Mais
Mais (Zea mays, EPPO-Code: ZEAMX) ist eine der wirtschaftlich bedeutendsten landwirtschaftlichen Kulturen in Mitteleuropa. Als C4-Pflanze zeichnet sich die Kultur durch eine hohe Photosyntheseeffizienz und Biomassebildung aus, stellt jedoch auch spezifische Ansprüche an Temperatur und Wasserverfügbarkeit während der Jugendentwicklung.
Die Nutzung teilt sich primär in Silomais für die Tierfütterung und Biogaserzeugung sowie in Körnermais zur energetischen und stofflichen Verwertung auf. Aufgrund der späten Aussaat im Frühjahr und der relativ langsamen Jugendentwicklung erfordert die Kultur ein sorgfältiges Management, um Bodenerosion zu verhindern und die Konkurrenz durch Unkräuter frühzeitig zu unterbinden.
Bodenmanagement
Ein erfolgreicher Maisanbau erfordert ein tiefgründig gelockertes, tragfähiges und gut abgesetztes Saatbett, da die Kultur sehr empfindlich auf Bodenverdichtungen reagiert. Um Bodenerosion und Nährstoffauswaschungen über den Winter zu minimieren, wird im modernen Ackerbau vermehrt auf Mulch- oder Direktsaatverfahren in abgefrorene Zwischenfrüchte gesetzt. Die Düngung sollte präzise auf den Entzug der Kultur abgestimmt sein, wobei organische Wirtschaftsdünger wie Gülle oder Gärreste idealerweise direkt vor der Saat bodenschonend eingearbeitet werden. Eine ausreichende Versorgung mit Phosphor als Unterfußdüngung ist besonders in kühlen Frühjahren kritisch, um die frühe Wurzelentwicklung zu sichern. Zudem ist auf einen ausgeglichenen Humushaushalt zu achten, um die Wasserhaltefähigkeit des Bodens in trockenen Sommermonaten zu maximieren.
Schaderreger-Management
Der integrierte Pflanzenschutz im Maisanbau konzentriert sich stark auf die Unkrautregulierung in der kritischen Phase zwischen dem Auflaufen und dem Reihenschluss. Schaderreger wie die Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli) und der Gemeine Stechapfel können die Kultur rasch überwachsen, weshalb chemische Pflanzenschutzmittel im Vor- oder frühen Nachauflauf gezielt appliziert werden müssen. Unter den tierischen Schädlingen stellt der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) die größte Bedrohung dar; seine Regulierung erfolgt zunehmend biologisch durch den Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen oder mechanisch durch das gründliche Mulchen der Stoppelreste nach der Ernte. Auch der Westliche Maiswurzelbohrer erfordert strenge Fruchtfolgemaßnahmen, um eine Populationsetablierung zu verhindern. Pilzliche Infektionen wie der Maisbeulenbrand oder Stängelfäule werden primär durch die Wahl toleranter Sorten und eine ausgewogene Fruchtfolge kontrolliert.
Sorten
KWS Keops
Silo S 250 / Körner K 250 (mittelfrüh)Sehr hoher Korn- und Gesamttrockenmasseertrag.
Resistent gegen: Stängelfäule, Maisbeulenbrand
Anfällig für: Helminthosporium-Blattflecken
Sehr ertragsstabile Zweinutzungssorte mit hervorragender Jugendentwicklung und hoher Stresstoleranz.
Figaro
Silo S 250 / Körner K 240 (mittelfrüh)Konstant hohe Energieerträge im Silomaisbereich.
Resistent gegen: Helminthosporium-Blattflecken, Lagerung
Anfällig für: Maisbeulenbrand
Bewährte KWS-Sorte mit exzellenter Standfestigkeit und sehr guter Restpflanzenverdaulichkeit.
P8834
Körner K 250 / Silo S 250 (mittelfrüh)Spitzenerträge im Körnermaissegment auf guten Standorten.
Resistent gegen: Dürre, Stängelfäule
Anfällig für: Kälteschock
Zahnmais-Sorte von Pioneer mit rascher Kornabtreife (Dry-Down-Effekt) und hoher Trockenheitstoleranz.
LG 31.256
Silo S 250 / Körner K 250 (mittelfrüh)Sehr hohe Gesamttrockenmasse- und Stärkeerträge.
