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OTHER · Syngenta Agro GmbH

AMPEXIO

BVL Zul.-Nr. 028314-00

AMPEXIO von Syngenta ist ein hochmodernes, spezialisiertes Fungizid zur gezielten Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, die einen hervorragenden Schutz für die sensible Laubwand sowie für die Gescheine und Trauben bieten. Es hat sich als ein unverzichtbarer Standardbaustein im modernen, qualitätsorientierten Weinbau etabliert.

Die besondere Stärke von AMPEXIO liegt in seiner ausgeprägten Regenfestigkeit und der schnellen Wirkstoffaufnahme. Bereits kurz nach der Applikation lagert sich ein Teil der Wirkstoffe in der Wachsschicht der Blätter und Beeren an, während der andere Partner einen langanhaltenden, schützenden Belag auf der Pflanzenoberfläche bildet. Dies sorgt für einen zuverlässigen Schutz auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen und während intensiver Zuwachsphasen der Reben.

Wirkstoffe

Mandipropamid
250 g/kg · Wirkstoff
Zoxamide
240 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von AMPEXIO basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Mandipropamid gehört zur Gruppe der Carbonsäureamide (CAA-Fungizide, FRAC-Gruppe 40). Es hemmt die Phospholipid-Biosynthese und damit das Myzelwachstum sowie die Sporenkeimung des Schaderregers. Mandipropamid zeichnet sich durch eine hohe Affinität zur Wachsschicht aus und verteilt sich translaminar im Gewebe der Kultur, wodurch auch nicht direkt getroffene Blattunterseiten geschützt werden. Der zweite Partner, Zoxamide, gehört zur chemischen Klasse der Benzamide (FRAC-Gruppe 22). Zoxamide wirkt als Kontaktfungizid mit ausgeprägten protektiven Eigenschaften, indem es die Kernteilung (Mitose) des Pilzes durch die selektive Bindung an das Beta-Tubulin stört. Diese Kombination aus translaminarer Systemik und starker Kontaktwirkung auf der Oberfläche minimiert das Risiko von Infektionen an Blättern und Gescheinen nachhaltig.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei Plasmopara viticola wirksam vorzubeugen, nutzt AMPEXIO die Kombination zweier völlig unterschiedlicher FRAC-Klassen (40 und 22). Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Spritzprogramms stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden, die keinen Kreuzresistenzen unterliegen. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung ist strikt einzuhalten, und der Einsatz sollte bevorzugt präventiv in den kritischen Infektionsphasen erfolgen.

Mischbarkeit & Tankmischung

AMPEXIO ist im Allgemeinen sehr gut mischbar mit gängigen organischen Fungiziden, Schwefelpräparaten sowie Blattdüngern, die im Weinbau üblich sind. Bei Mischungen mit flüssigen Formulierungen oder ölhaltigen Zusatzstoffen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Kultur ist auf eine ausreichende Wassermenge und eine präzise Applikationstechnik zu achten; der Zusatz von speziellen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine hervorragende Haftung optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AMPEXIO ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die spezifischen Abdriftminderungsklassen strikt einzuhalten. Das Mittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.16 KILOGRAM_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von AMPEXIO im Weinbau?

Der Einsatz sollte strikt präventiv erfolgen, idealerweise in den hochempfindlichen BBCH-Stadien der Rebe vor und nach der Blüte (ab Gescheinsentwicklung bis zum Traubenschluss), da hier das Risiko für Primär- und Sekundärinfektionen durch den Falschen Mehltau am größten ist.

Wie verhält sich AMPEXIO bei Niederschlägen kurz nach der Applikation?

Dank der schnellen Bindung von Mandipropamid an die Wachsschicht der Kultur ist das Produkt bereits nach kurzer Antrocknungszeit (ca. 1 Stunde) hervorragend regenfest. Einsetzender Regen wäscht den Wirkstoffbelag kaum ab, was eine hohe Wirkungsstabilität garantiert.

Kann AMPEXIO auch kurativ eingesetzt werden, wenn bereits Symptome von Peronospora sichtbar sind?

Nein, AMPEXIO ist ein rein protektives Fungizid. Bei bereits sichtbarem Befall (Ölflecken oder Sporulation) sollten gezielt kurativ oder sporulationshemmend wirkende Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, um die Epidemie zu stoppen, bevor AMPEXIO wieder zum Schutz des gesunden Zuwachses integriert wird.

Warum enthält AMPEXIO zwei verschiedene Wirkstoffe?

Die Kombination aus Mandipropamid (lokalsystemisch/translaminar) und Zoxamide (kontaktaktiv) sorgt für einen doppelten Schutzmechanismus. Während Mandipropamid in das Gewebe eindringt und mitwächst, verbleibt Zoxamide als stabiler Schutzfilm auf der Oberfläche. Dies optimiert die Wirkung und minimiert gleichzeitig das Risiko von Wirkstoffresistenzen.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Ausbringung von AMPEXIO?

AMPEXIO ist gegenüber moderaten Schwankungen des pH-Werts im Spritzwasser stabil. Dennoch wird für eine optimale physikalische Stabilität der Spritzbrühe ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert (ca. 5,5 bis 7,0) empfohlen, insbesondere wenn Mischungspartner hinzugefügt werden.

Wie wird AMPEXIO im Rahmen des Antiresistenzmanagements richtig in die Spritzfolge integriert?

Es wird empfohlen, AMPEXIO bevorzugt in Blockbehandlungen von maximal zwei aufeinanderfolgenden Spritzungen einzusetzen. Danach sollte zwingend ein Wechsel auf Wirkstoffe aus anderen FRAC-Gruppen (z. B. Quinon-Outside-Inhibitoren oder Multisite-Fungizide) erfolgen, um den Selektionsdruck zu minimieren.