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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

AVOXA

BVL Zul.-Nr. 008178-00

AVOXA ist ein hochwirksames, modernes Herbizid von Syngenta, das speziell für die Frühjahrsanwendung in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweizen, Winterroggen und Wintertriticale entwickelt wurde. Das Pflanzenschutzmittel kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an Schadgräsern und zweikeimblättrigen Unkräutern in einem einzigen Arbeitsgang zu erfassen. Zu den Hauptzielorganismen gehören wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie der Acker-Fuchsschwanz, der Gemeine Windhalm, Weidelgras- und Trespe-Arten sowie das Kletten-Labkraut.

Die innovative Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus, die durch den integrierten Safener Cloquintocet gewährleistet wird. Dieser schützt die Kultur vor phytotoxischen Effekten, während die herbiziden Wirkstoffe in den Zielunkräutern ihre volle Wirkung entfalten. Dadurch ist AVOXA auch unter wechselhaften Frühjahrswitterungen ein verlässlicher Partner für saubere Bestände.

Durch die gezielte Ausschaltung der Unkrautkonkurrenz in der kritischen Schossphase sichert das Produkt das Ertragspotenzial deiner Kulturen und erleichtert die spätere Ernte. Es bildet somit ein solides Fundament für ein erfolgreiches und wirtschaftliches Bestandsmanagement im Getreidebau.

Wirkstoffe

Cloquintocet
8.33 g/L · Safener
Pinoxaden
33.3 g/L · Wirkstoff
Pyroxsulam
8.33 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von AVOXA basiert auf einem dualen Wirkungsmechanismus, der zwei unterschiedliche biochemische Prozesse in den Schaderregern blockiert. Der Wirkstoff Pinoxaden gehört zur chemischen Klasse der Phenylpyrazoline (HRAC-Gruppe 1) und fungiert als ACCase-Inhibitor. Er hemmt das Enzym Acetyl-CoA-Carboxylase, welches für die Fettsäuresynthese in einkeimblättrigen Schadgräsern essenziell ist. Dies führt zu einer schnellen Zerstörung der Zellmembranen in den Bildungsgeweben (Meristemen) der Gräser. Der zweite Wirkstoff, Pyroxsulam, gehört zur Gruppe der Triazolopyrimidine (HRAC-Gruppe 2) und wirkt als ALS-Inhibitor. Er blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase, was die Biosynthese der lebenswichtigen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin stoppt. Infolgedessen kommt das Zellwachstum und die Zellteilung der betroffenen Unkräuter und Ungräser sofort zum Erliegen. Der enthaltene Safener Cloquintocet beschleunigt selektiv den Abbau der Wirkstoffe in den Kulturpflanzen, wodurch diese vor Schäden geschützt werden, während die Schaderreger vollständig absterben.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen bei kritischen Schadgräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder Weidelgras-Arten nachhaltig vorzubeugen, solltest du AVOXA in ein integriertes Resistenzmanagement einbinden. Da das Produkt bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (HRAC-Gruppe 1 und HRAC-Gruppe 2) kombiniert, bietet es einen eingebauten Schutz gegen einseitige Selektion. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge Wirkstoffe aus anderen HRAC-Klassen (wie z. B. Bodenherbizide im Herbst) abzuwechseln und pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge, angepasste Aussaattermine und eine sorgfältige Bodenbearbeitung konsequent zu nutzen.

Mischbarkeit & Tankmischung

AVOXA zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit einer Vielzahl von gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die empfohlene Reihenfolge beim Befüllen der Spritze einhalten: Zuerst Wasser einfüllen, dann eventuelle Mischpartner vollständig auflösen und AVOXA als letzte Komponente hinzugeben. Vermeide Mischungen mit stark blattaktiven Herbiziden oder unter extremen Stressbedingungen wie starker Hitze oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden. Eine ausreichende Wassermenge sorgt zudem für eine optimale Benetzung der Schaderreger.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AVOXA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, für den Anwender obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt sind Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer strikt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter legen und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Kletten-Labkraut, Trespe-Arten10–321.8 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Weidelgras-Arten, Gemeiner Windhalm10–321.35 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Kletten-Labkraut, Trespe-Arten10–321.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Weidelgras-Arten, Gemeiner Windhalm10–321.35 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Weidelgras-Arten, Gemeiner Windhalm10–321.35 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Kletten-Labkraut, Trespe-Arten10–321.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von AVOXA im Frühjahr?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr, sobald das Wachstum der Unkräuter und Ungräser einsetzt und die Temperaturen tagsüber konstant über 5 °C liegen. Da die Wirkstoffe systemisch über das Blatt aufgenommen werden, erzielst du die beste Wirkung, wenn die Schaderreger aktiv wachsen und sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden.

Kann ich AVOXA auch bei Frostgefahr anwenden?

Du solltest die Anwendung vermeiden, wenn unmittelbar nach der Spritzung starker Nachtfrost droht oder wenn die Kulturen durch extreme Temperaturschwankungen gestresst sind. Obwohl der integrierte Safener die Kultur schützt, kann die Entgiftung der Wirkstoffe in der Kulturpflanze bei starker Kälte verlangsamt sein, was zu vorübergehenden Aufhellungen führen kann.

Wie verhält sich AVOXA bezüglich der Nachbaufristen für Folgekulturen?

Nach dem regulären Einsatz von AVOXA im Frühjahr kannst du im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst problemlos Wintergetreide oder Winterraps anbauen. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, sind spezifische Wartezeiten einzuhalten und eine wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) wird empfohlen, um empfindliche Folgekulturen vor Wirkstoffresten im Boden zu schützen.

Warum ist die Kombination aus zwei Wirkstoffklassen in AVOXA so wichtig?

Die Kombination aus Pinoxaden (ACCase-Hemmer) und Pyroxsulam (ALS-Hemmer) erweitert nicht nur das Wirkungsspektrum auf Gräser und zweikeimblättrige Unkräuter, sondern ist auch ein entscheidender Baustein im Resistenzmanagement. Durch die zwei unterschiedlichen Wirkmechanismen wird das Risiko minimiert, dass resistente Biotypen von Acker-Fuchsschwanz oder Weidelgras überleben.

Was muss ich bei der Mischung von AVOXA mit Wachstumsreglern beachten?

Eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern ist in der Regel möglich. Bei extremen Witterungsbedingungen wie intensiver Sonneneinstrahlung oder hohen Tagestemperaturen solltest du jedoch vorsichtig sein. Reduziere in solchen Stresssituationen entweder die Aufwandmenge des Wachstumsreglers oder fahre die Maßnahmen getrennt, um den Stress für deine Kulturen zu minimieren.

Wie kann ich die Benetzung und Wirkung bei trockener Witterung optimieren?

Bei anhaltender Trockenheit bilden Unkräuter eine dickere Wachsschicht aus, was die Aufnahme der Wirkstoffe erschwert. Verwende in solchen Phasen eine Wassermenge von mindestens 200 l/ha und appliziere das Pflanzenschutzmittel in den frühen Morgenstunden, wenn die Luftfeuchtigkeit höher ist und die Unkräuter eine gute Turgorspannung aufweisen.