Alle Mittel
OTHER · VIVAGRO SAS

Limocide

BVL Zul.-Nr. 00A921-00

Limocide ist ein innovatives, vielseitig einsetzbares Pflanzenschutzmittel auf Basis von Orangenöl (60 g/l), das als Kontakt-Insektizid, -Akarizid und -Fungizid formuliert ist. Es hat sich als wertvolles Werkzeug im modernen, integrierten Pflanzenschutz sowie im ökologischen Landbau etabliert. Durch seine physikalische Wirkungsweise bietet es eine hervorragende Flexibilität bei der Behandlung eines breiten Spektrums von Schaderregern in zahlreichen Kulturen wie Gemüse, Beerenobst und Zierpflanzen.

Die Formulierung als Mikroemulsion sorgt für eine optimale Benetzung der Pflanzenoberfläche und ermöglicht eine schnelle, gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs. Das Wirkspektrum umfasst sowohl saugende Insekten wie Weiße Fliegen und Thripse als auch bedeutende pilzliche Schaderreger, darunter Echte und Falsche Mehltaupilze. Dank der kurzen Wartezeit von nur einem Tag eignet sich Limocide besonders für späte Anwendungen kurz vor der Ernte.

Wirkstoffe

Orangenöl
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Orangenöl besitzt einen rein physikalischen, nicht-systemischen Wirkungsmechanismus über direkten Kontakt. Nach dem Auftreffen auf den Schaderreger dringt das Öl in die schützenden äußeren Schichten ein. Bei Insekten und Milben führt dies zur Zerstörung der weichen Kutikula, was eine schnelle Dehydrierung (Austrocknung) zur Folge hat. Zudem werden die Atmungsorgane der Schädlinge blockiert. Bei pilzlichen Schaderregern zerstört das Orangenöl die Zellmembranen der Myzelien und Sporen. Dadurch wird das Eindringen des Pilzes in das Gewebe der Kultur unterbunden und bestehender Befall effektiv ausgetrocknet. Da dieser physikalische Effekt auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig wirkt, ist das Risiko für eine Resistenzbildung äußerst gering.

Resistenzmanagement

Aufgrund der rein physikalischen Kontaktwirkung von Orangenöl ist keine Einstufung in eine klassische HRAC-, IRAC- oder FRAC-Resistenzgruppe gegeben. Dies macht Limocide zu einem idealen Partner im Resistenzmanagement. Es eignet sich hervorragend für den Wechsel mit systemischen oder spezifisch wirkenden Pflanzenschutzmitteln, um deren Wirkungsdauer zu verlängern und die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen in der Kultur effektiv zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Limocide ist im Allgemeinen gut mischbar mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern. Dennoch sollte aufgrund der ölhaltigen Formulierung vor jeder Tankmischung eine Verträglichkeitsprobe durchgeführt werden. Mischungen mit stark alkalischen Produkten, Netzschwefel oder kupferhaltigen Präparaten sollten vermieden werden, um Phytotoxizität zu verhindern. Für eine optimale Wirkung ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine vollständige Benetzung aller Pflanzenteile zu achten; die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als auf einem Naturstoff basierendes Pflanzenschutzmittel weist Limocide ein günstiges Umweltprofil auf. Dennoch sind beim Umgang die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen und das Tragen persönlicher Schutzausrüstung erforderlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die auf dem Etikett ausgewiesenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nutzinsekten nicht direkt in den aktiven Bienenflug hinein appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GurkeEchte Mehltaupilze12–898 LITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen12–892 LITER_PER_HECTARE1T
EstragonEchte Mehltaupilze12–892 LITER_PER_HECTARE1T
KohlgemüseGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen12–892 LITER_PER_HECTARE1T
ErdbeereZwiebelthrips, Thrips spp.12–894 LITER_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenSphaerotheca6 LITER_PER_HECTARE
FeldsalatEchte Mehltaupilze12–691.8 LITER_PER_HECTARE1T
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)12–894 LITER_PER_HECTARE1T
MöhreEchte Mehltaupilze12–892.4 LITER_PER_HECTARE1T
MeloneZwiebelthrips, Thrips spp.12–298 LITER_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenZwiebelthrips, Thrips spp.12–496.4 LITER_PER_HECTARE
SpeiselinseZwiebelthrips, Thrips spp.12–894 LITER_PER_HECTARE1T
EstragonZwiebelthrips, Thrips spp.12–492 LITER_PER_HECTARE1T
GurkeZwiebelthrips, Thrips spp.12–298 LITER_PER_HECTARE1T
SchnittpetersilieEchte Mehltaupilze12–691.8 LITER_PER_HECTARE1T
RadieschenFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)12–493.2 LITER_PER_HECTARE1T
GurkeGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen12–892 LITER_PER_HECTARE1T
EndivienEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen12–894 LITER_PER_HECTARE
SalateEchte Mehltaupilze, Falscher Mehltau (Bremia lactucae)12–693 LITER_PER_HECTARE1T
MeloneEchte Mehltaupilze12–778 LITER_PER_HECTARE1T
SchnittpetersilieEchte Mehltaupilze12–892 LITER_PER_HECTARE1T
EstragonEchte Mehltaupilze12–693 LITER_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Gewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen12–892 LITER_PER_HECTARE1T
EissalatGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen12–412 LITER_PER_HECTARE1T
SchnittpetersilieZwiebelthrips, Thrips spp.12–492 LITER_PER_HECTARE1T
RosenGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen12–694 LITER_PER_HECTARE
PorreeZwiebelthrips, Thrips spp.12–496.4 LITER_PER_HECTARE1T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)12–893 LITER_PER_HECTARE1T
SpeisezwiebelZwiebelthrips, Thrips spp.12–493.2 LITER_PER_HECTARE1T
RosenEchter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)12–696 LITER_PER_HECTARE
TomateGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen12–892 LITER_PER_HECTARE1T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)12–712.4 LITER_PER_HECTARE
MeloneGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen12–892 LITER_PER_HECTARE1T
RosenZwiebelthrips, Thrips spp.12–698 LITER_PER_HECTARE
EstragonZwiebelthrips, Thrips spp.12–492 LITER_PER_HECTARE1T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Falscher Mehltau (Peronospora parasitica)12–493.2 LITER_PER_HECTARE1T
TomateZwiebelthrips, Thrips spp.12–894 LITER_PER_HECTARE1T
ChrysanthemumWeißer Rost (Puccinia horiana)12–6910 LITER_PER_HECTARE
RadicchioEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
SchnittpetersilieZwiebelthrips, Thrips spp.12–492 LITER_PER_HECTARE1T
GurkeGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen12–894 LITER_PER_HECTARE1T
KohlgemüseZwiebelthrips, Thrips spp.12–894 LITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniEchte Mehltaupilze12–774 LITER_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Witterung die Wirksamkeit von Limocide bei der Anwendung?

