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Sonstige · QEMETICA Agricultural Solutions Spain

Bariloche

BVL Zul.-Nr. 028865-00

Bariloche ist ein hochselektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung hartnäckiger zweikeimblättriger Unkräuter in Rübenkulturen (Zuckerrübe und Futterrübe). Mit dem bewährten Wirkstoff Clopyralid bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Systemwirkung, die insbesondere gegen tiefwurzelnde Problemunkräuter wie die Acker-Kratzdistel sowie verschiedene Kamille-Arten und das Gemeine Kreuzkraut hochwirksam ist.

Als flüssige Formulierung lässt sich Bariloche leicht dosieren und hervorragend in bestehende Spritzfolgen integrieren. Die Formulierung gewährleistet eine schnelle Aufnahme über das Blattwerk und einen effizienten Transport innerhalb der Leitbahnen der Schaderreger bis in die Wurzelspitzen, was einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg im Feld sichert.

Wirkstoffe

Clopyralid
131.4 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Clopyralid gehört zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Er imitiert das natürliche Pflanzenwuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in der Kultur und den Unkräutern verteilt und reichert sich besonders in den meristematischen Geweben der Schaderreger an. Dies führt zu einer unkontrollierten Zellteilung und extremem Zellstreckungswachstum. Typische Symptome sind charakteristische Verkrümmungen (Epinastie) an Stängeln und Blättern, gefolgt von einer Wachstumshemmung, Chlorosen und dem schrittweisen Absterben des gesamten Unkrauts inklusive des empfindlichen Wurzelsystems.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Bariloche stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements einsetzen. Da Clopyralid der HRAC-Gruppe 4 angehört, empfiehlt sich der wechselnde Einsatz oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen, die in Rübenkulturen zugelassen sind. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von synthetischen Auxinen auf derselben Fläche innerhalb einer Saison.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bariloche zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Rübenherbiziden aus. Bei Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Die Zugabe von geeigneten Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter schwierigen Witterungsbedingungen verbessern, während weiches bis mittelschweres Spritzwasser die Stabilität der Spritzbrühe optimal unterstützt.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung beim Ansetzen der Spritzbrühe und Ausbringen obligatorisch. Da keine spezifische Bieneneinstufung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter legen und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeAcker-Kratzdistel, Gemeines Kreuzkraut, Echte Kamille12–391.2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung der Acker-Kratzdistel mit Bariloche?

Der beste Bekämpfungszeitpunkt liegt vor, wenn sich die Acker-Kratzdistel im aktiven Wachstum befindet und eine Rosettengröße von etwa 10 bis 15 cm erreicht hat. Zu diesem Zeitpunkt ist die Blattfläche groß genug für eine maximale Wirkstoffaufnahme, und der Saftstrom transportiert das Herbizid effizient bis in die tiefen Wurzelstrukturen.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Bariloche nach der Anwendung?

Für eine optimale Wirkung sollte es bei der Applikation wüchsig und frostfrei sein (idealerweise zwischen 12 °C und 20 °C). Regen kurz nach der Spritzung kann den Wirkstoff abwaschen; achte daher darauf, dass nach der Behandlung eine regenfreie Zeit von mindestens 2 bis 4 Stunden vorhergesagt ist.

Kann ich Bariloche auch in einer Splitting-Anwendung ausbringen?

Ja, im Rübenanbau sind Splitting-Verfahren üblich. Du kannst die zugelassene Aufwandmenge aufteilen, um neu auflaufende Unkrautwellen im frühen Keimblattstadium gezielt zu erfassen. Achte dabei darauf, die registrierte Gesamtaufwandmenge pro Saison und Kultur nicht zu überschreiten.

Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Bariloche beachten?

Da Clopyralid im Boden eine gewisse Persistenz aufweisen kann, solltest du vor dem Anbau empfindlicher Nachfolgekulturen wie Leguminosen (Erbsen, Bohnen) oder Umbelliferen (Möhren) eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) durchführen. Getreide und Gräser sind im Nachbau in der Regel unempfindlich.

Warum ist die Bekämpfung des Gemeinen Kreuzkrauts mit Bariloche so wichtig?

Das Gemeine Kreuzkraut enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide, die bei einer Verunreinigung des Ernteguts oder bei der Nutzung von Rübenblatt als Futtermittel eine Gefahr für Nutztiere darstellen. Eine frühzeitige Ausschaltung dieses Schaderregers sichert die Qualität und Verwendbarkeit deiner Ernte.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Rübenkulturen?

Du kannst auf agronomy.farmable.tech die Filterfunktion nutzen, um gezielt nach der Kultur "Zuckerrübe" (oder dem Code BEAVA) zu suchen. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen übersichtlich angezeigt.