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OTHER · Albaugh TKI d.o.o.

Bandera

BVL Zul.-Nr. 007958-60

Bandera ist ein hochwirksames, systemisches Nachauflauf-Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in Mais (Zea mays). Als flüssige Formulierung, die speziell auf eine schnelle Wirkstoffaufnahme über das Blattwerk optimiert ist, bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Lösung, um die Kultur in ihrer kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei zu halten.

Der Fokus der Anwendung liegt auf der Bekämpfung von ertragsmindernden Ungräsern wie der Hühnerhirse sowie einer breiten Palette einjähriger zweikeimblättriger Schaderreger. Durch die rasche Verteilung im Saftstrom der Pflanzen stoppt Bandera das Wachstum der Unkräuter unmittelbar nach der Behandlung, wodurch die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe im Maisbestand effektiv unterbunden wird.

Wirkstoffe

Nicosulfuron
40 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Nicosulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (ehemals Klasse B) eingestuft. Er wirkt als selektiver, systemischer Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselbaustein bei der Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin, die für das Zellwachstum und die Zellteilung der Schaderreger unerlässlich sind. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln aufgenommen und in die Wachstumspunkte transportiert. Innerhalb weniger Stunden nach der Behandlung kommt das Wachstum der empfindlichen Unkräuter zum Stillstand. Sichtbare Symptome wie Chlorosen an den jüngsten Blättern, gefolgt von Nekrosen, zeigen sich je nach Witterung nach ein bis drei Wochen, bis die Unkräuter schließlich vollständig absterben.

Resistenzmanagement

Da Nicosulfuron als ALS-Inhibitor (HRAC-Gruppe 2) ein inhärent hohes Risiko für die Resistenzentwicklung aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement zwingend erforderlich. Um der Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie der Hühnerhirse – vorzubeugen, sollte Bandera stets im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. Wirkstoffen aus den HRAC-Gruppen 15 oder 27) eingesetzt werden. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung die langfristige Wirksamkeit des Mittels.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bandera zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden aus, um das Wirkungsspektrum insbesondere gegen schwer bekämpfbare zweikeimblättrige Unkräuter abzurunden. Bei Tankmischungen ist auf die physikalische Kompatibilität der Partner und die Einhaltung der jeweiligen Gebrauchsanleitungen zu achten. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Wachsschichtdurchdringung verbessern. Mischungen mit organischen Phosphor-Insektiziden sollten vermieden werden, da dies zu phytotoxischen Reaktionen an der Kultur führen kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Bandera sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung. Der Wirkstoff Nicosulfuron ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen beachtet werden müssen, um aquatische Organismen zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–181 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Bandera im Mais?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf, wenn sich der Mais im BBCH-Stadium 12 bis 18 befindet (2- bis 8-Blattstadium). Die Unkräuter und Ungräser sollten sich im aktiven Wachstum befinden und idealerweise das Keim- bis 4-Blattstadium erreicht haben, da die Wirkstoffaufnahme über das Blatt in dieser Phase am effizientesten ist.

Welche Rolle spielt die Witterung bei der Applikation von Bandera?

Für eine optimale Wirkung sind wüchsige Wetterbedingungen mit Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C sowie eine ausreichende Luftfeuchtigkeit ideal. Vermeiden Sie Spritzungen bei extremer Hitze, starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Kultur unter Stress steht (z. B. durch Frost, Trockenheit oder Staunässe), um das Risiko von vorübergehenden Phytotoxizitäten zu minimieren.

Kann Bandera mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) gemischt werden?

Eine Mischung mit reiner Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) wird nicht empfohlen, da dies die Selektivität beeinträchtigen und zu Verbrennungen an den Blättern der Kultur führen kann. Geringe Mengen an Mikronährstoffdüngern sind meist kompatibel, sollten jedoch vorab auf Verträglichkeit geprüft werden.

Wie verhält es sich mit Nachbaufristen nach dem Einsatz von Bandera?

Nach dem regulären Einsatz von Bandera im Mais können im folgenden Frühjahr alle üblichen Ackerkulturen ohne Einschränkung angebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, können nach einer tiefen Bodenbearbeitung in der Regel wieder Mais oder bestimmte Gräser nachgesät werden. Beachten Sie hierzu stets die spezifischen Hinweise in der Gebrauchsanleitung.

Warum ist das Resistenzmanagement bei diesem Produkt so wichtig?

Da Bandera auf dem Wirkstoff Nicosulfuron (HRAC-Gruppe 2) basiert, besteht ein hohes Risiko für eine rasche Selektion resistenter Unkraut-Biotypen. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, müssen Sie Wirkstoffwechsel praktizieren und das Produkt idealerweise mit Partnern kombinieren, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen (z. B. Triketone).