Resistent gegen: Maisbeulenbrand, Fusarium
Anfällig für: Lagerung
Limagrain-Sorte mit sehr hoher Stärkeausbeute und exzellenter Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Standorte.
Wichtige Schaderreger
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Häufige Fragen
Wie erkennst du den optimalen Zeitpunkt für die mechanische Unkrautbekämpfung im Mais?
Für das Striegeln oder Hacken solltest du das BBCH-Stadium der Kultur genau beobachten. Das Blindstriegeln ist kurz nach der Saat bis kurz vor dem Auflaufen möglich. Sobald der Mais aufläuft, solltest du bis zum 2- bis 3-Blattstadium (BBCH 12–13) warten, da die jungen Pflanzen in dieser Phase extrem empfindlich gegen Verschütten und mechanische Beschädigung sind. Ab dem 4-Blattstadium kannst du die Zwischenreihen effektiv mit der Hacke bearbeiten, idealerweise bei trockenem, sonnigem Wetter, damit die freigelegten Unkräuter rasch vertrocknen.
Welche Rolle spielt die Unterfußdüngung und wie platzierst du sie richtig?
Da Mais in der kühlen Frühjahrsphase Phosphat nur schlecht aufnehmen kann, ist eine Unterfußdüngung mit Stickstoff und Phosphor entscheidend für einen zügigen Start. Du solltest das Düngerband etwa 5 cm seitlich und 5 cm unterhalb des Saatkorns platzieren. Liegt der Dünger zu nah am Korn, kann es zu Salzschäden an den empfindlichen Keimwurzeln kommen; liegt er zu weit weg, erreichen die Wurzeln die Nährstoffe in der kritischen Jugendentwicklung nicht rechtzeitig.
Wie kannst du das Risiko von Mykotoxinen im Erntegut minimieren?
Mykotoxine werden meist durch Pilze der Gattung Fusarium verursacht. Um das Risiko zu senken, solltest du eine weite Fruchtfolge einhalten und insbesondere nach der Vorfrucht Weizen oder Mais die Ernterückstände extrem gründlich zerkleinern und tief einarbeiten. Achte zudem auf eine rechtzeitige Ernte bei optimalem TS-Gehalt (ca. 32–35 % im Silomais) und vermeide Verletzungen der Kolben durch Schädlinge wie den Maiszünsler, da diese Eintrittspforten für Pilze darstellen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen gegen den Maiszünsler?
Der optimale Ausbringungszeitpunkt der Schlupfwespen-Karten richtet sich nach dem Hauptflug des Maiszünslers, den du mittels Pheromonfallen oder dem Warndienst deiner Region überwachen kannst. Meist liegt dieser Zeitraum zwischen Mitte Juni und Anfang Juli. Du solltest die erste Welle der Nützlinge ausbringen, sobald der Flug beginnt, und eine zweite Ausbringung etwa 10 bis 14 Tage später durchführen, um auch später schlüpfende Zünslereier effektiv zu parasitieren.
Wie findest du auf agronomy.farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel für deine Maisschläge?
Nutze dafür einfach unsere zentrale Suchfunktion im Hub und filtere nach der Kultur 'Mais'. Du kannst die Suche gezielt nach der Art des Schaderregers – wie etwa Herbizide gegen Hirsearten oder Insektizide gegen den Maiszünsler – eingrenzen. Achte bei der Auswahl der angezeigten Pflanzenschutzmittel besonders auf die aktuellen Zulassungsdaten, die spezifischen Aufwandmengen und die vorgeschriebenen Wartezeiten für deine Region.
Was musst du bei der Bekämpfung von Spätverunkrautung nach dem Reihenschluss beachten?
Nach dem Reihenschluss (ab BBCH 39) sind chemische Anwendungen mit Standardgeräten kaum noch ohne mechanische Schäden an der Kultur möglich. Sollten sich Problemunkräuter wie die Ackerwinde oder spät auflaufende Hirsen massiv ausbreiten, musst du auf Spezialgeräte wie Portal- oder Stelzenschlepper zurückgreifen. Prüfe vor einer späten Herbizidmaßnahme unbedingt die BBCH-Zulassungsgrenzen der Pflanzenschutzmittel, da späte Anwendungen die Kolbenentwicklung beeinträchtigen können.