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Kultur

Markerbse

Pisum sativum subsp. sativum convar. medullare
PIBSM

Die Markerbse (Pisum sativum subsp. sativum convar. medullare, EPPO-Code: PIBSM) ist eine ökonomisch bedeutende Gemüseerbse, die sich durch ihren hohen Zuckergehalt und die typisch geschrumpften Samen im reifen Zustand auszeichnet. Im Gegensatz zu Palerbsen wird die enthaltene Saccharose in den Samen nur langsam in Stärke umgewandelt, was ihr ein süßes, zartes Aroma verleiht. Sie wird in Mitteleuropa intensiv für die Konserven- und Tiefkühlindustrie sowie für den Frischmarkt angebaut.

Als Leguminose geht diese Kultur eine Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobium leguminosarum) ein, wodurch sie Luftstickstoff binden kann und somit eine hervorragende, bodenverbessernde Vorfrucht in der Fruchtfolge darstellt. Der Anbau stellt jedoch hohe Ansprüche an die Bodenstruktur und die Wasserversorgung, insbesondere während der Blüte und der Hülsenfüllung. Eine präzise Abstimmung von Aussaatzeitpunkt und Erntetermin ist für die Qualitätssicherung, gemessen in Tenderometergraden, unerlässlich.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte März bis Mitte Mai
Erntefenster
Mitte Juni bis August
Reihenabstand
12–25 cm
Typischer Ertrag
4,5–7,0 t/ha
Wärmesumme (GDD)
850–1100 °Cd (Basis 0 °C)
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Die Kultur verlangt tiefgründige, gut strukturierte Böden mit mittlerer bis hoher Wasserhaltekapazität, da Verdichtungen rasch zu Staunässe und damit zu Wurzelfäule führen. Ein optimaler pH-Wert zwischen 6,2 und 7,0 stützt die Aktivität der Knöllchenbakterien, während saure Böden unbedingt rechtzeitig aufgekalkt werden müssen. Die Grundbodenbearbeitung sollte im Herbst erfolgen, um im Frühjahr ein feinkrümeliges, abgesetztes Saatbett ohne übermäßige Befahrung herstellen zu können. Da Markerbsen sehr empfindlich auf Bodenverdichtungen reagieren, ist der Einsatz bodenschonender Technik bei der Aussaat zwingend erforderlich. Eine moderate Kalium- und Phosphorversorgung im Frühjahr sichert die Standfestigkeit und den Hülsenansatz, während auf eine Stickstoffdüngung aufgrund der biologischen Fixierung meist komplett verzichtet werden kann.

Schaderreger-Management

Der Pflanzenschutz bei Markerbsen konzentriert sich primär auf die Gesunderhaltung des Wurzelsystems und die Vermeidung von Pilzinfektionen an Blättern und Hülsen. Schaderreger wie die Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi) und der Echte Mehltau erfordern eine weite Fruchtfolge sowie den Einsatz von gesundem, zertifiziertem Saatgut. Gegen tierische Schädlinge wie den Erbsenwickler (Cydia nigricana) und die Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum) ist ein engmaschiges Monitoring mittels Pheromonfallen und Gelbschalen unerlässlich, um den optimalen Behandlungszeitpunkt zu bestimmen. Der Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln muss streng auf die BBCH-Stadien abgestimmt werden, wobei insbesondere während der Blüte der Bienenschutz oberste Priorität hat. Eine rechtzeitige Unkrautregulierung im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf sichert die Kultur vor starker Konkurrenz und erleichtert die spätere maschinelle Ernte.

Sorten

Ambassador

Mittelspät

Sehr ertragsstabil mit hohem Anteil an feinen Sortierungen.

Resistent gegen: Echter Mehltau, Fusarium-Welke

Anfällig für: Falscher Mehltau

Sehr beliebte Standard-Industriesorte mit hervorragender Standfestigkeit und gleichmäßiger Abreife.

Avola

Sehr früh

Gute, für eine sehr frühe Sorte überdurchschnittliche Erträge.

Resistent gegen: Fusarium-Welke

Anfällig für: Echter Mehltau, Brennfleckenkrankheit

Robuste Sorte für den frühesten Anbau im Freiland, gut maschinell zu ernten.

Dakota

Früh bis mittelfrüh

Hohes Ertragspotenzial im frühen Segment.

Resistent gegen: Fusarium-Welke, Echter Mehltau

Anfällig für: Brennfleckenkrankheit

Sehr vitale Sorte mit dunkelgrünem Korn und guter Hitzetoleranz während der Blütephase.

