Pelargonium-Arten
Die Gattung Pelargonium sp. (EPPO-Code: PELSS), im deutschen Sprachraum gemeinhin als Geranien oder Pelargonien bezeichnet, gehört zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). In der professionellen Zierpflanzenproduktion in Mitteleuropa nehmen diese Kulturen eine wirtschaftliche Spitzenstellung ein. Sie werden hauptsächlich als einjährige Beet- und Balkonpflanzen kultiviert, wobei die Produktion im geschützten Anbau (Gewächshaus) stattfindet, um pünktlich zum Frühjahrsgeschäft blühende Ware liefern zu können.
Die Kulturführung erfordert ein hohes Maß an gärtnerischem Geschick, insbesondere bei der Steuerung von Temperatur, Licht und Feuchtigkeit. Da der Markt kompakte, reich blühende und farbintensive Kulturen verlangt, ist der gezielte Einsatz von Wachstumsregulatoren sowie eine präzise Terminierung der Kulturstadien unerlässlich. Ein tiefes Verständnis der pflanzenspezifischen Entwicklungsphasen sichert den wirtschaftlichen Erfolg im Erwerbsanbau.
Bodenmanagement
Für eine erfolgreiche Kultur von Pelargonium-Arten ist ein strukturstabiles, gut drainiertes Substrat mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6,2 zwingend erforderlich. Du solltest auf Spezialsubstrate mit einem Tonanteil zurückgreifen, da diese Nährstoffe und Wasser optimal puffern können, ohne dass Staunässe entsteht. Die Düngung erfolgt idealerweise über eine kontinuierliche Mehrnährstoff-Flüssigdüngung im Ebbe-Flut-Verfahren, wobei der EC-Wert des Gießwassers je nach Entwicklungsstadium zwischen 1,2 und 1,8 mS/cm liegen sollte. Achte darauf, den Salzgehalt im Substrat regelmäßig zu messen, um Wurzelschäden durch Überdüngung zu vermeiden. Eine bedarfsgerechte Bewässerung, die sich an der Einstrahlung orientiert, fördert ein gesundes und aktives Wurzelwachstum.
Schaderreger-Management
Der integrierte Pflanzenschutz bei Pelargonium-Arten basiert auf einer Kombination aus vorbeugenden Klimamaßnahmen und dem gezielten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schaderregern gehören der Pilz Botrytis cinerea (Grauschimmel) sowie tierische Schädlinge wie Thripse, Spinnmilben und die Weiße Fliege. Du solltest die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus durch konsequentes Heizen und Lüften unter 70 % halten, um dem Grauschimmel die Keimungsgrundlage zu entziehen. Beim Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln ist ein striktes Resistenzmanagement durch den Wechsel der Wirkstoffklassen zwingend erforderlich. Biologische Präparate auf Basis von Bacillus amyloliquefaciens können zudem präventiv zur Stärkung der Kultur gegen bodenbürtige Schaderreger eingesetzt werden.
Sorten
Calliope Dark Red
MittelfrühSehr hoher Anteil an verkaufsfähiger A-Ware durch exzellente Verzweigung.
Resistent gegen: Hitze, Trockenheit
Anfällig für: Staunässe
Sehr wüchsige, interspezifische Sorte mit intensiv dunkelroten Blüten und hervorragender Hitzetoleranz im Freiland.
Pac Ville de Paris Rot
FrühSehr reichblühend mit schnellem Kulturverlauf und hoher Triebdichte.
Resistent gegen: Wind, Regen
Anfällig für: Ödemkrankheit, Eisenmangel
Klassische, stark hängende Sorte (Peltatum-Typ), die sich besonders für Balkonkästen und Ampeln eignet.
Pac Elsa
MittelfrühGleichmäßiger Wuchs, ideal für die hochgradig automatisierte Topfkultur.
Resistent gegen: Wind
Anfällig für: Grauschimmel
Kompakt wachsende Zonale-Pelargonie mit großen, lachsrosa Blütenständen und kontrastreichem, dunklem Laub.
Decora Rot
FrühSehr robust im Transport und langlebig beim Endverbraucher.
Resistent gegen: Trockenheit
Anfällig für: Bakterienwelke
Beliebte Hängegeranie mit dekorativem, geschlitztem Laub und einfachen, selbstreinigenden Blüten.
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Häufige Fragen
Wie kannst du die bakterielle Welke bei Pelargonium-Arten im Betrieb effektiv verhindern?
Da gegen den bakteriellen Schaderreger Xanthomonas hortorum pv. pelargonii keine chemischen Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stehen, musst du strengste Hygienemaßnahmen einhalten. Verwende ausschließlich zertifiziertes, pathogenfreies Ausgangsmaterial aus Elite-Mutterpflanzenbeständen und desinfiziere Messer, Stellflächen sowie Transportkisten konsequent nach jedem Arbeitsgang.
Welchen Einfluss hat der Einsatz von Stauchungsmitteln auf die Qualität deiner Kultur?
Der gezielte Einsatz von Wachstumsregulatoren im BBCH-Stadium 15 bis 31 sorgt für einen kompakten, stabilen Wuchs und verbessert die Transportfähigkeit der Kultur. Du solltest die Aufwandmenge und die Häufigkeit der Anwendung eng an die jeweilige Sorte, die Einstrahlung und die Temperatur im Gewächshaus anpassen, um Überstauchungen zu vermeiden.
Wie erkennst du Ödeme an den Blättern und wie steuerst du dagegen?
Ödeme zeigen sich als korkige, pustelartige Ausstülpungen auf den Blattunterseiten, die durch einen gestörten Wasserhaushalt entstehen. Dies passiert, wenn der Bodentemperatur- und Feuchtigkeitswert hoch ist, die Luftfeuchtigkeit jedoch die Transpiration einschränkt. Du kannst dem entgegenwirken, indem du die Bewässerung in den späten Nachmittagsstunden reduzierst und für eine aktive Luftbewegung im Gewächshaus sorgst.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Nützlingen gegen Thripse und Weiße Fliege?
Der Einsatz von Nützlingen wie Raubmilben (Amblyseius swirskii) oder Schlupfwespen (Encarsia formosa) muss präventiv oder bei den allerersten Befallssymptomen erfolgen. Sobald sich die Schaderreger im Gewächshaus etabliert haben, reicht die biologische Wirkung oft nicht mehr aus, weshalb du die Bestände ab dem Topfen wöchentlich mit Gelb- und Blautafeln überwachen solltest.
Wie findest du auf farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel für deine Pelargonien?
Nutze die Suchmaske in unserem Hub und filtere gezielt nach der Kulturkategorie 'Zierpflanzen' sowie dem spezifischen Schaderreger. Achte bei der Auswahl der Pflanzenschutzmittel penibel darauf, ob die jeweilige Anwendung für das Gewächshaus oder das Freiland zugelassen ist, und prüfe die angegebenen Wartezeiten sowie eventuelle Sortenunverträglichkeiten.