Bokator
Bokator von Globachem ist ein leistungsstarkes Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und der Hühnerhirse im Vorauflauf. Formuliert als modernes Suspensionskonzentrat (SC), kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei hochwirksame Wirkstoffe, um einen sauberen Start deiner Kulturen zu gewährleisten. Es ist speziell für den Einsatz in Kartoffeln (SOLTU) und Sonnenblumen (HELAN) zugelassen.
Durch das Zusammenspiel von Aclonifen und Diflufenican bietet Bokator eine hervorragende Bodenwirkung. Nach der Anwendung bildet sich ein stabiler Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger bereits beim Durchstoßen der Bodenkruste erfasst. Dies macht das Mittel zu einem unverzichtbaren Baustein in der frühen Unkrautkontrolle, insbesondere unter wechselnden Witterungsbedingungen im Frühjahr.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkung von Bokator basiert auf zwei komplementären Wirkmechanismen, die sich gegenseitig verstärken. Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (F1) und blockiert das Enzym Phytoen-Desaturase (PDS), welches eine Schlüsselrolle in der Carotinoid-Biosynthese einnimmt. Ohne schützende Carotinoide wird das Chlorophyll der Keimlinge durch Sonnenlicht zerstört, was zu den typischen Bleichsymptomen (Weißfärbung) und dem schnellen Absterben führt. Aclonifen (HRAC-Gruppe 32) ergänzt diesen Effekt ideal. Es stört ebenfalls die Pigmentsynthese und greift in die Photosynthese sowie die Zellmembranfunktionen ein. Da beide Wirkstoffe hauptsächlich über die Keimblätter (Kotyledonen) und den Hypokotyl- bzw. Koleoptilenbereich aufgenommen werden, entfalten sie ihre volle Wirkung direkt beim Auflaufen der Schaderreger.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Bokator stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Da das Produkt bereits zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen kombiniert, bietet es ein hervorragendes integriertes Antiresistenz-Management gegen wichtige Unkräuter. Dennoch ist es wichtig, in der Fruchtfolge Herbizide mit anderen HRAC-Wirkmechanismen abzuwechseln und mechanische Regulierungsmaßnahmen zu integrieren, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffgruppen dauerhaft zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bokator zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit gängigen Vorauflaufherbiziden, die für Kartoffeln oder Sonnenblumen zugelassen sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) und eine gleichmäßige Benetzung des feinkrümeligen Bodens, um einen lückenlosen Herbizidfilm aufzubauen. Die Zugabe von speziellen Boden-Formulierungs-Hilfsstoffen kann die Verteilung und Stabilität des Spritzfilms auf sandigen Standorten zusätzlich unterstützen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Bokator ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schützen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik und halte dich an die allgemeinen guten fachlichen Praktiken des Pflanzenschutzes.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse | 0–8 | 1.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse | 0–8 | 1.9 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum muss Bokator zwingend im Vorauflauf (BBCH 00 bis 08) angewendet werden?
Die Wirkstoffe Aclonifen und Diflufenican wirken primär über den Boden und werden von den auflaufenden Unkräutern über die Keimblätter aufgenommen. Sobald deine Kulturen (Kartoffeln oder Sonnenblumen) aufgelaufen sind, kann eine späte Anwendung zu erheblichen Kulturschäden (Phytotoxizität) führen. Zudem ist die Wirkung auf bereits etablierte, größere Unkräuter stark vermindert.
Welche Bodenbedingungen sind optimal für die Wirkung von Bokator?
Für eine optimale Wirkung ist ein gut abgesetztes, feinkrümeliges Saat- bzw. Pflanzbett ohne grobe Klumpen ideal. Ein feuchter Boden zum Zeitpunkt der Anwendung oder leichter Regen kurz danach fördert die Aktivierung und gleichmäßige Verteilung der Wirkstoffe im obersten Bodenhorizont, wodurch der Herbizidfilm lückenlos geschlossen wird.
Wie verhält sich Bokator bei starker Sonneneinstrahlung nach der Spritzung?
Aclonifen ist relativ lichtstabil, jedoch kann extrem intensive UV-Strahlung auf trockenem Boden zu einem vorzeitigen Abbau der Wirkstoffe führen. Wenn möglich, solltest du die Anwendung in den kühleren Abendstunden oder bei bewölktem Himmel durchführen, um die Stabilität des Spritzbelags auf der Bodenoberfläche zu maximieren.
Kann ich Bokator auch auf sehr leichten, sandigen Böden einsetzen?
Ja, der Einsatz ist möglich, allerdings solltest du auf sandigen Böden mit geringem Humusgehalt besonders vorsichtig sein. Bei Starkregen nach der Anwendung besteht das Risiko, dass die Wirkstoffe in die Wurzelzone der Kultur eingewaschen werden. Achte darauf, dass die Kartoffeldämme gut geformt und stabil sind bzw. die Sonnenblumen tief genug gesät wurden.
Wie finde ich heraus, ob Bokator mit meinem geplanten Partnerprodukt mischbar ist?
Du kannst die physikalische Mischbarkeit in einem kleinen Gefäß (Mischprobe) testen. Für die biologische Verträglichkeit und rechtliche Zulässigkeit solltest du die offiziellen Mischbarkeitstabellen des Herstellers konsultieren oder dich direkt in der Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech über zugelassene Tankmischungen informieren.