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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Bandur Forte

BVL Zul.-Nr. 008942-00

Bandur Forte ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizid (Suspensionskonzentrat, SC) von Bayer CropScience, das speziell für den professionellen Kartoffelanbau entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie schwer bekämpfbare Schaderreger wie den Schwarzen Nachtschatten.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Bodenhaftung und eine lang anhaltende Dauerwirkung aus. Dies macht Bandur Forte zu einem unverzichtbaren Baustein in der Unkrautbekämpfung direkt nach dem Legen der Kartoffeln, um die Kultur von Anfang an unkrautfrei zu halten und Ertragsverluste durch Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe effektiv zu verhindern.

Wirkstoffe

Aclonifen
450 g/L · Wirkstoff
Flufenacet
150 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Bandur Forte basiert auf zwei unterschiedlichen, sich ergänzenden Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Aclonifen ist der HRAC-Gruppe 32 zugeordnet und wirkt primär als Hemmer der Protoporphyrinogen-Oxidase (PPO) sowie der Carotinoid-Biosynthese. Er wird hauptsächlich über die Keimblätter und den Hypokotylbereich der auflaufenden Unkräuter aufgenommen, was zu einer schnellen Chlorose und anschließenden Nekrose der Schadpflanzen führt. Flufenacet hingegen gehört zur HRAC-Gruppe 15 und blockiert die Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA), was die Zellteilung im Bildungsgewebe der keimenden Unkräuter unterbindet. Dieser Wirkstoff wird vor allem über die Wurzeln und den Spross aufgenommen. Die Kombination beider Wirkstoffe sorgt für eine synergistische Bodenwirkung, die sowohl keimende als auch sehr junge, bereits aufgelaufene Unkräuter im Vorauflauf sicher erfasst.

Resistenzmanagement

Durch die Kombination von Aclonifen (HRAC 32) und Flufenacet (HRAC 15) in einem Fertiggemisch wird das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielunkräutern signifikant minimiert. Um diese Schutzwirkung langfristig zu erhalten, sollte Bandur Forte stets in ein integriertes Herbizidkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den jährlichen Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen in der Fruchtfolge sowie die Kombination mit mechanischen Pflegemaßnahmen, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen gezielt zu senken.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bandur Forte ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Vorauflaufherbiziden im Kartoffelanbau mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Spritze zunächst mit der Hälfte der benötigten Wassermenge befüllt wird, bevor die Produkte nacheinander unter ständigem Rühren hinzugegeben werden. Die Zugabe von speziellen Bodennetzmitteln kann die Verteilung und Haftung des Spritzfilms auf dem Damm verbessern. Es wird empfohlen, die Behandlung auf gut abgesetzten, feuchten Dämmen ohne grobe Kluten durchzuführen, um einen lückenlosen Herbizidfilm zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zwingend erforderlich. Aufgrund der Wirkstoffeigenschaften ist Bandur Forte als gewässergefährdend eingestuft. Daher müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen strikt beachtet werden. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Schwarzer Nachtschatten1.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Bandur Forte im Kartoffelanbau?

Der optimale Zeitpunkt liegt im Vorauflauf der Kartoffel, idealerweise etwa 5 bis 10 Tage nach dem letzten Dammaufbau (Dammformung). Die Dämme sollten sich bereits gesetzt haben und feucht sein, damit sich ein gleichmäßiger, stabiler Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche ausbilden kann.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von Bandur Forte?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach verbessert die Aktivierung und Verteilung der Wirkstoffe im Boden erheblich. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen, da die Wirkstoffaufnahme über die Keimlinge erschwert wird.

Warum ist die Bekämpfung des Schwarzen Nachtschattens mit Bandur Forte so wichtig?

Schwarzer Nachtschatten keimt oft in mehreren Wellen und konkurriert stark mit der Kartoffel um Ressourcen. Zudem können seine Beeren bei der Ernte das Erntegut verschmutzen und verfärben. Bandur Forte bietet durch seine Wirkstoffkombination eine gezielte und langanhaltende Kontrolle dieses schwer bekämpfbaren Schaderregers.

Kann Bandur Forte auch nach dem Auflaufen der Kartoffeln angewendet werden?

Nein, die Anwendung muss strikt im Vorauflauf erfolgen, bevor die Kartoffeltriebe die Bodenoberfläche durchbrechen. Eine späte Behandlung nach dem Auflaufen kann zu erheblichen Phytotox-Schäden wie Vergilbungen und Wachstumshemmungen an den jungen Kartoffelkulturen führen.

Welche Rolle spielt die Dammqualität für den Erfolg der Behandlung?

Eine feinkrümelige und stabile Dammstruktur ist entscheidend. Grobe Kluten oder nachträgliche Dammbeschädigungen (z. B. durch Starkregen oder mechanische Arbeiten) reißen den schützenden Herbizidfilm auf, wodurch Unkräuter ungestört auflaufen können.

Wie verhält sich Bandur Forte bei nachfolgenden Kulturen in der Fruchtfolge?

Nach dem regulären Anbau von Kartoffeln und einer normalen Bodenbearbeitung können im folgenden Herbst oder Frühjahr alle üblichen landwirtschaftlichen Kulturen nachgebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur ist eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.