Adentis
Adentis ist ein hochkonzentriertes Herbizid zur gezielten Bekämpfung einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter in Winterweichweizen und Wintergerste. Mit seinem Wirkstoff Tribenuron (750 g/kg) liegt das Pflanzenschutzmittel als wasserdispergierbares Granulat (WG) vor, was eine einfache Handhabung, staubfreie Dosierung und schnelle Löslichkeit in der Spritzbrühe gewährleistet. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit in den zugelassenen Getreidekulturen aus.
Das Produkt besetzt eine strategisch wichtige Rolle im Segment der Spätbehandlungen im Frühjahr. Da die Anwendung flexibel im Bereich der BBCH-Stadien 31 bis 39 erfolgen kann, hast du die Möglichkeit, auch spät auflaufende Unkrautwellen effektiv zu erfassen und deine Bestände bis zum Ährenschieben sauber zu halten, um Ertragsverluste und Ernteerschwernisse zu vermeiden.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Tribenuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System als Wirkstoff der Gruppe 2 (früher Gruppe B) klassifiziert. Er wirkt als potenter Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in der Pflanze unverzichtbar. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über das Blattwerk und in geringem Maße über die Wurzeln aufgenommen und systemisch in der Pflanze verteilt. Er sammelt sich bevorzugt in den meristematischen Geweben an. Durch die Blockade der ALS-Synthese kommt die Zellteilung und somit das Wachstum der empfindlichen Unkräuter bereits kurz nach der Behandlung zum Stillstand. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Wuchsstauchungen und anschließende Nekrosen zeigen sich je nach Witterung innerhalb von ein bis drei Wochen.
Resistenzmanagement
Da Tribenuron der HRAC-Gruppe 2 angehört, besteht bei einseitiger, wiederholter Anwendung ein hohes Risiko für die Selektion resistenter Unkrautbiotypen (insbesondere bei weit verbreiteten Arten wie Vogelmiere oder Kamille). Um die Wirksamkeit von Adentis langfristig zu sichern, solltest du dieses Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus (z. B. Wuchsstoffen oder HRAC-Gruppe 4) einsetzen. Integriere zudem pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und mechanische Unkrautregulierung in dein Betriebskonzept.
Mischbarkeit & Tankmischung
Adentis ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern mischbar. Bei Mischungen mit anderen sulfonylharnstoffhaltigen Produkten ist die maximale Gesamtmenge an Wirkstoff pro Saison und Kultur zu beachten. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei trockener Witterung oder starker Wachsschicht der Unkräuter, empfiehlt sich der Zusatz eines zugelassenen nicht-ionischen Netzmittels. Vermeide Mischungen mit Gräserherbiziden, wenn ein Antagonismus zu befürchten ist, und führe vor der Anwendung stets eine physikalische Mischprobe durch.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Adentis ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen. Achte darauf, Abdrift auf angrenzende Nichtzielflächen und Gewässer durch den Einsatz driftmindernder Düsentechnik strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die Umwelt zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 31–39 | 40 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 31–39 | 40 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Adentis im Frühjahr?
Der optimale Behandlungszeitraum liegt zwischen dem Beginn des Schossens (BBCH 31) und dem Erscheinen des letzten Blattes (BBCH 39). Für den besten Bekämpfungserfolg solltest du die Anwendung durchführen, wenn sich die zweikeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum und in einem frühen Entwicklungsstadium (Rosetten- bis maximal 4-Blatt-Stadium) befinden.
Welche Rolle spielt die Witterung bei der Ausbringung von Adentis?
Adentis wirkt am besten bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 8 °C und 20 °C, da der Wirkstoff dann schnell von den Unkräutern aufgenommen und transportiert wird. Vermeide Behandlungen bei extremen Temperaturen (über 25 °C), starker Sonneneinstrahlung oder wenn Nachtfröste angekündigt sind, um Stressreaktionen der Getreidekulturen zu verhindern.
Gibt es Einschränkungen für Nachfolgekulturen nach dem Einsatz von Adentis?
Aufgrund des raschen Abbaus von Tribenuron im Boden bestehen bei normalem Kulturverlauf und Einhaltung der üblichen Wartezeiten keine Einschränkungen für den Anbau von Folgekulturen im Rahmen der normalen Fruchtfolge im nächsten Herbst oder Frühjahr. Bei vorzeitigem Umbruch des Bestandes sollten vor der Neuaussaat zweikeimblättriger Kulturen die spezifischen Hinweise zur Bodenbearbeitung beachtet werden.
Wie verhält sich Adentis bezüglich der Regenfestigkeit?
Der Wirkstoff Tribenuron wird relativ schnell über das Blattwerk aufgenommen. In der Regel ist die Anwendung bereits zwei bis drei Stunden nach der Ausbringung regenfest. Ein Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die Herbizidwirkung nicht mehr negativ.
Wie finde ich heraus, ob Adentis mit meinem geplanten Fungizid mischbar ist?
Du kannst die Mischbarkeit direkt in der Farmable-App oder auf agronomy.farmable.tech prüfen, indem du die registrierten Tankmischungspartner abgleichst. Achte darauf, dass bei Mischungen mit Wuchsstoffen oder bestimmten Gräserherbiziden antagonistische Effekte auftreten können, weshalb eine zeitlich versetzte Anwendung oft ratsamer ist.