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ALFIL TRIPLE WG

BVL Zul.-Nr. 008595-60

ALFIL TRIPLE WG ist ein hochwirksames, dreifach kombiniertes Fungizid in Form eines wasserdispergierbaren Granulats (WG), das speziell für den professionellen Schutz von Weinreben (VITVI) gegen den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Durch die Kombination von drei sich ergänzenden Wirkstoffen bietet dieses Pflanzenschutzmittel sowohl vorbeugenden Schutz als auch kurative Eigenschaften, was es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Weinbau macht.

Die Formulierung als wasserdispergierbares Granulat gewährleistet eine einfache Handhabung, staubfreie Dosierung und eine schnelle, homogene Verteilung in der Spritzbrühe. Dank der synergetischen Wirkung der drei Komponenten deckt das Produkt kritische Phasen der Rebenentwicklung ab und schützt sowohl den schnellen Neuzuwachs als auch die empfindlichen Gescheine und jungen Beeren zuverlässig vor einer Infektion durch den gefährlichen Oomyceten.

Wirkstoffe

Cymoxanil
40 g/kg · Wirkstoff
Folpet
250 g/kg · Wirkstoff
Fosetyl
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von ALFIL TRIPLE WG basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel dreier Wirkstoffe mit völlig unterschiedlichen Angriffspunkten. Fosetyl (FRAC-Gruppe P07) ist vollsystemisch und wird sowohl akropetal als auch basipetal in der Kultur transportiert. Es wirkt doppelt: Einerseits hemmt es direkt das Myzelwachstum und die Sporenbildung des Erregers, andererseits regt es die natürlichen Abwehrmechanismen der Rebe an (induzierte Resistenz). Cymoxanil (FRAC-Gruppe 27) dringt schnell in das Blattgewebe ein (lokalsystemisch) und bietet eine starke kurative Wirkung, indem es die Synthese von Nukleinsäuren und Proteinen im Schaderreger stört. Folpet (FRAC-Gruppe M04) fungiert als klassischer Multi-Site-Kontaktwirkstoff an der Blattoberfläche. Es greift an mehreren Stellen im Stoffwechsel des Pilzes gleichzeitig an, verhindert das Keimen der Sporen und bildet einen robusten Schutzfilm auf der Kultur.

Resistenzmanagement

Durch die integrierte Multi-Site-Komponente Folpet und die Kombination mit zwei systemischen Wirkstoffen aus unterschiedlichen FRAC-Gruppen (Fosetyl und Cymoxanil) besitzt ALFIL TRIPLE WG bereits ein hervorragendes, eingebautes Resistenzmanagement. Um diese Wirkung langfristig zu sichern, solltest du das Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer klugen Spritzfolge einsetzen. Wechsle die Behandlungen mit Fungiziden ab, die andere Wirkmechanismen aufweisen, und vermeide den aufeinanderfolgenden Einsatz von Produkten mit ähnlichen systemischen Einzelwirkstoffen.

Mischbarkeit & Tankmischung

ALFIL TRIPLE WG ist im Allgemeinen gut mit gängigen Insektiziden und Fungiziden im Weinbau mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder kupferhaltigen Mitteln unter kritischen Witterungsbedingungen, um das Risiko von Blattschäden (Phytotoxizität) zu minimieren. Achte stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu garantieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ALFIL TRIPLE WG ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robusten Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bieneneinstufung angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern das Mittel grundsätzlich nicht auf blühende Kulturen oder an Orten ausbringen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um Gewässerorganismen und das umliegende Ökosystem zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Nichtzielflächen strikt zu vermeiden und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)61–750.75 KILOGRAM_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit ALFIL TRIPLE WG?

Der optimale Einsatzzeitraum liegt in den BBCH-Stadien 61 bis 75, also vom Beginn der Blüte bis zur Fruchtentwicklung. Da der Falsche Mehltau feucht-warme Bedingungen für die Infektion benötigt, solltest du die Behandlung vorbeugend vor angekündigten Niederschlagsperioden durchführen.

Wie wirkt die vollsystemische Komponente Fosetyl bei starkem Triebwachstum?

Fosetyl wird nach der Aufnahme extrem schnell in der gesamten Kultur verteilt – und zwar sowohl nach oben in die neu wachsenden Triebe als auch nach unten in die Wurzeln. Dadurch ist auch der Neuzuwachs, der zum Zeitpunkt der Spritzung noch gar nicht ausgebildet war, vor Infektionen geschützt.

Kann ich ALFIL TRIPLE WG auch nach einem bereits erfolgten Infektionsereignis einsetzen?

Ja, dank des enthaltenen Wirkstoffs Cymoxanil besitzt das Produkt eine kurative Stopp-Wirkung. Du kannst es kurz nach einem vermuteten Infektionstermin einsetzen, um das Auskeimen und die Ausbreitung des Schaderregers im Blattgewebe noch während der Inkubationszeit zu stoppen.

Warum ist die Kombination mit dem Multi-Site-Wirkstoff Folpet so wichtig?

Folpet greift den Schaderreger an mehreren Stellen im Stoffwechsel gleichzeitig an. Da Pilze gegen solche Multi-Site-Wirkstoffe praktisch keine Resistenzen entwickeln können, schützt diese Komponente nicht nur deine Reben direkt, sondern bewahrt auch die systemischen Wirkstoffe Fosetyl und Cymoxanil vor einem vorzeitigen Wirkungsverlust durch Resistenzbildung.

Was musst du bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit für dieses Pflanzenschutzmittel beträgt im Weinbau 28 Tage. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung und der Traubenlese zwingend einhalten, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Rückstände im Erntegut verbleiben.

Wie reinigst du die Spritztechnik nach der Anwendung am besten?

Spüle das Spritzgerät unmittelbar nach der Behandlung gründlich mit Wasser und einem geeigneten Systemreiniger aus. Achte darauf, dass die Reinigungsflüssigkeit auf der bereits behandelten Kulturfläche verteilt wird und keinesfalls in die Kanalisation oder Oberflächengewässer gelangt.