ALFIL TRIPLE WG
ALFIL TRIPLE WG ist ein hochwirksames, dreifach kombiniertes Fungizid in Form eines wasserdispergierbaren Granulats (WG), das speziell für den professionellen Weinbau zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Durch die intelligente Kombination von drei sich ergänzenden Wirkstoffen bietet das Pflanzenschutzmittel einen umfassenden Schutz für die Reben in ihren kritischsten Entwicklungsphasen. Es vereint protektive, kurative und vollsystemische Eigenschaften, was es zu einem verlässlichen Baustein im modernen Weinbaumanagement macht.
Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung bei der Spritzbrühenbereitung aus. Dank der synergistischen Wirkung der aktiven Komponenten schützt ALFIL TRIPLE WG sowohl die Blattoberfläche als auch den empfindlichen Neuzuwachs der Kultur. Dies macht das Produkt besonders wertvoll in Phasen mit hohem Infektionsdruck und schnellem Triebwachstum während der Blüte und des Beerenwachstums.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirksamkeit von ALFIL TRIPLE WG basiert auf dem Zusammenspiel dreier unterschiedlicher Wirkmechanismen gemäß der FRAC-Klassifizierung. Der systemische Wirkstoff Fosetyl (FRAC-Gruppe P07) wird rasch von der Kultur aufgenommen und sowohl akropetal als auch basipetal transportiert. Er stimuliert die natürlichen Abwehrmechanismen der Rebe und blockiert gleichzeitig direkt die Sporenkeimung des Erregers. Cymoxanil (FRAC-Gruppe 27) dringt lokal-systemisch in das Pflanzengewebe ein und entfaltet dort eine kurative Wirkung, indem es die RNA-Synthese des Pilzes stört und beginnende Infektionen stoppt. Ergänzt wird dieses Duo durch den bewährten Kontaktwirkstoff Folpet (FRAC-Gruppe M04). Als Multi-Site-Inhibitor greift Folpet an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel des Schaderregers an und verhindert die Sporenkeimung auf der Pflanzenoberfläche. Diese Kombination aus systemischem Schutz, kurativer Stopp-Wirkung und einer robusten Kontaktbarriere sorgt für eine lückenlose Abwehrleistung und schützt auch den empfindlichen Neuzuwachs von innen heraus.
Resistenzmanagement
Durch die Integration von Folpet als Multi-Site-Fungizid besitzt ALFIL TRIPLE WG ein von Natur aus sehr geringes Resistenzrisiko. Um die langfristige Wirksamkeit der systemischen Komponenten Cymoxanil und Fosetyl zu sichern, sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen sowie die strikte Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und maximalen Anwendungsanzahlen pro Saison, ohne aufeinanderfolgende Behandlungen mit demselben Wirkmechanismus zu überreizen.
Mischbarkeit & Tankmischung
ALFIL TRIPLE WG ist im Allgemeinen gut mit gängigen Weinbaufungiziden und Insektiziden mischbar. Bei der Kombination mit flüssigen Formulierungen oder Blattdüngern wird jedoch empfohlen, vorab eine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchzuführen. Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder bestimmten ölhaltigen Präparaten sollten vermieden werden, um Ausfällungen oder Phytotoxizität an den Reben zu verhindern. Für eine optimale Benetzung der Kultur ist auf eine ausreichende Wassermenge und eine gleichmäßige Applikation zu achten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit ALFIL TRIPLE WG ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Da das Produkt Wirkstoffe enthält, die als gewässergefährdend eingestuft sind, müssen die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die spezifischen Abdriftminderungsklassen strikt eingehalten werden. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von nützlichen Arthropoden und Bodenorganismen, ist eine abdriftfreie und präzise Applikation unerlässlich. Das Mittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 61–75 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Warum ist die Kombination aus drei Wirkstoffen in ALFIL TRIPLE WG so vorteilhaft für den Weinbau?
Die Dreifachkombination vereint unterschiedliche Wirkungswege: Folpet schützt die Oberfläche präventiv, Cymoxanil stoppt bereits stattgefundene Infektionen kurativ im Blattgewebe, und Fosetyl verteilt sich vollsystemisch in der gesamten Kultur, um auch den Neuzuwachs von innen heraus zu schützen und die pflanzeneigene Abwehr zu aktivieren.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von ALFIL TRIPLE WG im BBCH-Bereich?
Der optimale Einsatzbereich liegt in den hochsensiblen BBCH-Stadien 61 (Beginn der Blüte) bis 75 (Beerenansatz). In dieser Phase wächst die Kultur extrem schnell und die Gescheine sind besonders anfällig für Infektionen durch den Falschen Mehltau.
Kann ALFIL TRIPLE WG auch nach einem bereits erfolgten Infektionsereignis eingesetzt werden?
Ja, dank der kurativen Eigenschaften der Wirkstoffkomponente Cymoxanil kann das Produkt auch kurz nach einem Infektionsereignis (z. B. nach einer kritischen Niederschlagsperiode) eingesetzt werden, um die Etablierung des Pilzes im Gewebe zu stoppen. Für einen optimalen Bekämpfungserfolg sollte die Behandlung jedoch so nah wie möglich am Infektionszeitpunkt erfolgen.
Wie unterstützt ALFIL TRIPLE WG das Resistenzmanagement im Weinberg?
Der enthaltene Wirkstoff Folpet ist ein Multi-Site-Inhibitor (FRAC M04), bei dem keine Resistenzbildung bekannt ist. Er schützt die systemischen Partnerwirkstoffe Cymoxanil und Fosetyl vor einer Selektion resistenter Pilzstämme, was ALFIL TRIPLE WG zu einem hervorragenden Werkzeug für nachhaltige Spritzfolgen macht.
Welche Rolle spielt die Systemik von Fosetyl bei schnell wachsenden Reben?
Fosetyl ist vollsystemisch und wird sowohl mit dem Saftstrom nach oben (akropetal) als auch nach unten (basipetal) transportiert. Dadurch werden auch Blätter und Triebe geschützt, die zum Zeitpunkt der Spritzung noch gar nicht ausgetrieben waren – ein entscheidender Vorteil in der Phase des intensiven Triebwachstums.
Was muss bei der Bereitung der Spritzbrühe hinsichtlich der Wasserqualität beachtet werden?
Da Fosetyl leicht sauer reagiert, sollte saures bis neutrales Spritzwasser verwendet werden. Extrem hartes oder stark alkalisches Wasser kann die Stabilität der Wirkstoffe beeinträchtigen. Es wird empfohlen, das Granulat bei laufendem Rührwerk langsam in den teilbefüllten Tank einzuspringen, um eine klumpenfreie Suspension zu gewährleisten.