ARIGO
ARIGO ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie der Gemeinen Quecke im Mais (Zea mays). Als wasserlösliches Granulat (WG) formuliert, vereint dieses Pflanzenschutzmittel drei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Wirkungsspektrum im Nachauflauf abzudecken. Es hat sich als Standardlösung im modernen Maisanbau etabliert, da es sowohl über das Blatt als auch über den Boden wirkt.
Die Kombination aus Mesotrione, Nicosulfuron und Rimsulfuron sorgt für eine schnelle und nachhaltige Unkrautkontrolle. Durch die Kombination von Blatt- und Bodenwirkung werden auch später keimende Unkrautwellen effektiv unterdrückt. Dies macht ARIGO zu einem flexiblen Werkzeug für Landwirte, um die Konkurrenz durch Schaderreger in der kritischen frühen Entwicklungsphase des Maises auszuschalten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirkung von ARIGO basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Mesotrione gehört zur chemischen Klasse der Triketone (HRAC-Gruppe 27) und blockiert das Enzym HPPD (p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase). Dies stört die Carotinoid-Biosynthese, was zu einer schnellen Chlorophyllzerstörung und dem typischen Ausbleichen (Bleaching) der betroffenen Schaderreger führt. Nicosulfuron und Rimsulfuron gehören zur Gruppe der Sulfonylharnstoffe (HRAC-Gruppe 2). Sie hemmen das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Synthese essenzieller Aminosäuren verantwortlich ist. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Transport in den Leitbahnen blockiert, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp und dem anschließenden Absterben der Unkräuter und Ungräser führt.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, nutzt ARIGO bereits die Kombination zweier unterschiedlicher HRAC-Wirkstoffklassen (Gruppe 2 und Gruppe 27). Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements (IWM) eingesetzt werden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in der Fruchtfolge sowie mechanische Pflegemaßnahmen. Der wiederholte, alleinige Einsatz von ALS-Hemmern auf derselben Fläche ist zu vermeiden, um die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei Ungräsern, zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
ARIGO wird in der Praxis häufig in Kombination mit einem geeigneten, nicht-ionischen Netzmittel appliziert, um die Benetzung und Wirkstoffaufnahme über das Blatt abzusichern. Das Pflanzenschutzmittel ist generell gut mischbar mit gängigen Maisherbiziden zur Spektrumserweiterung sowie mit flüssigen Mikronährstoffdüngern. Mischungen mit organophosphathaltigen Insektiziden sollten jedoch vermieden werden, da dies zu phytotoxischen Reaktionen an der Kultur führen kann. Bei der Ausbringung ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung zu achten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit ARIGO sind die vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzhandschuhe und Schutzkleidung strikt einzuhalten. Da das Produkt Wirkstoffe enthält, die für aquatische Organismen toxisch sein können, müssen die behördlich festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die einzuhaltenden Abdriftminderungsklassen genau beachtet werden. Das Mittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Nützlingen und der lokalen Flora stets windstill und abdriftsicher ausgebracht werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mais | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | 12–18 | 250 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von ARIGO im Mais?
Der optimale Anwendungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kultur, idealerweise zwischen den BBCH-Stadien 12 und 18 (2- bis 8-Blattstadium des Maises). Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die meisten Schaderreger im aktiven Wachstum und in einem frühen Entwicklungsstadium, was eine maximale Wirkstoffaufnahme gewährleistet.
Warum ist die Zugabe eines Netzmittels bei der Spritzung von ARIGO ratsam?
Da ARIGO als wasserlösliches Granulat formuliert ist, verbessert ein zugesetztes Netzmittel (Adjuvans) die Haftung der Spritzbrühe auf den Blättern der Schaderreger. Dies reduziert das Abperlen, optimiert die Benetzung von behaarten oder wachsartigen Blattoberflächen und beschleunigt die Aufnahme der systemischen Wirkstoffe.
Wie wirkt sich die Witterung auf die Effizienz von ARIGO aus?
Warme, wüchsige Witterungsbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit fördern den Stoffwechsel der Unkräuter und führen zu einer schnellen Wirkung. Bei extremer Trockenheit, Frostgefahr oder starker Hitze über 25 °C sollte die Behandlung verschoben werden, um Stress für die Kultur zu vermeiden und eine unzureichende Wirkstoffaufnahme zu verhindern.
Kann ARIGO auch zur Bekämpfung von ausdauernden Ungräsern wie der Gemeinen Quecke eingesetzt werden?
Ja, ARIGO ist offiziell für die Bekämpfung der Gemeinen Quecke zugelassen. Für einen optimalen Bekämpfungserfolg sollte die Quecke zum Zeitpunkt der Behandlung eine Wuchshöhe von etwa 15–20 cm erreicht haben und genügend Blattmasse aufweisen, um eine ausreichende Menge der systemischen Wirkstoffe aufzunehmen.
Welche Nachbauauflagen müssen nach dem Einsatz von ARIGO beachtet werden?
Nach dem regulären Einsatz von ARIGO im Mais können im folgenden Frühjahr im Rahmen der normalen Fruchtfolge fast alle Kulturen angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur nach einem Fehlschlag dürfen nach tiefem Pflügen in der Regel nur Mais oder bestimmte Gräser nachgesät werden. Beachten Sie hierzu stets die aktuellen behördlichen Gebrauchsanleitungen.
Wie finde ich im Agronomy-Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Unkräuter?
Nutzen Sie die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach der Kultur "Mais" und dem spezifischen Schaderreger (z. B. "Gemeine Quecke") zu filtern. Das Portal listet Ihnen alle in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen auf.