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Kultur

Mais

Zea mays
ZEAMX

Mais (Zea mays, EPPO-Code: `ZEAMX`) ist eine der wirtschaftlich bedeutendsten Kulturen im mitteleuropäischen Ackerbau. Als C4-Pflanze zeichnet sich die Kultur durch eine hohe Photosyntheseeffizienz und Biomassebildung aus, stellt jedoch auch spezifische Ansprüche an Wärme und Wasserverfügbarkeit während der Hauptwachstumsphase. In Deutschland wird Mais primär als Silomais für die Rinderfütterung und Biogasnutzung sowie als Körnermais angebaut.

Die Jugendentwicklung der Kultur verläuft unter kühlen mitteleuropäischen Frühjahrsbedingungen oft zögerlich, weshalb der Unkrautregulierung in den frühen BBCH-Stadien eine kritische Bedeutung zukommt. Später im Entwicklungszyklus bestimmen die Wasserversorgung zur Blüte (BBCH 61–69) und die Temperatursumme maßgeblich den Kolbenansatz und die Stärkeeinlagerung. Ein integrierter Pflanzenschutz ist unerlässlich, um Ertrag und Qualität der Ernte abzusichern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte April bis Anfang Mai
Erntefenster
September bis November
Reihenabstand
75 cm
Typischer Ertrag
80–110 dt/ha (Körnermais), 400–550 dt/ha (Silomais-Frischmasse)
Wärmesumme (GDD)
ca. 1850 °C (Basis 0 °C)
Boden-pH
5,5–7,0

Bodenmanagement

Mais bevorzugt tiefgründige, gut durchlüftete Böden mit rascher Erwärmbarkeit im Frühjahr, um eine zügige Jugendentwicklung zu gewährleisten. Eine sorgfältige Bodenbearbeitung, idealerweise unter Vermeidung von Schadverdichtungen, fördert die tiefe Durchwurzelung der Kultur. Auf erosionsgefährdeten Standorten ist die Mulch- oder Direktsaat in abgestorbene Zwischenfrüchte heute fachlicher Standard. Die organische Düngung mit Gülle oder Gärresten sollte präzise auf den Bedarf abgestimmt und bodennah ausgebracht werden, um Ammoniakverluste zu minimieren. Eine gezielte Unterfußdüngung mit Phosphat beim Säen sichert die Nährstoffversorgung auch bei kühlen Bodentemperaturen im Frühjahr ab.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz im Mais konzentriert sich stark auf die Bekämpfung von Ungräsern wie der Hühnerhirse (*Echinochloa crus-galli*) und hartnäckigen Unkräutern im frühen Nachauflauf. Gegen tierische Schaderreger wie den Maiszünsler (*Ostrinia nubilalis*) hat sich neben dem chemischen Pflanzenschutzmittel-Einsatz der biologische Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen fest etabliert. Zur Vermeidung von Stängelfäule und Maisbeulenbrand sind eine weite Fruchtfolge sowie das sorgfältige Unterpflügen von Ernterückständen essenziell. Beim Auftreten des Westlichen Maiswurzelbohrers müssen strenge Fruchtfolgevorgaben und behördliche Auflagen beachtet werden. Regelmäßiges Monitoring ab dem Auflaufen sichert den rechtzeitigen und gezielten Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel.

Sorten

KWS Figaro

S 250 / K 240 (mittelfrüh)

Sehr hoher und stabiler Korn- und Siloertrag

Resistent gegen: Maisbeulenbrand, Lagerung

Anfällig für: Helminthosporium-Blattflecken

Ein bewährter Doppelnutzer mit exzellenter Jugendentwicklung und hoher Kältetoleranz im Frühjahr.

LG 31256

S 240 / K 230 (mittelfrüh)

Hervorragende Energieerträge im Silomaisbereich

Resistent gegen: Stängelfäule, Kälte

Anfällig für: Maisbeulenbrand

Besonders empfohlen für die Rinderfütterung aufgrund hoher Verdaulichkeit und sehr guter Standfestigkeit.

P8834

S 270 / K 250 (mittelspät)

Spitzenerträge im Körnermais-Segment

Resistent gegen: Helminthosporium-Blattflecken, Trockenstress

Anfällig für: Kälte

Zahnmais-Typ von Pioneer mit hervorragender Ertragsleistung auf wärmeren Standorten und sehr gutem Dry-Down-Effekt.

DKC 3350

S 250 / K 250 (mittelfrüh)

Sehr konstante Körnermaiserträge auch unter Trockenheit

Resistent gegen: Stängelfäule, Lagerung

Anfällig für: Maiszünsler

Dekalb-Sorte mit ausgeprägter Druschfähigkeit und sehr guter Kolbengesundheit.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Bodentemperatur den optimalen Aussaatzeitpunkt von Mais?

Mais ist eine wärmeliebende Kultur, deren Keimung erst ab einer dauerhaften Bodentemperatur von 8 bis 10 °C zuverlässig einsetzt. Eine zu frühe Aussaat in kalten Boden verzögert den Feldaufgang erheblich, erhöht das Risiko für Keimlingskrankheiten (z. B. Pythium) und schwächt die Konkurrenzkraft der Kultur gegenüber Unkräutern.

Warum ist das BBCH-Stadium 13 bis 18 so kritisch für die Unkrautbekämpfung?

In dieser Phase der frühen Jugendentwicklung besitzt die Kultur kaum eigene Konkurrenzkraft. Konkurrierende Schaderreger wie Hühnerhirse oder Weißer Gänsefuß entziehen dem Mais Licht, Wasser und Nährstoffe, was zu irreversiblen Ertragsverlusten führt; chemische Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln erzielen hier die beste Wirkung.

Wie lässt sich der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) pflanzenbaulich regulieren?

Die wirksamste Maßnahme ist der Verzicht auf den Mais-Selbstanbau (Mais nach Mais). Ein konsequenter Fruchtfolgewechsel mit mindestens einem Jahr Anbaupause für Mais auf der betroffenen Fläche unterbricht den Lebenszyklus des Schädlings vollständig, da die im Boden schlüpfenden Larven keine Nahrung finden.

Welche Rolle spielt die Abreife des Kolbens im Verhältnis zur Restpflanze bei der Silomaisernte?

Für eine optimale Silierung sollte der Gesamt-Trockensubstanzgehalt (TS) der Kultur zwischen 30 % und 35 % liegen. Ein zu frühes Ernten führt zu Sickersaftverlusten und geringem Stärkegehalt, während eine überständige Ernte die Verdichtung im Silo erschwert und das Risiko von Schimmelpilzbildung erhöht.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel gegen den Maiszünsler?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Hub und filtern Sie gezielt nach dem Schaderreger Ostrinia nubilalis (Maiszünsler) oder dem EPPO-Code PYRUNU. Dort werden Ihnen alle aktuell in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive Aufwandmengen, Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten übersichtlich angezeigt.