Da Limocide ein reines Kontaktmittel ist, sind eine schnelle Antrocknung und eine gute Benetzung entscheidend. Die Anwendung sollte bei trockenen Bedingungen erfolgen. Vermeiden Sie Spritzungen bei extremer Hitze (über 28 °C) oder starker Sonneneinstrahlung, um Verbrennungen an den Kulturen zu verhindern. Ideal sind die frühen Morgenstunden.

Kann Limocide im biologischen Anbau eingesetzt werden?

Ja, Limocide basiert auf dem natürlichen Wirkstoff Orangenöl und ist in Deutschland für den ökologischen Landbau zugelassen. Es ist in den entsprechenden Betriebsmittellisten (wie der FiBL-Liste) für den Bio-Anbau gelistet.

Warum ist eine gründliche Benetzung der Kultur bei diesem Pflanzenschutzmittel so wichtig?

Orangenöl wirkt ausschließlich über den direkten Kontakt mit dem Schaderreger. Da das Mittel weder systemisch noch translaminar in der Kultur transportiert wird, werden nur Schädlinge und Pilzsporen erfasst, die direkt von der Spritzbrühe getroffen werden. Eine präzise Düseneinstellung und eine angepasste Wasseraufwandmenge sind daher essenziell.

Gibt es Einschränkungen bei der Mischung von Limocide mit Kupfer oder Schwefel?

Ja, von direkten Tankmischungen mit Schwefel oder kupferhaltigen Fungiziden wird dringend abgeraten. Die Kombination von Orangenöl mit diesen Wirkstoffen kann die schützende Wachsschicht der Blätter beschädigen und zu erheblichen phytotoxischen Schäden an den Kulturen führen. Zwischen den Behandlungen sollte ein Sicherheitsabstand von einigen Tagen eingehalten werden.

Wie hilft Limocide beim Management von Thripsen im geschützten Anbau?

Im Gewächshaus neigen Thripse schnell zu Resistenzen gegen klassische Insektizide. Limocide durchbricht diese Resistenzen durch seine physikalische Austrocknungswirkung. Es eignet sich hervorragend als Stopp-Behandlung bei beginnendem Befall oder zur Befallsreduktion vor dem geplanten Einsatz von Nützlingen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur und den Ziel-Schaderreger aus, um eine vollständige, tagesaktuelle Liste aller in Deutschland beim BVL registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.