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Kulturgruppe

Fetthaltige Samen

10 Mitgliedskulturen
NNFHS

Die BVL-Kulturgruppe „Fetthaltige Samen“ (Gruppe NNFHS) fasst eine Reihe botanisch diverser, aber nutzungsphysiologisch sehr ähnlicher Kulturen zusammen. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Gruppe gehören neben Kakao und Kokosnuss auch verschiedene Schalenobst- und Nussarten wie Kaschunuss, Macadamianuss-Arten, Pistazie sowie Pinienkerne. Gemeinsames Merkmal all dieser Kulturen ist der hohe Lipidgehalt in den geernteten Samen oder Kernen, was besondere Anforderungen an den Reifeprozess und den Erntezeitpunkt stellt.

Aus Sicht des Pflanzenschutzes und der Zulassung ist diese Gruppierung von großer Bedeutung. Da viele dieser Kulturen in Mitteleuropa Nischenkulturen darstellen oder importiert werden, erleichtert die Zusammenfassung unter der Gruppe „Fetthaltige Samen“ die Indikationszulassung und die Festlegung von Rückstandshöchstmengen (MRLs). Pflanzenschutzmittel, die für diese Gruppe registriert sind, können unter Beachtung der spezifischen Anwendungsbestimmungen für die enthaltenen Kulturen genutzt werden, was die Lückenindikation im Sonderkulturanbau erheblich vereinfacht.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Beim integrierten Pflanzenschutz in der Kulturgruppe der fetthaltigen Samen steht die Gesunderhaltung der reifenden Frucht- und Samenstände im Vordergrund. Da Schaderreger wie pilzliche Erreger (beispielsweise verschiedene Fruchtfäulen) nicht nur den Ertrag mindern, sondern durch Mykotoxinbildung auch die Qualität des fetthaltigen Ernteguts massiv beeinträchtigen können, ist eine vorbeugende Hygiene und gezielte Bestandesüberwachung unerlässlich. Auch saugende und samenfressende Schädlinge müssen frühzeitig kontrolliert werden, da deren Fraßstellen Eintrittspforten für Sekundärinfektionen bieten. Für ein erfolgreiches Resistenzmanagement (gemäß FRAC, IRAC und HRAC) ist bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ein konsequenter Wirkstoffwechsel zwingend erforderlich. Da viele der Kulturen dieser Gruppe mehrjährige Gehölze sind, können sich Resistenzen bei einseitigem Mitteleinsatz schnell in der Anlage etablieren. Achte darauf, Behandlungen strategisch an den kritischen BBCH-Stadien (insbesondere während der Blüte und der frühen Fruchtentwicklung) auszurichten und die Applikationstechnik exakt auf die jeweilige Kronenstruktur der Kulturen anzupassen.

Kulturen in dieser Gruppe

KakaoTHOCA
KaschunussANAOC
KokosnussCCNNU
Macadamianuss-ArtenMCDSS
ParanussBTHEX
Pekannuss-ArtenCYASS
PiniePIUPN
PistaziePIAVE
SchalenobstNNNON
ÖlsaatNNNOL

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie findest du heraus, ob ein Pflanzenschutzmittel für deine spezifische Kultur aus dieser Gruppe zugelassen ist?

Nutze die Such- und Filterfunktion in unserer Datenbank. Da viele Zulassungen auf Gruppenebene („Fetthaltige Samen“ oder „Schalenobst“) erteilt werden, solltest du gezielt nach dem BVL-Code NNFHS oder dem Namen der Gruppe suchen. Prüfe in den Anwendungsbestimmungen immer, ob einzelne Kulturen wie Kakao oder Pistazie explizit ausgenommen sind.

Welche BBCH-Stadien sind für die Bekämpfung von Fruchtschädlingen bei fetthaltigen Samen besonders kritisch?

Die kritischste Phase erstreckt sich meist von der abgehenden Blüte (BBCH 69) bis zur Hauptfruchtentwicklung (BBCH 75 bis 79). In diesem Zeitraum legen viele Schädlinge ihre Eier ab, und junge Früchte sind besonders anfällig für Pilzinfektionen. Richte deine Kontrollen und eventuelle Behandlungen primär an diesen Stadien aus.

Wie verhinderst du Wirkstoffresistenzen bei der Bekämpfung von Pilzkrankheiten in diesen Kulturen?

Setze auf einen konsequenten Wechsel der FRAC-Klassen. Da viele Kulturen dieser Gruppe (wie Macadamia oder Pistazie) Dauerkulturen sind, ist der Selektionsdruck hoch. Kombiniere systemische Fungizide mit Kontaktmitteln und nutze biologische Präparate in Phasen mit geringerem Infektionsdruck, um die chemischen Wirkstoffgruppen zu entlasten.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit bei fetthaltigen Samen besonders streng zu überwachen?

Aufgrund des hohen Ölgehalts der Samen können sich lipophile (fettlösliche) Wirkstoffe im Erntegut anreizen und dort langsamer abgebaut werden als in wasserreichen Früchten. Halte die vorgeschriebenen Wartezeiten (PHI) daher penibel ein, um Rückstandsüberschreitungen im Endprodukt zu vermeiden.

Welche Rolle spielen Mykotoxine bei der Ernteplanung und wie kannst du sie pflanzenschutzlich beeinflussen?

Mykotoxine entstehen oft durch späten Pilzbefall kurz vor der Ernte. Ein gezielter Pflanzenschutz in den späten BBCH-Stadien der Reife sowie eine schnelle Trocknung nach der Ernte sind entscheidend. Achte darauf, mechanische Beschädigungen der Schale durch Schädlinge zu minimieren, da diese die Haupteintrittspforten für toxinbildende Pilze darstellen.