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Barracuda SC

BVL Zul.-Nr. 038651-61

Barracuda SC ist ein hochselektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und der Hühnerhirse in Mais (ZEAMX). Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Kulturverträglichkeit gepaart mit einer schnellen und nachhaltigen Wirkung über das Blatt und den Boden.

Der Fokus der Behandlung liegt im frühen bis mittleren Nachauflauf der Kultur. Durch die Kombination aus Blatt- und Bodenwirkung erfasst Barracuda SC nicht nur bereits aufgelaufene Schaderreger wie den Weißen Gänsefuß, den Schwarzen Nachtschatten oder das Feld-Stiefmütterchen, sondern beugt auch nachkeimenden Unkrautwellen effektiv vor. Dies macht es zu einem flexiblen Baustein in modernen Mais-Herbizidstrategien.

Wirkstoffe

Mesotrione
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Mesotrione gehört zur chemischen Gruppe der Triketone und ist im HRAC-System in die Gruppe 27 eingestuft. Er wirkt als Inhibitor des Enzyms p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (HPPD). Diese Blockade unterbricht die Biosynthese von Plastochinon und in der Folge von Carotinoiden, welche für den Schutz des Chlorophylls unerlässlich sind. Ohne schützende Carotinoide führt das Sonnenlicht zu einer raschen Zerstörung des Chlorophylls in den empfindlichen Schaderregern. Sichtbares Symptom dieser Wirkung ist ein charakteristisches Ausbleichen (Bleaching) der Unkräuter an den Vegetationspunkten, das bereits wenige Tage nach der Behandlung einsetzt und schließlich zum vollständigen Absterben der Pflanzen führt.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen, insbesondere bei der Hühnerhirse und weit verbreiteten zweikeimblättrigen Unkräutern, sollte Barracuda SC stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen in der Fruchtfolge. Zudem empfiehlt sich bei hohem Unkrautdruck die Kombination mit geeigneten Partnerherbiziden, um einen einseitigen Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Barracuda SC zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln oder Additiven kann die Wirkstoffaufnahme über das Blatt, insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen, optimieren. Extreme Hitze oder Frostperioden unmittelbar vor oder nach der Anwendung sollten vermieden werden, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Barracuda SC sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft (B4), dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–181 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse12–180.75 LITER_PER_HECTARE
MaisFeld-Stiefmütterchen, Vogel-Sternmiere, Weißer Gänsefuß12–180.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Barracuda SC im Mais?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf, wenn sich die Kultur im BBCH-Stadium 12 bis 18 befindet (2- bis 8-Blattstadium). Die Schaderreger sollten sich idealerweise im aktiven Wachstum und in einem frühen Entwicklungsstadium (Keimblatt- bis 4-Blattstadium) befinden, um eine maximale Wirkstoffaufnahme über das Blatt zu gewährleisten.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Barracuda SC?

Warme, wüchsige Witterung mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und führt zu einem schnelleren Wirkungseintritt. Bei extremer Trockenheit kann die Wachsschicht der Unkräuter dicker sein, weshalb die Zugabe eines Additivs ratsam ist. Nach der Anwendung ist eine regenfreie Zeit von ca. 2 Stunden für die Regenfestigkeit optimal.

Kann Barracuda SC auch auf trockenen Böden angewendet werden?

Ja, die primäre Aufnahme erfolgt über das Blatt, weshalb das Herbizid auch bei trockeneren Bedingungen wirkt. Eine gewisse Bodenfeuchtigkeit ist jedoch vorteilhaft, da Mesotrione auch über die Wurzeln aufgenommen wird und so eine nachhaltige Bodenwirkung gegen nachkeimende Unkräuter entfaltet.

Welche Nachbauauflagen müssen nach dem Einsatz von Barracuda SC beachtet werden?

Nach dem regulären Einsatz von Barracuda SC im Mais können im folgenden Frühjahr übliche Ackerkulturen ohne Einschränkung angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur (z. B. durch Frost- oder Sturmschäden) sollte vor einer Neuansaat eine tiefere Bodenbearbeitung erfolgen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Warum verfärben sich manche Unkräuter nach der Spritzung weiß?

Das charakteristische Ausbleichen (Bleaching) ist das direkte Symptom der HPPD-Hemmung durch den Wirkstoff Mesotrione. Da die Synthese von schützenden Carotinoiden blockiert ist, zerstört das Sonnenlicht das Chlorophyll in den Blättern. Dies führt zum Absterben der betroffenen Pflanzengewebe und zeigt den erfolgreichen Wirkungseintritt an.

Wie lässt sich Barracuda SC in ein Anti-Resistenz-Management integrieren?

Da Mesotrione zur HRAC-Gruppe 27 gehört, sollte es nicht wiederholt solo in engen Fruchtfolgen mit hohem Selektionsdruck eingesetzt werden. Kombinieren Sie Barracuda SC in der Tankmischung oder Spritzfolge mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. Terbuthylazin oder ALS-Inhibitoren), um die Entstehung resistenter Biotypen bei Hühnerhirse oder Gänsefuß-Arten effektiv zu verhindern.