Somerset

Mittelfrüh bis mittelspät

Sehr hohe Erträge im Haupterntefenster.

Resistent gegen: Fusarium-Welke

Anfällig für: Echter Mehltau

Besonders süßer Geschmack, hervorragend geeignet für die Tiefkühlung und den Frischmarkt.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Was ist der Tenderometerwert und wie beeinflusst er den Erntezeitpunkt von Markerbsen?

Der Tenderometerwert (TR) misst den mechanischen Widerstand der Erbsenkerne und ist das entscheidende Kriterium für die Ernte von Industrie-Markerbsen. Für die Tiefkühlung wird meist ein TR-Wert von 95 bis 105 angestrebt, während für Konserven Werte von 110 bis 120 üblich sind. Da der Wert bei warmem Wetter täglich um 5 bis 10 Punkte steigen kann, müssen die Bestände ab dem BBCH-Stadium 75 täglich beprobt werden, um das extrem enge Erntefenster nicht zu verpassen.

Warum reagieren Markerbsen empfindlicher auf frühe Aussaattermine als Palerbsen?

Im Gegensatz zu Palerbsen haben Markerbsen einen hohen Zucker- und niedrigen Stärkeanteil, was ihre Samenschale weicher und anfälliger für das Eindringen von bodenbürtigen Pilzen macht. Bei Bodentemperaturen unter 6 °C keimen sie nur sehr langsam, wodurch der Samen lange im kalten, feuchten Boden liegt und die Gefahr von Keimlingsfäule drastisch steigt. Eine Aussaat sollte daher erst erfolgen, wenn der Boden in Saattiefe dauerhaft eine Temperatur von mindestens 6 bis 8 °C erreicht hat.

Ist eine Stickstoff-Startdüngung bei Markerbsen im professionellen Anbau sinnvoll?

In der Regel ist keine Stickstoffdüngung erforderlich, da die Knöllchenbakterien ab den BBCH-Stadien 13 bis 15 aktiv werden und den Bedarf der Kultur decken. Nur auf sehr leichten, humusarmen Böden oder bei extrem kalter Frühjahrswitterung kann eine minimale Startgabe von maximal 20–30 kg N/ha appliziert werden, um die Jugendentwicklung zu sichern. Zu viel Stickstoff hemmt jedoch die Knöllchenbildung und fördert übermäßiges vegetatives Wachstum, was die Standfestigkeit mindert.

Welche Fruchtfolgevorgaben müssen zur Vermeidung von Erbsenmüdigkeit eingehalten werden?

Um bodenbürtige Schaderreger wie Aphanomyces euteiches (Wurzelfäule) und Fusarium-Arten zu verhindern, muss eine strikte Anbaupause von mindestens 6 bis 9 Jahren zwischen Erbsen und anderen Leguminosen eingehalten werden. Als hervorragende Vorfrüchte gelten Getreidearten wie Winterweizen oder Wintergerste, da sie den Boden unkrautfrei hinterlassen und keine gemeinsamen Krankheiten übertragen. Auch der Anbau von Zwischenfrüchten sollte sorgfältig auf die Leguminosenmüdigkeit abgestimmt werden.

Zu welchen BBCH-Stadien ist eine Beregnung der Markerbsen am wirtschaftlichsten?

Der kritischste Zeitraum für Wassermangel liegt zwischen dem Beginn der Knospenbildung (BBCH 51) und dem Ende der Blüte bzw. dem Hülsenansatz (BBCH 69–71). Wassermangel in dieser Phase führt zum Abwerfen von Blüten und jungen Hülsen, was den Ertrag drastisch reduziert. Eine gezielte Beregnungsgabe von 20 bis 30 mm in dieser Phase sichert nicht nur den Ertrag, sondern verbessert auch die Gleichmäßigkeit der Abreife und damit die Qualität.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen den Erbsenwickler?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Pflanzenschutz-Hub der Plattform und filtern Sie nach der Kultur 'Markerbse' (oder dem EPPO-Code 'PIBSM') und dem Schaderreger 'Erbsenwickler'. Die Datenbank listet Ihnen alle aktuell in Deutschland zugelassenen Insektizide inklusive der spezifischen Aufwandmengen, maximalen Anwendungen pro Saison, BBCH-Anwendungsfenster und der gesetzlichen Wartezeiten (PHI) auf.