Bandur Forte
Bandur Forte ist ein leistungsstarkes Bodenherbizid, das speziell für den Einsatz in der Kultur Kartoffel (SOLTU) entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie eine hervorragende Spezialwirkung gegen schwer bekämpfbare Schaderreger wie den Schwarzen Nachtschatten. Die flüssige Formulierung als Suspensionskonzentrat lässt sich hervorragend dosieren und applizieren.
Die Stärke dieses Herbizids liegt in seiner ausgeprägten Bodenwirkung, die einen langanhaltenden Schutzfilm auf der Bodenoberfläche bildet. Dadurch werden auflaufende Unkräuter bereits im Keimblattstadium effektiv erfasst. Es sichert den Ertrag und die Qualität deiner Kartoffelkulturen, indem es die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig ausschaltet.
Dank der ausgewogenen Wirkstoffkombination eignet sich Bandur Forte ideal für das Vorauflaufverfahren nach dem Dammaufbau. Es schließt wichtige Wirkungslücken und bildet das Fundament einer erfolgreichen Unkrautbekämpfung im modernen Kartoffelanbau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirkung von Bandur Forte basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Aclonifen gehört zur HRAC-Gruppe 32 (Hemmung der Carotinoid-Biosynthese). Er wird hauptsächlich über die Keimblätter und den Spross der auflaufenden Unkräuter aufgenommen. Nach der Aufnahme führt er unter Lichteinfluss zu einer schnellen Zerstörung der Zellmembranen und zum Vergilben (Chlorose) sowie anschließenden Absterben der Schaderreger. Flufenacet ergänzt dieses Spektrum als Wirkstoff der HRAC-Gruppe 15. Es hemmt die Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA) und blockiert damit die Zellteilung und das Zellwachstum im Meristemgewebe der keimenden Unkräuter und Ungräser. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln und den Hypokotylbereich. Diese Kombination sorgt für eine synergistische Wirkung und erfasst Unkräuter sowohl über den Boden als auch im sehr frühen Nachauflauf.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, nutzt Bandur Forte bewusst zwei unterschiedliche HRAC-Wirkstoffklassen (Gruppe 32 und Gruppe 15). Dies erschwert es den Schaderregern, Anpassungsmechanismen zu entwickeln. Du solltest dieses Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer integrierten Unkrautbekämpfungsstrategie einsetzen. Wechsle in der Fruchtfolge systematisch zwischen Herbiziden mit anderen Wirkmechanismen ab und kombiniere mechanische Maßnahmen mit dem gezielten chemischen Pflanzenschutz, um die langfristige Wirksamkeit der Wirkstoffe auf deinen Flächen zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bandur Forte ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Vorauflaufherbiziden im Kartoffelanbau mischbar, um das Wirkungsspektrum bei Bedarf noch weiter abzurunden. Achte bei der Herstellung von Tankmischungen stets auf die physikalische Kompatibilität der Partner und fülle die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser, bevor du die Produkte unter ständigem Rühren zugibst. Die Anwendung sollte auf gut abgesetzten, feuchten Dämmen ohne grobe Kluten erfolgen, um einen lückenlosen Herbizidfilm zu gewährleisten. Vermeide den Zusatz von Additiven oder Düngemitteln, wenn dies nicht ausdrücklich für die Mischpartner empfohlen wird.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Bandur Forte ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Appliziere das Mittel vorzugsweise in den windstillen Abendstunden, um Abdrift auf angrenzende Flächen oder Gewässerstrukturen zu vermeiden und den Schutz der lokalen Flora und Fauna zu gewährleisten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Schwarzer Nachtschatten | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Bandur Forte in Kartoffeln?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Vorauflauf der Kartoffel, idealerweise etwa 5 bis 10 Tage nach dem letzten Dammaufbau. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Dämme bereits gut abgesetzt und feucht sein, damit sich ein gleichmäßiger Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche ausbilden kann. Deine Kultur darf zum Zeitpunkt der Spritzung noch nicht aufgelaufen sein.
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?
Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Anwendungszeitpunkt oder kurz danach ist entscheidend für die Aktivierung und Verteilung der Wirkstoffe im Boden. Flufenacet benötigt Feuchtigkeit, um über die Wurzeln der keimenden Unkräuter aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert eintreten; ein feuchtes Dammbett optimiert das Ergebnis erheblich.
Warum ist Bandur Forte besonders stark gegen den Schwarzen Nachtschatten?
Der Schwarze Nachtschatten keimt oft aus tieferen Bodenschichten und über einen längeren Zeitraum hinweg. Durch die Kombination aus dem langanhaltenden Bodenfilm von Aclonifen und der systemischen Wirkung von Flufenacet werden auch spät keimende Wellen des Nachtschattens zuverlässig erfasst, bevor sie deine Kartoffelkultur überwachsen können.
Was musst du bei der Dammqualität und der Applikationstechnik beachten?
Für eine optimale Wirkung müssen die Kartoffeldämme stabil, feinfühlig geformt und frei von groben Kluten oder tiefen Rissen sein. Klumpige Böden verhindern einen geschlossenen Herbizidfilm, wodurch unbehandelte Zonen entstehen, in denen Unkräuter ungehindert auflaufen können. Verwende flachstrahlende Düsen und achte auf eine gleichmäßige Benetzung der Dammflanken.
Kann ich Bandur Forte auch in einer Tankmischung mit anderen Herbiziden anwenden?
Ja, eine Tankmischung mit Partnern wie Metribuzin (sofern deine Kartoffelsorte verträglich ist) oder Clomazone ist möglich und wird oft genutzt, um das Wirkungsspektrum gegen spezifische Unkräuter oder Ungräser abzurunden. Prüfe vorab immer die Verträglichkeit der Mischungspartner für deine spezifische Sorte.
Wie verhältst du dich, wenn nach der Anwendung Starkregen angekündigt ist?
Bei drohendem Starkregen solltest du die Behandlung verschieben. Extrem starke Niederschläge können die Dammkrone abschwemmen, den Herbizidfilm zerstören oder die Wirkstoffe in die Keimzone der Kartoffel einwaschen, was unter ungünstigen Umständen zu vorübergehenden Wachstumsdepressionen an deiner Kultur führen kann.