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Sonstiger Schaderreger

Wintertriticale

triticale (winter)
TTLWI

Wintertriticale (wissenschaftlich: triticale (winter), EPPO-Code: `TTLWI`) ist eine bewährte Kreuzung aus Weizen und Roggen, die im mitteleuropäischen Ackerbau eine bedeutende Rolle einnimmt. Als vielseitige Kultur vereint sie die hohe Ertragsfähigkeit und Kornqualität des Weizens mit der ausgeprägten Winterhärte, Standorttoleranz und Robustheit des Roggens. Dies macht sie besonders attraktiv für ertragsschwächere Standorte sowie für die Nutzung als hochwertiges Futtergetreide oder als Substrat für Biogasanlagen.

Die Kultur zeichnet sich durch ein starkes Wurzelsystem aus, das Nährstoffe effizient erschließt und eine gute Trockenheitstoleranz im Frühjahr gewährleistet. Im Vergleich zu Winterweizen stellt Wintertriticale geringere Ansprüche an die Vorfrucht und die Bodenqualität, profitiert jedoch deutlich von einer optimierten Bestandsführung. Durch die Kombination der genetischen Eigenschaften beider Elternarten zeigt die Kultur eine hohe Anpassungsfähigkeit an wechselnde Witterungsbedingungen und liefert auch unter suboptimalen Bedingungen stabile Erträge.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte September bis Ende Oktober
Erntefenster
Mitte Juli bis Mitte August
Reihenabstand
12,0–15,0 cm
Typischer Ertrag
6,0–8,5 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1900–2200 °C
Boden-pH
5,5–6,8

Bodenmanagement

Wintertriticale stellt moderate Ansprüche an den Boden, gedeiht jedoch am besten auf tiefgründigen, gut strukturierten Lehm- und Sandlehmböden. Eine sorgfältige Bodenbearbeitung im Herbst sichert einen gleichmäßigen Feldaufgang und eine tiefe Einwurzelung vor dem Winter. Auf flachgründigen oder stark verdichteten Standorten sollte vor der Aussaat eine mechanische Lockerung erfolgen, um Staunässe zu vermeiden. Die Kultur toleriert im Vergleich zu Weizen auch saurere Böden, ein optimaler pH-Wert im Bereich von 5,5 bis 6,8 sichert jedoch die maximale Nährstoffverfügbarkeit. Eine bedarfsgerechte Grunddüngung mit Phosphor und Kalium sowie eine gezielte Stickstoffgabe im zeitigen Frühjahr unterstützen die Bestockung und die spätere Ertragsbildung maßgeblich.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz bei Wintertriticale konzentriert sich auf die vorbeugende Vermeidung von Pilzkrankheiten und die gezielte Regulierung von Unkräutern. Schaderreger wie *Parastagonospora nodorum* (Septoria-Blatt- und Spelzenbräune) sowie Gelb- und Braunrost können bei feucht-warmer Witterung ertragsrelevante Schäden verursachen, weshalb eine regelmäßige Feldkontrolle ab dem Schossen (BBCH 30) unerlässlich ist. Gegen Ungräser wie Windhalm (*Apera spica-venti*) und Einjähriges Rispengras (*Poa annua*) wird meist eine Herbizidbehandlung im Herbst oder im frühen Frühjahr durchgeführt. Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel sollte stets schadschwellenorientiert erfolgen, um Resistenzen vorzubeugen und die Wirtschaftlichkeit zu sichern. Eine weite Fruchtfolge und die Auswahl widerstandsfähiger Sorten reduzieren den chemischen Behandlungsbedarf erheblich.

Sorten

Lombardo

mittelspät

Sehr hohes und stabiles Ertragspotenzial im Kornertrag.

Resistent gegen: Gelbrost, Mehltau

Anfällig für: Mutterkorn, Rhynchosporium

Hervorragende Winterhärte und gute Standfestigkeit, sehr gut für die Fütterung geeignet.

Tricanto

mittelspät

Überdurchschnittliche Kornerträge in allen Anbaulagen.

