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OTHER · ASCENZA AGRO S.A.

ANTEVA

BVL Zul.-Nr. 00B275-00

ANTEVA ist ein hochwirksames, protektives Kontaktfungizid zur gezielten Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten im Weinbau. Formuliert als modernes, wasserdispergierbares Granulat (WG), lässt sich das Pflanzenschutzmittel leicht dosieren und zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung und Haftung auf den grünen Pflanzenteilen der Rebe aus.

Das Anwendungsspektrum umfasst die entscheidenden Schaderreger der frühen Saison, darunter den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola), den Roten Brenner sowie die Schwarzfleckenkrankheit (Phomopsis viticola). Durch seine ausgeprägte Kontaktwirkung bildet ANTEVA einen zuverlässigen Schutzschild auf der Kultur, der die Keimung von Pilzsporen unterbindet und somit Primärinfektionen effektiv verhindert.

Dank seiner robusten Formulierung und der hohen Regenbeständigkeit ist ANTEVA ein bewährter Grundbaustein in modernen Spritzfolgen. Es sichert die Vitalität der Reben in den kritischen Phasen des Austriebs und der Vorblüte und legt damit das Fundament für gesunde Trauben und einen ertragreichen Weinjahrgang.

Wirkstoffe

Folpet
800 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in ANTEVA enthaltene Wirkstoff Folpet gehört zur chemischen Gruppe der Phthalimide und ist als Kontaktfungizid mit protektiver Wirkung klassifiziert. Er greift als Multi-Site-Inhibitor (FRAC-Gruppe M04) an verschiedenen Stellen in den Stoffwechsel der Schaderreger ein. Unter anderem blockiert er die Zellatmung, stört die Zellteilung und beeinträchtigt die Durchlässigkeit der Zellmembranen der Pilzsporen. Da der Wirkstoff nicht in das Pflanzengewebe eindringt, sondern als schützender Belag auf der Oberfläche der Kultur verbleibt, verhindert er das Keimen der Sporen und das Eindringen der Keimschläuche in das Pflanzengewebe. Dies macht ANTEVA zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die vorbeugende Befallsverhütung.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus weist Folpet kein erkennbares Resistenzrisiko auf. ANTEVA ist daher ein idealer Partner für das Resistenzmanagement im Weinbau. Es wird empfohlen, das Produkt in einer strategischen Spritzfolge im Wechsel mit systemischen oder lokosystemischen Fungiziden einzusetzen, die ein höheres Resistenzrisiko besitzen (wie z. B. CAA- oder QoI-Fungizide), um deren Lebensdauer und Wirksamkeit langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

ANTEVA ist im Allgemeinen gut verträglich mit den gängigen Fungiziden und Insektiziden im Weinbau. Mischungen mit stark alkalischen Produkten (wie z. B. bestimmten Blattdüngern oder Kupferpräparaten mit hohem pH-Wert) sowie mit ölhaltigen Formulierungen sollten vermieden werden, da diese die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen oder phytotoxische Reaktionen auf den Blättern hervorrufen können. Vor der großflächigen Anwendung wird stets ein physikalischer Mischbarkeitstest empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von ANTEVA sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und festes Schuhwerk) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die spezifischen Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) zu Oberflächengewässern penibel zu beachten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Beständen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebePhomopsis viticola0–610.6 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
WeinrebePhomopsis viticola0–610.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
WeinrebeRoter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila)0–610.6 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
WeinrebeRoter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila)0–610.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Warum ist der Einsatz von ANTEVA besonders in den frühen BBCH-Stadien bis zur Blüte ratsam?

In den frühen Entwicklungsstadien der Rebe, vom Knospenaufbruch bis zum Beginn der Blüte (BBCH 61), ist das junge Gewebe extrem anfällig für Primärinfektionen durch Phomopsis und den Roten Brenner. ANTEVA bildet einen stabilen Schutzfilm auf den jungen Trieben und Blättern, der das Keimen der Pilzsporen effektiv verhindert, bevor sich die Schaderreger im Gewebe festsetzen können.

Wie unterstützt der Wirkstoff Folpet das Antiresistenzmanagement im Weinbau?

Folpet ist ein sogenannter Multi-Site-Inhibitor (FRAC-Gruppe M04), der gleichzeitig an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel der Pilzzellen angreift. Aufgrund dieses vielseitigen Mechanismus ist das Risiko einer Resistenzentwicklung äußerst gering. Der Einsatz von ANTEVA eignet sich daher hervorragend, um die Wirksamkeit von gefährdeten, einseitig wirkenden (systemischen) Fungiziden in Spritzfolgen abzusichern.

Ist ANTEVA regenfest und wann ist der beste Anwendungszeitpunkt?

Das Pflanzenschutzmittel sollte stets vorbeugend (protektiv) vor einer Infektionsperiode bzw. vor angekündigten Niederschlägen appliziert werden. Nach dem Antrocknen des Spritzbelags verfügt ANTEVA über eine exzellente Haftfestigkeit auf der Kultur, sodass der Schutz auch bei wechselhafter und feuchter Witterung aufrechterhalten bleibt.

Welche Anforderungen an die Wasserqualität und Mischtechnik sind zu beachten?

Für eine optimale Stabilität des Wirkstoffs sollte der pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen bis leicht sauren Bereich liegen. Stark alkalisches Wasser kann zu einer vorzeitigen Hydrolyse von Folpet führen. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, das Produkt als erstes in den teilbefüllten Tank einzuspringen und für eine kontinuierliche Rührung zu sorgen.

Wie wirkt sich die Behandlung mit ANTEVA auf die Raubmilbenpopulation aus?

ANTEVA gilt im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes als schonend gegenüber wichtigen Nützlingen wie Raubmilben (z. B. Typhlodromus pyri). Dies ermöglicht eine biologische Regulierung von Schadmilben im Weinberg, ohne das natürliche Gleichgewicht zu stören.