, Wartezeiten und Anwendungsbestimmungen übersichtlich anzeigen zu lassen.