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Sonstiger Schaderreger

Vorratslagerndes Getreide

cereals (stored)
YCEST

Vorratslagerndes Getreide (EPPO-Code: YCEST), im internationalen Handel und der Fachliteratur oft als "cereals (stored)" klassifiziert, umfasst die eingelagerten Körnerfrüchte von Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Triticale und Mais. Die Gesunderhaltung des Ernteguts während der Lagerung ist ein kritischer Schritt der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, da Qualitätsverluste durch Schaderreger direkt die Vermarktungsfähigkeit als Lebens- oder Futtermittel beeinträchtigen. Die sachgerechte Lagerung beginnt bereits mit einer konsequenten Erntehygiene und erfordert eine kontinuierliche Überwachung von Temperatur und Kornfeuchte.

Zu den primären biologischen Risiken im Lager gehören vorratsschädliche Insekten wie der Kornkäfer (Sitophilus granarius), Getreideplattkäfer sowie diverse Mottenarten. Zudem können sich bei unzureichender Trocknung schädliche Schimmelpilze entwickeln, die gesundheitsgefährdende Mykotoxine bilden. Ein integriertes Lagerkonzept kombiniert physikalische Maßnahmen wie Kühlung und Belüftung mit dem gezielten, zulassungskonformen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Leerraum- und Getreidebehandlung.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
September bis November
Erntefenster
Juli bis August
Reihenabstand
12–15 cm
Typischer Ertrag
7,0–9,5 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1900
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Die Bodenbewirtschaftung im Vorfeld der Ernte legt den Grundstein für eine homogene Abreife und minimiert das Risiko von Lagergetreide, welches oft mit erhöhter Feuchtigkeit und Schmutzbesatz eingebracht wird. Eine ausgewogene Stickstoffdüngung stabilisiert die Halmfestigkeit und verhindert eine späte Zwiewuchs-Bildung, die die Kornfeuchte inhomogen beeinflusst. Durch eine präzise Bodenbearbeitung, sei es durch Pflug oder konservierende Verfahren, wird ein gleichmäßiger Feldaufgang gefördert, was zu einem synchronen Erntetermin beiträgt. Ein gut strukturiertes Bodengefüge sichert zudem die gleichmäßige Wasserversorgung der Kultur, wodurch Notreife und damit verbundene Schmachtkornanteile vermieden werden. Schmachtkorn erhöht im Lager den Besatzanteil und verschlechtert die Belüftbarkeit des Getreidestapels erheblich.

Schaderreger-Management

Das Management von Schaderregern im Lager basiert auf einer strikten Hygiene und vorbeugenden physikalischen Maßnahmen vor der Einlagerung. Vor der Befüllung müssen die Lagerräume gründlich mechanisch gereinigt und gegebenenfalls mit einem für den Leerraum zugelassenen Pflanzenschutzmittel behandelt werden, um versteckte Populationen von Vorratsschädlingen zu eliminieren. Nach der Einlagerung ist eine rasche Herunterkühlung des Getreides auf unter 12 bis 15 °C sowie eine Trocknung auf eine sichere Kornfeuchte von unter 14 % essenziell, um die Aktivität von Insekten und Pilzen zu blockieren. Bei akutem Befall mit Schadinsekten kommen gasförmige Mittel wie Phosphorwasserstoff oder zugelassene Kontaktinsektizide im Umluft- oder Begasungsverfahren zur Anwendung. Eine kontinuierliche Überwachung mittels Temperaturfühler und Pheromonfallen ermöglicht das frühzeitige Erkennen von Befallsnestern (Hotspots), bevor wirtschaftliche Schäden entstehen.

Sorten

RGT Reform

mittelspät

Sehr hoher und stabiler Ertrag (7,5–9,5 t/ha) im gesamten Bundesgebiet.

Resistent gegen: Fusarium, Mehltau, Gelbrost

Anfällig für: Braunrost

Hervorragende Backqualität und sehr gute Lagerfähigkeit durch geringe Neigung zu Mykotoxinbildung im Feld.

Julius

spät

Konstant hohe Erträge (7,0–9,0 t/ha) auch auf leichteren Standorten.