Resistent gegen: Mehltau, Braunrost

Anfällig für: Fusarium, Lager

Blattgesunde Sorte mit guter Allround-Eignung und hoher Standfestigkeit.

Ramdam

mittelspät

Spitzenerträge im Korn- und Strohertrag.

Resistent gegen: Rhynchosporium, Mehltau

Anfällig für: Gelbrost

Sehr frohwüchsige Sorte, die sich auch hervorragend für die Ganzpflanzensilage (GPS) eignet.

Temuco

mittelfrüh

Hohe und sichere Erträge auch auf leichteren Standorten.

Resistent gegen: Gelbrost, Braunrost

Anfällig für: Mutterkorn

Frühreife Sorte mit exzellenter Trockenheitstoleranz und zügiger Jugendentwicklung.

Wichtige Schaderreger

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Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Wachstumsregler-Behandlung bei Wintertriticale?

Der Einsatz von Wachstumsreglern sollte primär in den BBCH-Stadien 31 bis 32 (Beginn des Schossens) erfolgen, um die Halmbasis zu stärken und das Risiko von Lagergetreide zu minimieren. Bei besonders mastigen Beständen oder sehr lageranfälligen Sorten kann eine gezielte Nachbehandlung bis BBCH 37/39 sinnvoll sein, um die oberen Internodien einzukürzen.

Wie unterscheidet sich die Stickstoffdüngung von Wintertriticale im Vergleich zu Winterweizen?

Wintertriticale benötigt insgesamt etwa 10–20 % weniger Stickstoff als Qualitätsweizen, da kein hoher Rohproteingehalt für die Backfähigkeit erzielt werden muss. Die Düngung teilt sich meist in zwei Gaben auf: eine Startgabe zur Vegetationsaufnahme (BBCH 25/29) und eine Schossgabe (BBCH 31/32). Eine späte Qualitätsgabe zur Blüte ist in der Regel wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Warum ist das Risiko für Mutterkorn bei Wintertriticale erhöht und wie lässt es sich minimieren?

Da Triticale genetisch bedingt eine teils unvollständige Blütenschließung aufweist, können Sporen des Mutterkornpilzes leichter in die offene Blüte eindringen, besonders bei kühler, feuchter Witterung während der Blütezeit (BBCH 61–69). Landwirte sollten auf weite Fruchtfolgen zu anderen Gräsern achten, zertifiziertes, gesundes Saatgut verwenden und gezielt Sorten mit geringer Anfälligkeit wählen.

Welche Rolle spielt die Saatzeit für die Unkrautbekämpfung im Herbst?

Eine frühe Aussaat ab Mitte September fördert zwar die Bestockung vor dem Winter, erhöht aber gleichzeitig den Keimungsdruck von herbstkeimenden Ungräsern wie Windhalm (*Apera spica-venti*). In solchen Fällen ist eine konsequente Bodenherbizid-Anwendung im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf (BBCH 11–13) entscheidend, um eine Überwinterung der Schaderreger zu verhindern.

Wie finde ich im Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Septoria-Blatt- und Spelzenbräune?

Nutzen Sie die Suchfunktion in unserem Pflanzenschutz-Hub und filtern Sie gezielt nach der Kultur 'Wintertriticale' und dem Schaderreger *Parastagonospora nodorum* (Septoria-Blatt- und Spelzenbräune). Dort erhalten Sie eine tagesaktuelle Liste aller beim BVL registrierten Fungizide inklusive der zugelassenen Aufwandmengen, Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten.

Ist eine Spätbehandlung mit Fungiziden in der Ähre bei Wintertriticale wirtschaftlich sinnvoll?

Eine Ährenbehandlung (BBCH 51–61) ist vor allem dann wirtschaftlich, wenn feucht-warme Witterung während des Ährenschiebens das Risiko für *Parastagonospora nodorum* oder Fusarium-Arten drastisch erhöht. Bei trockenem Wetter im Frühsommer reicht meist eine gezielte Blattbehandlung in den Stadien BBCH 37–39 aus, um die ertragsbildenden oberen Blätter gesund zu erhalten.