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Sonstige · BASF Agricultural Solutions Deutschland

Ambrilia

BVL Zul.-Nr. 00B221-00

Ambrilia ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel von BASF, das speziell für den professionellen Weinbau entwickelt wurde. Als leistungsstarkes Fungizid kombiniert es zwei innovative Wirkstoffe in einer flüssigen Formulierung, um einen lückenlosen Schutz gegen die wirtschaftlich bedeutendsten Pilzkrankheiten im Weinberg zu gewährleisten. Die sorgfältig abgestimmte Kombination zielt primär auf die Bekämpfung von Echtem Mehltau (Uncinula necator) und Schwarzfäule (Guignardia bidwellii) ab.

Durch seine systemischen und kurativen Eigenschaften bietet das Produkt Weinbaubetrieben eine hohe Flexibilität bei der Terminierung der Behandlungen. Es schützt nicht nur die bereits behandelten Pflanzenteile, sondern verteilt sich auch optimal im Neuzuwachs der Reben. Dies macht Ambrilia zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Spritzfolgen, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck zwischen dem Austrieb und der Reifeentwicklung.

Wirkstoffe

Fluxapyroxad
100 g/L · Wirkstoff
Mefentrifluconazole
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Ambrilia basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner beiden aktiven Komponenten, die in unterschiedliche biochemische Prozesse der Schadpilze eingreifen. Der Wirkstoff Fluxapyroxad gehört zur Gruppe der SDHI (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 7). Er blockiert den Komplex II der mitochondrialen Atmungskette des Pilzes, wodurch die Energieproduktion (ATP-Synthese) unterbrochen wird und das Myzelwachstum sowie die Sporenkeimung zum Erliegen kommen. Mefentrifluconazole ist ein moderner Vertreter aus der Klasse der Triazole (DMI-Fungizide, FRAC-Gruppe 3). Als sogenanntes „Revysol“ zeichnet es sich durch eine einzigartige molekulare Flexibilität aus. Der Wirkstoff inhibiert das Enzym C14-Demethylase, das für den Aufbau der pilzlichen Zellmembran essenziell ist. Dank seiner flexiblen Isopropanol-Brücke kann sich das Molekül selbst an mutierte Bindungsstellen von Schadpilzen anpassen, was eine außergewöhnlich hohe und konstante Wirksamkeit sichert, selbst bei Stämmen mit verminderter Sensitivität gegenüber klassischen Triazolen.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit dieser beiden hochwirksamen Wirkstoffklassen zu sichern, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Da Ambrilia bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (FRAC 7 und FRAC 3) in sich vereint, ist das inhärente Risiko einer Resistenzentwicklung bereits deutlich reduziert. Dennoch solltest du das Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer klugen Spritzfolge abwechselnd mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffgruppen einsetzen. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der Zulassung darf nicht überschritten werden, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Ambrilia zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln, Blattdüngern und Netzmitteln aus, die im Weinbau üblich sind. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab einen einfachen Mischungsversuch in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem saures oder stark alkalisches Wasser. Die Mischung sollte zügig nach dem Ansetzen ausgebracht und die Spritze während der Fahrt kontinuierlich gerührt werden, um Entmischungen zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Ambrilia steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage bei der Vorbereitung der Spritzbrühe und während der Applikation stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robusten Schutzhandschuhen und Augenschutz. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du aus Vorsorgegründen jede direkte Anwendung auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Verlege die Behandlungen vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeSchwarzfäule (Guignardia bidwellii)15–830.45 LITER_PER_HECTARE21T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)15–830.45 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Ambrilia im Weinberg?

Der optimale Behandlungsstart liegt in den sensiblen BBCH-Stadien ab dem Erscheinen des fünften Laubblattes (BBCH 15) bis hin zum Beginn der Reife (BBCH 83). Besonders in Phasen mit feucht-warmer Witterung, die Infektionen mit Schwarzfäule und Echtem Mehltau begünstigt, solltest du die Bestände engmaschig überwachen und Ambrilia präventiv einsetzen, bevor erste Symptome sichtbar werden.

Wie wirkt sich Regen kurz nach der Applikation auf die Wirksamkeit aus?

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme und der exzellenten Haftungseigenschaften ist Ambrilia bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. Die Wirkstoffe dringen rasch in die Wachsschicht der Blätter und Beeren ein, sodass auch nachfolgende Niederschläge die Schutzwirkung nicht nennenswert beeinträchtigen.

Warum ist die Kombination aus Fluxapyroxad und Mefentrifluconazole so schlagkräftig gegen Resistenzen?

Diese Kombination nutzt zwei völlig unterschiedliche Angriffspunkte im Stoffwechsel der Schadpilze (Atmungskette vs. Zellmembranaufbau). Da Mefentrifluconazole zudem als hochflexibles Triazol konzipiert ist, greift es selbst dort noch zuverlässig, wo ältere Triazole aufgrund von Target-Site-Mutationen der Pilze bereits an Wirkung verlieren. Dies schützt deine Reben und sichert die Nachhaltigkeit deines Pflanzenschutzprogramms.

Kann ich Ambrilia auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen einsetzen?

Ja, die Wirkstoffe in Ambrilia sind temperaturunabhängig hochwirksam. Im Gegensatz zu manchen reinen Kontaktwirkstoffen oder älteren Azolen zeigt die innovative Formulierung auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr (ab BBCH 15) eine zuverlässige Wirkung gegen frühe Infektionen der Schwarzfäule und des Echten Mehltaus.

Wie integriere ich Ambrilia am besten in mein bestehendes Spritzprogramm?

Du solltest Ambrilia strategisch in den Phasen des stärksten Triebwachstums und der Blüte einplanen, da hier der Schutz des Neuzuwachses und der Gescheine oberste Priorität hat. Nutze das Produkt im Block oder im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen, um den gesetzlichen Vorgaben und den Richtlinien des Antiresistenzmanagements optimal zu entsprechen.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Für Ambrilia gilt im Weinbau eine gesetzlich festgelegte Wartezeit von 21 Tagen. Das bedeutet, dass zwischen der letzten Anwendung und dem Beginn der Traubenlese mindestens dieser Zeitraum liegen muss, um Rückstände im Lesegut sicher auszuschließen und die Weinbereitung nicht zu beeinträchtigen.