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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

ADM.09050.H.1.A

BVL Zul.-Nr. 00A775-00

ADM.09050.H.1.A ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Wachstumsregulierung und Halmfestigung in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Triticale. Als moderner Wachstumsregler unterstützt das Produkt landwirtschaftliche Betriebe dabei, das Lagerungsrisiko bei intensiver Bestandsführung und ungünstigen Witterungsverhältnissen signifikant zu reduzieren.

Die Formulierung basiert auf dem bewährten Wirkstoff Trinexapac, der als flüssiges Konzentrat vorliegt und sich durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit sowie eine schnelle Aufnahme über das Blattgewebe auszeichnet. Durch die gezielte Einkürzung der Internodien und die gleichzeitige Stärkung der Halmwandung wird die Standfestigkeit der Kulturen nachhaltig verbessert, was die Ernteeffizienz sichert und Qualitätsverluste verhindert.

Wirkstoffe

Trinexapac
175 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Trinexapac greift aktiv in den Hormonhaushalt der Kultur ein, indem er die Biosynthese von Gibberellinsäuren blockiert. Genauer gesagt hemmt er das Enzym GA20-3-beta-Hydroxylase, wodurch die Bildung der biologisch aktiven Gibberelline (insbesondere GA1) unterbunden wird. Dies führt zu einer gezielten Hemmung des Streckungswachstums der Zellen in den sich entwickelnden Internodien. Das Ergebnis dieser physiologischen Regulation ist ein kompakterer Wuchs mit verkürzten und mechanisch stabileren Halmabschnitten. Da die Energie der Kultur nicht in ein übermäßiges Längenwachstum fließt, wird zudem das Wurzelwachstum gefördert, was die Nährstoff- und Wasseraufnahme der Kulturen stabilisiert.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Trinexapac um einen Wachstumsregler und kein Fungizid oder Herbizid handelt, steht das klassische Resistenzmanagement im Sinne von Wirkstoffresistenzen hier nicht im Vordergrund. Dennoch erfordert ein nachhaltiger Einsatz die genaue Anpassung der Aufwandmenge an die jeweilige Sorte, die Stickstoffdüngung und die aktuelle Witterung. Um physiologischen Stress oder Einkürzungsüberschüsse zu vermeiden, sollte die Anwendung stets in vitale, gut mit Nährstoffen versorgte Bestände erfolgen und extreme Hitze- oder Frostperioden gemieden werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

ADM.09050.H.1.A zeichnet sich durch eine breite Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen mit Triazol-Fungiziden ist jedoch zu beachten, dass diese die einkürzende Wirkung von Trinexapac synergistisch verstärken können; in solchen Fällen empfiehlt sich eine moderate Reduzierung der Aufwandmenge des Wachstumsreglers. Für eine optimale Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (mindestens 150–200 l/ha) und die Vermeidung von extrem hartem oder sehr kaltem Spritzwasser geachtet werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der angrenzenden terrestrischen Flora und Fauna sind die in den BVL-Zulassungsauflagen definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen (z. B. der Einsatz abdriftmindernder Düsen) strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nützlingen nicht in blühende Bestände oder bei starkem Bienenflug ausgebracht werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleHalmfestigung31–390.6 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmfestigung31–390.6 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmfestigung31–390.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmfestigung31–390.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung zur Halmfestigung?

Der ideale Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 31 bis 39 (Schossen bis Ligula-Stadium). Für eine optimale Einkürzung der unteren, statisch wichtigsten Internodien sollte die Behandlung bevorzugt zu Beginn des Schossens (BBCH 31/32) durchgeführt werden.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von ADM.09050.H.1.A?

Der Wirkstoff benötigt für eine optimale Aufnahme und Verteilung in der Kultur wüchsiges Wetter mit ausreichend Licht und moderaten Temperaturen (idealerweise zwischen 10 °C und 20 °C). Bei starker Trockenheit, Frostgefahr oder extremen Tag-Nacht-Temperaturschwankungen sollte die Behandlung verschoben werden, um Stresssymptome an den Kulturen zu vermeiden.

Kann das Pflanzenschutzmittel mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) gemischt werden?

Ja, eine Mischung mit AHL ist grundsätzlich möglich, erhöht jedoch das Risiko von Verbrennungen an den Blattspitzen, insbesondere bei sonnigem und warmem Wetter. Bei einer Tankmischung mit AHL sollte die Kultur absolut trocken sein (kein Tau) und die Aufwandmenge des Wachstumsreglers gegebenenfalls leicht angepasst werden.

Warum ist die Halmfestigung bei spätreifenden oder lageranfälligen Sorten besonders wichtig?

Lagerndes Getreide führt zu erheblichen Ernteerschwerungen, Ertragsverlusten und einer Verschlechterung der Kornqualität (z. B. durch Fallzahlabfall oder Auswuchs). Durch die gezielte Halmfestigung bleibt der Bestand aufrecht stehen, was eine schnelle, gleichmäßige Abreife und eine effiziente Druschleistung ermöglicht.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für die Halmfestigung?

Nutzen Sie die Filterfunktionen in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie nach der gewünschten Kultur (z. B. Winterweizen) und wählen Sie unter der Kategorie Schaderreger bzw. Verwendungszweck den Begriff 'Halmfestigung' aus, um alle in Deutschland registrierten Alternativen und Kombinationspartner anzuzeigen.

Müssen bei der Anwendung Abstände zu Oberflächengewässern eingehalten werden?

Ja, wie bei den meisten Pflanzenschutzmitteln sind auch für dieses Produkt spezifische Abstandsauflagen zum Schutz von Gewässerorganismen (NW-Auflagen des BVL) einzuhalten. Diese können durch den Einsatz anerkannter abdriftmindernder Düsentechnik (z. B. 50 %, 75 % oder 90 % Abdriftminderung) deutlich reduziert werden.