Resistent gegen: Mehltau, Gelbrost, Pseudocercosporella

Anfällig für: DTR, Blattseptoria

Sehr auswuchsfest, was das Risiko von Enzymaktivität und Qualitätsverlusten bei verzögerter Ernte minimiert.

KWS Emerick

mittel

Gute Ertragsleistung für einen Eliteweizen (6,5–8,5 t/ha).

Resistent gegen: Gelbrost, Mehltau

Anfällig für: Fusarium, Blattseptoria

Erfordert aufgrund der mittleren Fusarium-Anfälligkeit eine sorgfältige Feldhygiene, um Mykotoxine im Lager zu vermeiden.

Elixer

mittelspät

Spitzenerträge im Futtersegment (8,5–10,5 t/ha).

Resistent gegen: Mehltau, Gelbrost

Anfällig für: Fusarium, Spelzenbräune

Sehr hohe Kornerträge, benötigt wegen der Anfälligkeit für Ährenfusarium ein intensives Fungizidmanagement zur Absicherung der Lagerqualität.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie hoch darf die maximale Kornfeuchte für eine sichere Langzeitlagerung von Getreide sein?

Für eine sichere Lagerung über mehrere Monate sollte die Kornfeuchte von Getreide konstant unter 14 % liegen. Bei einer Feuchtigkeit ab 15 % steigt das Risiko von Schimmelpilzentwicklung und Selbsterhitzung drastisch an, während ab 16 % auch die Aktivität von Vorratsschädlingen stark begünstigt wird.

Welche Rolle spielt die Temperaturführung bei der Vermeidung von Vorratsschädlingen?

Die Abkühlung des Getreidestapels ist eine der effektivsten physikalischen Maßnahmen. Unterhalb von 12 bis 15 °C stellen die meisten vorratsschädlichen Insekten ihre Entwicklungs- und Vermehrungsaktivität ein; unter 5 °C verharren sie in Kältestarre, was einen Befallsaufbau zuverlässig verhindert.

Wie unterscheidet sich die Leerraumbehandlung von der direkten Getreidekonservierung?

Die Leerraumbehandlung erfolgt vor der Einlagerung im leeren Silo oder Flachlager, um versteckte Schaderreger in Ritzen und Förderanlagen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln zu bekämpfen. Die direkte Getreidebehandlung hingegen appliziert Schutzmittel direkt auf den fließenden Kornstrom während der Einlagerung, um einen langanhaltenden Schutz des Ernteguts zu gewährleisten.

Wie kann ich feststellen, ob ein Wirkstoff für die Behandlung von vorratslagerndem Getreide in Deutschland zugelassen ist?

Zulassungen für Pflanzenschutzmittel im Vorratsschutz können in der Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingesehen werden. Achten Sie bei der Suche explizit auf die Anwendungsgebiete „Vorratslagerndes Getreide“ (YCEST) oder „Leerräume“, da sich die Zulassungsauflagen und Wartezeiten stark von Feldanwendungen unterscheiden.

Was versteht man unter dem Phänomen der „Selbsterhitzung“ im Getreidelager und wie wird es überwacht?

Selbsterhitzung entsteht durch die Atmungsaktivität von feuchtem Korn, Schimmelpilzen und Insekten in sogenannten „Nestern“ (Hotspots). Zur Überwachung müssen regelmäßig Temperaturmessungen mittels Lanzen oder fest installierten Temperatursensoren im Getreidestapel durchgeführt werden; ein plötzlicher Temperaturanstieg signalisiert akuten Handlungsbedarf.

Welche gesetzlichen Grenzwerte müssen bezüglich Mykotoxinen bei der Vermarktung von gelagertem Getreide beachtet werden?

Für Mykotoxine wie Deoxynivalenol (DON), Zearalenon (ZEA) und Ochratoxin A gelten in der EU strenge Höchstmengen für die Verwendung als Lebens- und Futtermittel. Da sich Ochratoxin A primär durch unsachgemäße Lagerung (Schimmelpilzwachstum) bildet, ist eine lückenlose Trocknung und Kühlung rechtlich und wirtschaftlich zwingend erforderlich.