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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Aspect

BVL Zul.-Nr. 007149-00

Aspect ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizid (Suspensionskonzentrat, SC) von Bayer CropScience, das speziell für den Einsatz in der Kultur Mais (Zea mays) entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung gegen wichtige einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie spezifische Problemunkräuter wie den Winden-Knöterich und den Schwarzen Nachtschatten. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Boden- und Blattwirkung aus, was eine flexible Anwendung im Vorauflauf oder im frühen Nachauflauf ermöglicht.

Das Produkt bildet nach der Applikation einen stabilen Spritzbelag auf der Bodenoberfläche. Auflaufende Schaderreger werden so bereits im Keimblattstadium effektiv über die Wurzeln und den Spross erfasst, während bereits aufgelaufene Unkräuter über das Blatt bekämpft werden. Dank dieser langanhaltenden Dauerwirkung schützt Aspect die Kultur in der kritischen Jugendentwicklung vor unkrautbedingter Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe, was die Ertragsbildung von Anfang an sichert.

Wirkstoffe

Flufenacet
200 g/L · Wirkstoff
Terbuthylazin
333 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hohe Wirksamkeit von Aspect basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel seiner zwei aktiven Wirkstoffe, die unterschiedlichen HRAC-Klassen angehören. Flufenacet (HRAC-Gruppe 15) ist ein systemischer Bodenwirkstoff, der die Biosynthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA) in den Zellmembranen der Keimlinge hemmt. Dies führt zu einem schnellen Wachstumsstopp der Unkräuter noch vor oder kurz nach dem Auflaufen. Terbuthylazin (HRAC-Gruppe 5) ergänzt dieses Spektrum ideal, indem es den Elektronentransport im Photosystem II der Pflanzen blockiert. Dieser Wirkstoff wird sowohl über die Wurzeln als auch über die Blätter aufgenommen und führt zu einer schnellen Chlorose und anschließenden Nekrose der betroffenen Unkräuter. Die Kombination beider Mechanismen sorgt für eine zuverlässige Bekämpfung auch unter wechselnden Witterungsbedingungen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen nachhaltig vorzubeugen, nutzt Aspect bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (HRAC 15 und HRAC 5). Dennoch sollte dieses Pflanzenschutzmittel stets in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. HPPD-Inhibitoren) in der Fruchtfolge sowie mechanische Pflegemaßnahmen. Die strikte Einhaltung der empfohlenen Aufwandmenge von 1,5 l/ha ist essenziell, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aspect ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Maisherbiziden zur Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern und Ungräsern sowie mit flüssigen Mikronährstoffdüngern. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200–400 l/ha und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Die Anwendung sollte bevorzugt auf feuchten Böden und bei moderaten Temperaturen erfolgen, um die Bodenwirkung von Flufenacet zu maximieren und das Risiko von Blattschäden an der Kultur zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Aspect sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von vorgeschriebener persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung. Da die Wirkstoffe Terbuthylazin und Flufenacet als umweltgefährlich eingestuft sind und ein Risiko für aquatische Organismen darstellen, müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die entsprechenden Abdriftminderungsklassen genau beachtet werden. Das Mittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Nützlingen stets abdriftarm appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisWinden-Knöterich, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Schwarzer Nachtschatten1.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Aspect im Mais?

Der optimale Zeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf des Maises (BBCH-Stadium 10 bis 12), wenn die Unkräuter gerade auflaufen und sich im Keim- bis maximal Laubblattstadium befinden. Auch eine Vorauflaufbehandlung direkt nach der Saat ist bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit sehr wirksam.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?

Da Flufenacet und Terbuthylazin stark über den Boden wirken, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Aktivierung und Verteilung des Wirkstofffilms im Boden essenziell. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert eintreffen; hier empfiehlt sich die Anwendung in den feuchteren Morgenstunden oder vor angekündigten Niederschlägen.

Kann Aspect mit Gräserherbiziden gemischt werden?

Ja, Aspect wird in der Praxis häufig mit spezifischen Gräserpartnern kombiniert, um eine vollständige Wirkung gegen Hühnerhirse und andere Schadgräser zu erzielen. Beachten Sie dabei stets die Gebrauchsanleitungen und Mischbarkeitshinweise der jeweiligen Mischungspartner.

Welche Rolle spielt Terbuthylazin im Resistenzmanagement bei diesem Produkt?

Terbuthylazin (HRAC 5) bietet einen wichtigen, bewährten Wirkungsmechanismus gegen zweikeimblättrige Unkräuter. Durch die Kombination mit Flufenacet (HRAC 15) wird das Risiko einer Resistenzentwicklung minimiert, da Unkräuter, die eventuell eine geringere Empfindlichkeit gegenüber einer Wirkstoffgruppe aufweisen, durch den zweiten Partner kontrolliert werden.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Nachfolgekulturen nach dem Einsatz von Aspect?

Nach dem regulären Anbau von Mais und dem Einsatz von Aspect können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst Wintergetreide oder im folgenden Frühjahr beliebige Kulturen angebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.